Die Thomasperikope. Eine Exegese zu Johannes 20, 24-29
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In dieser Seminararbeit werde ich Johannes 20, 24-29 nach der historisch-kritischen Methode untersuchen, wobei die Schrift im Vordergrund steht. Zu Beginn verwende ich synchrone und diachrone Methoden, deren Ergebnisse in der Auslegung zusammengeführt und interpretiert werden. Das Johannesevangelium nimmt neben den synoptischen Evangelien eine besondere Stellung ein. Die Autorenschaft ist umstritten; traditionelle Ausleger vermuten den Apostel Johannes als Verfasser, während kritische Stimmen von einem Pseudoepigrafen ausgehen. Trotz dieser Strittigkeit werde ich den Autor der Einfachheit halber als Johannes bezeichnen. Die vermutete Entstehungszeit des Evangeliums liegt zu Beginn des 2. Jahrhunderts, was es zum jüngsten Evangelium des Kanons macht. Die Empfänger sind überwiegend heidenchristliche Gemeinden, die in Abgeschiedenheit von den synoptischen Evangelien lebten und von Konflikten mit Juden, Anhängern Johannes des Täufers und doketischen Lehren geprägt waren. Die behandelte Textstelle gehört zu den Ostererzählungen und wird traditionell als "Der zweifelnde Thomas" bezeichnet. Diese Passage ist einzigartig im Johannesevangelium und hebt Thomas stärker hervor als in anderen Evangelien. In dieser Arbeit werde ich analysieren, warum Johannes diese Ostergeschichte niederschrieb und welche Botschaft er seinen Hörern vermitteln wollte.
