Die Biografie von Adolf Kardinal Bertram beleuchtet das komplexe Leben eines einflussreichen Kirchenführers des 20. Jahrhunderts. Johannes Gottwald analysiert Bertrams politische Anpassung an das NS-Regime, widerlegt jedoch das Bild eines opportunistischen Ja-Sagers. Stattdessen wird Bertrams Engagement als Kirchenhistoriker und Seelsorger hervorgehoben. Er führte einen stillen, aber entschlossenen Widerstand gegen die nationalsozialistische Politik, unterstützte Juden und setzte sich für die verfolgte Kirche in Polen ein, wodurch er seine moralische Verantwortung als Bischof ernst nahm.
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Die Untersuchung analysiert die Wirksamkeit der neu eingeführten Offenlegungsvorschriften im GWB, um die Informationsasymmetrie im Kartellrecht zu verringern und die private Durchsetzung zu fördern. Dabei werden die spezifischen Offenlegungsansprüche sowie deren potenzielle Auswirkungen auf die Wettbewerbsbedingungen und die Durchsetzung von Kartellrecht beleuchtet. Ziel ist es, die Rolle dieser Vorschriften im Kontext der rechtlichen Rahmenbedingungen und der praktischen Anwendung zu bewerten.
Vom Bauernhof zum Bischofsstuhl
Die vergessenen Hildesheimer Oberhirten Joseph Ernst und Nikolaus Bares
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Joseph Ernst (1863–1928) und Nikolaus Bares (1871–1935) werden in der kirchlichen Geschichtsschreibung zumeist als „Übergangsbischöfe“ zwischen Adolf Bertram und Joseph Godehard Machens dargestellt; ihr Leben und Wirken eher beiläufig abgehandelt. Dabei waren sie durchaus profilierte Persönlichkeiten: Joseph Ernst darf als bedeutendster „Arbeiterbischof“ nach Emanuel Ketteler gelten, und Nikolaus Bares – schon als junger Priester ein profunder Kenner der evangelischen Theologie – entwickelte sich zum wichtigen Pionier der Ökumene. Beide Oberhirten mussten die Diözese Hildesheim durch unruhige Zeiten führen und setzten dabei eigenständige Akzente. Sie verstanden sich vor allem als Seelsorge-Bischöfe, erwiesen sich aber auch kirchenpolitisch als kluge Diplomaten und konsequente Sachwalter kirchlicher Interessen. Nikolaus Bares wurde später zum Bischof von Berlin berufen und verteidigte entschlossen die Rechte seiner Kirche gegen die Machtansprüche des Nazi-Regimes. Johannes Gottwald schildert in dieser Doppelbiographie den spannenden Lebensweg dieser zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Bischöfe vor dem Hintergrund einer dramatisch bewegten Zeit, die durch Kulturkampf, die Wilhelminische Epoche, den ersten Weltkrieg, Revolution und Inflation, Weltwirtschaftskrise und den Aufstieg der Nationalsozialisten geprägt war und auch in den Diözesen Hildesheim, Trier und Berlin nachhaltige Spuren hinterlassen hat.
Franz Rudolf Bornewasser (1866-1951) gehörte im Dritten Reich zu den wichtigsten Vertretern des katholischen Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime. Allerdings stand er immer im Schatten seines Amtskollegen Clemens August von Galen, der in den Nachkriegsjahren ungleich größere Popularität erlangte und 2005 sogar seliggesprochen wurde. Sein dreißigjähriges Wirken als Weihbischof in Aachen und als Diözesanbischof von Trier wurde bislang lediglich in kleineren Texten und Abhandlungen dargestellt. Johannes Gottwald legt die erste ausführliche Biographie dieses bedeutenden Kirchenfürsten vor, der auch zu den großen Förderern der Kirchenmusik und der katholischen Liturgie gehörte. Eingehend werden auch seine frühen Priesterjahre, sein Wirken als Direktor der Kirchenmusikschule St. Gregoriushaus, seine Tätigkeit als Pfarrer in Wuppertal-Elberfeld und Hasselsweiler sowie als Subregens des Kölner Priesterseminars in den Blick genommen. Eine enge Verbindung mit der jeweiligen Orts- und Regionalgeschichte ermöglicht zugleich dem Leser, das bewegte Leben Bornewassers gleichsam aus dessen eigener Perspektive mitzuverfolgen.