Jürgen Köhler
Zeichnungen / Drawings



Zeichnungen / Drawings
Die unlängst verstorbene, große deutsche Fotografin Sibylle Bergemann (1941-2010) ging künstlerisch immer ihren eigenen Weg. Schon ihre frühen Arbeiten für die ostdeutsche Modezeitschrift Sibylle wirkten wie ein Leuchtfeuer im sozialistischen Einheitsgrau. Ihre späteren Porträts, Reportagen und Reisebilder, die sie meist in Farbe festhielt, konzentrierten sich weiter auf Lebensrealitäten und wurden weltweit in führenden Zeitschriften reproduziert. Einen ganz besonderen, privaten Platz in ihrem Werk nahmen Bergemanns Polaroidfotos ein. Auf ihnen hielt die Künstlerin fest, was im Grunde nicht festzuhalten ist - den schönen Augenblick, der nicht verweilen mag. Er ist so vergänglich wie das Medium, auf dem die Konturen sich zeigen. Es entstanden traumhafte und zarte Bilder gegen das Vergessen, die sich einer zeitlichen und räumlichen Einordnung entziehen. Ausstellung: Leonhardi Museum Dresden 17.6.-4.9.2011 C O Berlin 2.7.-4.9.2011
Sibylle Bergemann hat immer wieder Fenster fotografiert. Die Fensterfotografien wurden im Laufe der Zeit zu einem integralen Bestandteil ihres Gesamtwerkes. In ihren letzten Lebensmonaten hat sie dieses Buch noch selbst mit vorbereitet. Die im Buch versammelten Fotografien folgen keinem übergeordneten Plan, vielmehr sind sie Ausdruck der subjektiven Wahrnehmung der Fotografin. Sie wählte aus der uns täglich umgebenden Zeichen- und Symbolfülle die Objekte aus, die etwas erzählen können. Dabei erweist sich Sibylle Bergemann als sehr genaue Beobachterin: Jedes der fotografierten Fenster mit seinen eingefangenen Details sagt etwas aus über die Menschen, zu denen sie gehören.