Die Poesie lebt – doch die ungeheure Vielfalt der Dichter aller Sprachen, aller Länder von Albanien bis Zypern ist nahezu unbekannt. So ist es höchste Zeit für eine neue, aufregende Bestandaufnahme: Nach den legendären Vorgängern „Museum der modernen Poesie“ von Hans Magnus Enzensberger (1960) und „Atlas der neuen Poesie“ von Joachim Sartorius (1995) machen sich Jan Wagner und Federico Italiano auf eine faszinierende Reise. Die „Grand Tour“ durch die junge Lyrik Europas gibt poetischen Proviant für Jahre: Unbekanntes, Überraschendes und Unerhörtes - in Original und Übersetzung. Eine Entdeckungsreise für wache Geister.
Oleg Jurjew Book order (chronological)





»Lieber Kornej Iwanowitsch, nun berichtet die Prawda, daß auch Sie gestorben sind. Das erlaubt mir, in kameradschaftlicherer Weise mit Ihnen zu sprechen – ab und an glaube ich, auch ich sei gestorben.« So beginnt der Schriftsteller Dobytschin einen Brief an den bewunderten Literaturkritiker Tschukowski, Jahre nach seinem eigenen vermeintlichen Tod. Auch der Moskauer Literat Prischow richtet sich an den verehrten Fjodor Dostojewski, der als Vorbild für eine Figur in Prischows Roman »Die Dämonen« diente. In seinem wirren Schreiben wechselt Prischow zwischen antisemitischen Äußerungen und dem Streben nach Verständnis des großen Autors. Schließlich meldet sich der kranke Jakob Michael Reinhold Lenz bei seinem Gönner Karamsin, wahrscheinlich am Tag seines Todes. Lenzens bewegender Brief wandelt sich von einem an Goethe zu einem Bittbrief an seinen Vater, bevor er sich erneut an Karamsin wendet. Diese Briefe bilden den Roman, dessen Thema Tod und Unsterblichkeit ist, und gleichzeitig eine Hommage an die Jahrhunderte des Briefeschreibens. Der Autor Oleg Jurjew, der die Briefe nur übersetzen will, ist in Wahrheit ihr Verfasser. Dies ist Jurjews erster Roman in deutscher Sprache.
Die russische Fracht. Roman
- 220 pages
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Weniamin Jasytschnik flieht vor Kriminellen auf ein mysteriöses ukrainisches Frachtschiff, das seine lebendige Vergangenheit an Bord hat. Begleitet von einem singenden Kapitän und einem bunten Team, beginnt seine abenteuerliche Reise, die ihn möglicherweise nach Vineta führt, während er sich von seiner sowjetischen Vergangenheit lösen kann.
Insel-Bücherei - 1307: Zwanzig Facetten der russischen Natur
- 64 pages
- 3 hours of reading
»Die Russen sind immer unzufrieden. Nicht eigentlich mit ihrem eigenen Leben (das ist eben, wie es ist), sondern mit dem Leben um sie herum allgemein sind sie unzufrieden und beklagen sich gern darüber, besonders Ausländern gegenüber (welche ihnen ihrerseits gern glauben). Der Grund: die Russen bewerten das Leben im Vergleich mit dem Paradies, über welches sie alles wissen, als wären sie dort schon gewesen.« Wenn der russisch-jüdische, seit einigen Jahren in Frankfurt am Main ansässige Autor Oleg Jurjew, der zuletzt den Roman Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise vorlegte, dem sehr verehrten deutschen Publikum die zwanzig Facetten der russischen Natur, Petersburgs Schönheit, Rußlands Unbegreiflichkeit, Kindheitserinnerungen an die Telnjaschka (das blau-weiß gestreifte Matrosenunterhemd), Vladimir Nabokovs Sieg über die Bolschewisten oder Tschechows Tod in Badenweiler schildert und erklärt, gibt es viel zu lernen – und manches zu schmunzeln.
Spaziergänge unter dem Hohlmond
- 160 pages
- 6 hours of reading
Der Autor fängt in diesen erzählerischen Miniaturen die Atmosphäre der sowjetischen Endzeit ein. Die Kulissen, aus denen seine Figuren hervortreten, gleichen denen der k. u. k. Epoche; der Zerfall eines großen Reiches ist überall zu ahnen.Der Ich-Erzähler durchforstet Städte und Szenenmilieus, Familien und Landschaften, mitunter auch Friedhöe. Sein Blick fördert den vegetabilischen Untergrund der Gesellschaft zutage.