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Dagmar Kühn

    Die "Zwei Körper des Königs" in den westsemitischen Kulturen
    • Die "Zwei Körper des Königs" in den westsemitischen Kulturen

      Ugarit, aramäische Königreiche, Phönizien, Ammon, Moab, Israel und Juda

      • 437 pages
      • 16 hours of reading

      Dagmar Kühn untersucht das altorientalische und alttestamentliche Königtum im Kontext des Konzepts der „Zwei Körper des Königs“, entwickelt von Ernst H. Kantorowicz. Dieses Konzept besagt, dass der König einen sterblichen (body natural) und einen unsterblichen Körper (body politic) besitzt, die in seiner Person vereint sind. Juristen der Tudor-Zeit argumentierten, dass die natürliche Person des Königs durch den unsterblichen Körper von Unvollkommenheit befreit sei. Verschiedene westsemitische Kulturen entwickelten eigene Strategien zur Ausstattung des body politic mit Insignien und zur bildhaften Repräsentation, besonders in Krisenzeiten, wenn das body natural bedroht war. In Ugarit finden sich Aspekte der Königsideologie in den Epen Kirta und Aqhatu, die das Schicksal des Königs widerspiegeln. Eine Parallelisierung zwischen Göttern und Königen zeigt sich im Schicksal Baʿals, der um das Königtum kämpft. Die Bindung der Ugarit-Könige an die Götter war entscheidend für die Dynastiekontinuität und das Wohl des body natural. Der Aḥirom-Sarkophag aus Byblos illustriert die „Zwei Körper des Königs“ eindrucksvoll: Während die Leiche des Königs im Sarkophag lag (body natural), symbolisierte die thronende Effigie den unsterblichen Körper. Im Alten Testament sind die Verfasser mit der altorientalischen Königsideologie vertraut und reflektieren die ewige und menschliche Komponente des Königtums, insbesondere in den Psalmen, die das ideal

      Die "Zwei Körper des Königs" in den westsemitischen Kulturen