Der Deutsche Kunstverlag feiert 2021 seinen 100. Geburtstag, was außerordentlich ist angesichts einer bewegten deutschen Geschichte, eines nicht immer einfachen, aber immer spannenden Verlagssegments der Kunst, angesichts rasanter Entwicklungen im Publizieren. 1921 wurde der Verlag auf Geheiß des Preußischen Staates gegründet. Das Archiv der Staatlichen Bildstelle stellte mit Fotografien künstlerisch bedeutsamer Bauten die Grundlage für die Vermarktung der Fotos in Form von Büchern, Bildern und Postkarten. Im Laufe eines Jahrhunderts sind unzählige hochkarätige, wichtige, bildschöne, auch skurrile Publikationen und Standardwerke erschienen. 100 herausstechende Bücher wurden ausgesucht und in diesem Band präsentiert statt einer klassischen Festschrift legt der Verlag eine anregende bibliophile Zeitreise durch das Säkulum vor
Pablo Schneider Book order (chronological)


Die beiden zur Diskussion gestellten Texte 'Italienische Kunst und internationale Astrologie im Palazzo Schifanoja zu Ferrara' von 1922 sowie 'Die italienische Antike im Zeitalter Rembrandts', 1926 vorgetragen und hier zum ersten Mal überhaupt publiziert, kreisen um die wichtige Konstellation von Motivübernahmen und -wirkungen. So geht es in der Untersuchung zu den Fresken des Palazzo Schifanoja nur nebenbei um eine ikonographische Analyse der Bildwelt des 15. Jahrhunderts. Tragend ist der Ansatz, das Vermögen des Menschen zur Symbolschöpfung als stetigen zivilisatorischen Akt zu begreifen. Im Text zu Rembrandt wird dieser Vorgang mit Blick auf seine gesellschaftliche Tragweite hinterfragt.