Die zentrale These des Autors lautet: Religion ist eine Gefahr für die moderne Gesellschaft. Sie ist in Eins Instrument der Verdummung und falscher Trost. Nicht zufällig greifen autoritäre Bewegungen in ihrer politischen Theologie wieder auf religiöse Motive zurück. Der Autor leiert keine bekannten Fakten herunter, sondern demonstriert exemplarisch die entscheidenden Argumente gegen die Religion. Von der Kritik der „Gottesbeweise“, über die rigide Sexualmoral zur Manipulation der Gemüter bis zur Religion als Mittel des Krieges im Inneren und nach Außen. Die Kritik der Religion ist Voraussetzung aller Kritik an einer entfremdeten Klassengesellschaft, die immer noch der religiösen Illusion bedarf. Gegen das reaktionäre „Dark Enlightenment“ erinnert das Buch an die wahre Aufklärung. Religiöser Irrationalismus wie alle Ideologie als falsches Bewusstsein zur Herrschaftssicherung ist Teil der instrumentellen Vernunft, die kein rationales Ziel mehr kennt. Ein Denken, das darauf reduziert ist, arbeitet an der Zerstörung unseres Planeten.
Bodo Gaßmann Book order (chronological)




Manifest der Autonomie der kritischen Philosophie
Die geisitge Situation der Zeit und die Aufgaben des emanzipatorischen Denkens
Theorie hat im öffentlichen Bewusstsein kaum Bedeutung, da sie die unbeherrschbaren Mechanismen der Kapitalökonomie stört. Das Versagen der Arbeiterklasse als Subjekt ihrer Emanzipation ist auch auf die Fehler ihrer Theoretiker zurückzuführen. Der platte Materialismus, dogmatische Determinismus und historische Relativismus haben das Bewusstsein der Revolutionäre negativ beeinflusst. Nur durch beharrliche Kritik und Theoriearbeit können diese Fehler korrigiert werden. Es ist notwendig, auf die geistigen Grundlagen zurückzugreifen, die verallgemeinerten Erfahrungen der Weltgeschichte, die ein Bewusstsein der Freiheit fördern. Dazu gehören der freie Wille, die Einheit des Selbstbewusstseins und das Moralgesetz. Alle linken Theorien müssen auf gesichertes Wissen geprüft werden, ebenso die ideologischen Verfallsformen des bürgerlichen Denkens. Ein Rückzug auf die Theorie ist notwendig, nicht als Flucht, sondern als Ort geistiger Unabhängigkeit. Nur so kann der rationale Geist, der durch Reformen zur Produktion von „Humankapital“ gefährdet ist, gerettet werden. Eine kritische Gelehrtenrepublik könnte die organisatorische Form für die Autonomie des Geistes darstellen. Gesellschaftstheorie, die auf kritischer Philosophie basiert, könnte der entscheidende Punkt sein, um das kapitalistische System zu überwinden. Andernfalls drohen Umweltkrisen, Imperialismen und atomare Kriege, die unsere Spezies vernichten könnten.
Adorno prägte das geistige Klima der Bundesrepublik mit seiner Gesellschaftskritik und wies eine aversive Haltung gegenüber Ethik und Moral auf, die er mit Herrschaft verband. Seine Kritik an der Moral, die als ideologische Konstruktion missbraucht wird, führt zu einem Verlust des normativen Fundaments seiner Theorie. Der Autor fordert eine kritische Reflexion von Adornos ethischem Nihilismus und überprüft zentrale Begriffe seiner Philosophie.