Documents the living and working conditions of Austrian authors and illustrators in exile during the Second World War.
Ursula Seeber Books





Ein Niemandsland, aber welch ein Rundblick!
- 232 pages
- 9 hours of reading
Die Wien-Bilder der 1938 ins Exil Getriebenen sind ambivalent, geprägt von Angst und Sehnsucht, sowie von Phantasie und realer Verstörung. Dieses „andere“ Wien-Buch eröffnet mit Texten des Exils, die eine Heimkehr in die „Traumstadt“ imaginieren, und schließt mit späten Reminiszenzen der jüngeren Generation. Im Mittelpunkt stehen autobiographische Texte, Prosa und Gedichte österreichischer Exilautoren, die von ihrer Rückkehr nach 1945 und den Erfahrungen in Nachkriegs-Wien berichten. Sie betraten die Stadt als „Remigranten“, alliierte Soldaten oder Spurensucher, niemals als Touristen. Ihre Texte thematisieren weniger Aufbruchsoptimismus als Verlust und Entfremdung: der Blick in die arisierte elterliche Wohnung oder die Begegnung mit Wienern – selbstmitleidigen Kellnern und fremdenfeindlichen Bürokraten – verstärken das Gefühl des Exils. Dennoch beschreiben sie auch Momente wiedergewonnenen Heimatgefühls, wenn Sehnsuchtsbilder an der Realität gemessen werden. Die Autorinnen und Autoren, von den Hiergebliebenen zu Außenseitern gemacht, beobachten posthitlerisches Wien mit empathischer Ironie und präziser Optik, wo das Gebliebene gespenstischer wirkt als das Zerstörte. Enthalten sind Texte von zahlreichen bedeutenden Exilautoren.
Exilforschung - 39: Mensch und Tier in Reflexionen des Exils
- 416 pages
- 15 hours of reading
Im 20. Jahrhundert wird die Grenze zwischen Mensch und Tier, die Konzepte von Kultur und Gesellschaft wesentlich strukturiert, vielfach in Frage gestellt. Totalitäre Herrschaft, rassistische Ausgrenzung und Genozid ordnen Zugehörigkeiten neu. Die gewaltsame Neuordnung richtet sich nicht nur auf Völker und Nationen, sondern auch auf die Zugehörigkeit zur menschlichen Gemeinschaft. Die von den Akteuren verübte Gewalt wird daher als alle Grenzen des Humanen überschreitende wahrgenommen. Zugleich bilden viele Verfolgte auf der Flucht oder in der Fremde trostspendende Allianzen mit Tieren. Das komplexe Verhältnis fächert sich weiter auf und tendiert in die Sowohl entschiedene Abgrenzung als auch grenzüberschreitende Solidarität kennzeichnen das multidimensionale Beziehungsgeflecht zwischen Mensch und Tier in Bedrohungssituationen. Der Band bringt erstmals Perspektiven der interdisziplinären Human-Animal-Studies in die Exilforschung ein. Die hier versammelten Beiträge gehen überwiegend auf Präsentationen bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung 2020 zurück. Sie reflektieren historische, filmische, literarische wie künstlerische Konstellationen von Mensch-Tier-Verhältnissen im Horizont von Verfolgung, Flucht und Exil.
Egon Schwarz, geboren 1922 in Wien, musste 1938 aus seiner Heimatstadt flüchten und gelangte über Prag und Paris nach Bolivien, Chile und schließlich Ecuador. 1949 kam Egon Schwarz in die USA, studierte deutsche und romanische Philologie und wirkte ab 1961 bis zu seiner Emeritierung als Professor an der Washington University in St. Louis/Missouri. Wie kaum ein anderer österreichischer Intellektueller hat er uns - durch seine Lebensgeschichte wie durch sein wissenschaftliches und literarisches Werk – zu verstehen gelehrt, was Exil bedeutet. Zu seinem 85. Geburtstag am 8. August 2007 soll Egon Schwarz mit Texten aus vier Kontinenten gewürdigt werden. Auch wenn es diesem Buch durch wissenschaftliche Beiträge, etwa von Helga Schreckenberger, Reinhard Urbach oder Ruth Wodak, an akademischem Flair nicht mangelt, ist „Schwarz auf Weiß“ mehr als eine Festschrift, es ist ein Buch der Freunde. Zu den Briefen und Essays u. a. von Hartmut von Hentig, Ruth Klüger oder Ulrich Weinzierl, kommen literarische Geburtstagsgeschenke von F. C. Delius, Marianne Gruber, Josef Haslinger und anderen.