Die Reichstauschstelle in Berlin spielte eine zentrale Rolle in der Verwertung von Büchern, die zwischen 1933 und 1945 im Deutschen Reich oder in den besetzten Ländern beschlagnahmt, erpresst und erbeutet wurden. Ursprünglich 1926 im Innenministerium zu dem Zweck eingerichtet, die Aufgaben des Austausches von amtlichen Drucksachen zu regeln, sammelte die Reichstauschstelle in den 1940er Jahren Bücher, um zerstörte deutsche Bibliotheken nach dem Krieg wieder aufzubauen. Dazu wurden auch etwa 40 Depots im Deutschen Reich und in Europa angelegt. Die Autorin hat die Arbeit dieser Depots akribisch aus den Quellen rekonstruiert und ihr Schicksal nach dem Krieg beschrieben. Cornelia Briel hat mit dieser Dokumentation unverzichtbare Grundlagen für die Erforschung zu Fragen des NS-Raubgutes im Buch- und Bibliothekswesen gelegt.
Cornelia Briel Book order



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- 2015
- 2013
Beschlagnahmt, erpresst, erbeutet
NS-Raubgut, Reichstauschstelle und Preußische Staatsbibliothek zwischen 1933 und 1945
- 406 pages
- 15 hours of reading
Von 2006 bis 2009 führte die Staatsbibliothek zu Berlin gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft ein Forschungsprojekt zur mikrohistorischen Analyse der Erwerbungs- und Verteilungspolitik der Reichstauschstelle und der Preußischen Staatsbibliothek durch. Die Förderung durch die Thyssen-Stiftung und die Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung machten das Projekt möglich. Ziel des Projektes war die umfassende Aufklärung der institutionellen Strukturen und bibliothekarischen Abläufe unter rechtlichen und finanziellen Aspekten sowie in Hinsicht auf die Handlungsspielräume der beteiligten Akteure und die politische Dimension der Vorgänge. Damit wurde zugleich eine Basis für die Recherchen nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut in der Staatsbibliothek zu Berlin und anderen Bibliotheken gelegt. Die Preußische Staatsbibliothek und die Reichstauschstelle – eine aus der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft hervorgegangene zentrale Dienstleistungseinrichtung zur Literaturversorgung, die dem Generaldirektor der Preußischen Staatsbibliothek in dem fraglichen Zeitraum unterstellt war – standen im Zentrum eines Netzwerkes, durch das erhebliche Mengen der bei so genannten Reichsfeinden und jüdischen Verfolgten beschlagnahmten Literatur an wissenschaftliche Bibliotheken und andere Einrichtungen im damaligen Deutschen Reich verteilt wurde. Die vorliegende Publikation erschließt den Themenkomplex „Reichstauschstelle / Preußische Staatsbibliothek“ handbuchartig und kann zukünftig als Referenzwerk für einschlägige Forschungsansätze zum Thema NS-Raubgut in anderen Institutionen dienen. Mit einem Vorwort von Hans Erich Bödeker und Gerd-J. Bötte und einem Geleitwort von Barbara Schneider-Kempf