The Empire Strikes Back
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Das Preußenjahr 2001 war Anlass zur Auseinandersetzung mit der preußischen Geschichte und dem gemeinsamen deutsch-polnischen Kulturerbe. Die in diesem Band versammelten Essays von Historikern und Publizisten dokumentieren den bis heute andauernden Diskurs über die polnisch-preußische Beziehungsgeschichte.
Die Solidarność ist ein beeindruckendes Beispiel für die Kraft von solidarischem Widerstand und friedlichem Protest. Seit ihrer Gründung 1980 bildete die Gewerkschaft unter der Führung von Lech Wałęsa das Zentrum einer Demokratisierungsbewegung, die nicht nur Polen, sondern ganz Europa entscheidend veränderte. Ein polnisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt unter der Federführung des Europäischen Solidarność-Zentrums in Gdansk und der Deutschen Welle und unter Beteiligung von Newsweek Polska erzählt die Geschichte der Solidarność und ihrer Wirkung neu: mit Interviews prominenter Zeitzeugen, Reportagen, historischen Darstellungen und zahlreichen Fotografien. Aber auch die heutige Bedeutung von Solidarność in- und außerhalb Polens wird besprochen. So entstehen die Umrisse eines Umwälzungsprozesses, der 1990 nicht abgeschlossen wurde, sondern in dem sich Europa bis heute befindet.
Der Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe 1965 und seine Wirkung
Der Briefwechsel zwischen den polnischen und deutschen katholischen Bischöfen von 1965 ist ein bedeutender Schritt im Annäherungsprozess zwischen Deutschen und Polen. Besonders das Schreiben der polnischen Bischöfe, das zwanzig Jahre nach dem Krieg an die deutschen Amtsbrüder gerichtet war, wird heute als Modell für mutige Aussöhnungsinitiativen angesehen. Das Buch untersucht dieses historische Ereignis durch eine Studie und zwölf Zeitzeugengespräche. Basil Kerski und Robert Zurek rekonstruieren die Entstehung des Briefwechsels, beleuchten seinen historischen Kontext und analysieren die Reaktionen auf diese Initiative. Zudem wird die Wirkungsgeschichte des Briefwechsels thematisiert und die Bedeutung der Kontakte zwischen deutschen und polnischen Katholiken für den Annäherungsprozess hinterfragt. Der Hauptteil besteht aus Gesprächen mit lebenden Zeitzeugen, darunter prominente katholische Amtsträger wie Erzbischof Alfons Nossol und Bischof Josef Homeyer sowie Vertreter der Laienbewegung wie Bernhard Vogel und Tadeusz Mazowiecki. Auch die Perspektiven nicht-katholischer Zeitzeugen, wie Richard von Weizsäcker und Mieczyslaw Rakowski, werden einbezogen. Das Buch bietet Fachleuten neue Quellen und führt Leser, die mit diesem Kapitel der deutsch-polnischen Geschichte nicht vertraut sind, an ein wichtiges Thema heran.
Der Fall des Eisernen Vorhangs hat die im Kalten Krieg entstandene Teilung Europas zwar aufgehoben, doch das volle Potenzial seiner Wiedervereinigung hat der Kontinent bis heute nicht ausgeschöpft. Was wäre dieses einige und solidarische Europa für ein Ort? Dazu müssen wir - wie 1989 - weit über die täglichen politischen und ökonomischen Realitäten hinaus denken und das demokratische Europa als eine kulturelle Erfahrung verstehen; als eine Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern, die sich den auf den Trümmern des totalitären Jahrhunderts entstandenen Menschenrechten verpflichtet fühlen. Basil Kerski schreibt eine kleine Geschichte und Gegenwartskunde der ost-westeuropäischen Beziehungen und zeigt auf, wie maßgeblich kulturelle Annäherungen sie beeinflussen. Er plädiert für eine Neubestimmung des Verhältnisses von Ost und West in Zeiten der Erosion des transatlantischen Bündnisses, um die 1989 begonnene demokratische Revolution auf europäischer Ebene fortzusetzen.