Focusing on accessibility, this publication is a reproduction of a historical work presented in large print, catering specifically to individuals with impaired vision. The Megali publishing house is dedicated to enhancing the reading experience for those who may struggle with standard text sizes, ensuring that important historical texts remain available and enjoyable for all readers.
„Pole Poppenspäler“ ist die erste Künstlernovelle Storms. Er erzählt darin die Geschichte von der Tochter des Puppenspielers Tendler, der Lisei, und dem Kunstdrechsler und Mechanicus Paul Paulsen. Als die Puppenspieler einmal in Pauls Heimatstadt ein Gastspiel geben, fasst Paul starke Zuneigung zu dieser fremden Welt und besonders zu der Puppenspieler-Tochter. Nach Jahren trifft er die Lisei wieder, hilft ihr aus einer schwierigen Lage und heiratet sie schliesslich, obwohl er daheim Widerstand gegen die unstandesgemässe Heirat erwarten muss. Das bringt ihm den Spitznamen „Pole Poppenspäler“ ein. Theodor Storm, der die Meinung vertritt: „Wenn du für die Jugend schreiben willst, so darfst du n i c h t für die Jugend schreiben!“, hat mit dieser Erzählung einen der wertvollsten Lesetexte für die Jugend geschaffen.
Ausführliche Anmerkungen sowie Storms Nachwort zur ersten Buchausgabe vervollständigen das Heft.
Im Jahr 1874 erschien mit „Pole Poppenspäler“eine der heute bekanntesten Novellen Theodor Storms, die zum festen Kanon der Schullektüre gehört. Storm setzte in seiner Novelle dem Mechanikus Geisselbrecht, der auch in Husum mit seinem Marionetten-theater gastiert hatte, ein literarisches Denkmal. Kunstvoll in eine Rahmenhandlung eingebettet, wird die Geschichte des alternden Puppenspielers Josef Tendier aus München und seiner Tochter Lisei erzählt. Bis in die Sprache der Hauptfiguren schlägt sich der Unterschied zwischen Nord- und Süddeutschland gekonnt nieder. Schwerwiegender ist jedoch der Konflikt zwischen Künstlertum und kleinbürgerlicher Gesellschaft, zwischen fahrendem Volk und ehrsamen Bürgern, den Storm meisterhaft gestaltet, getreu seinem Grundsatz: „Wenn du für die Jugend schreiben willst, so darfst du nicht für die Jugend schreiben!“