"Aber jeden Tag soll zumindest eine Zeile gegen mich gerichtet werden wie man die Fernrohre jetzt gegen den Kometen richtet." Franz Kafka Im Spannungsfeld von Schrift und Medialität gewinnt das Schaffen Franz Kafkas eine gleichermaßen profunde wie paradoxe Dynamik: Zwischen Schreibprozess und Schriftprodukt entsteht eine Bewegung, indem bereits Bestehendes durch Bezugnahmen auf eigene wie fremde Texte und Medien immer wieder von Neuem um- und weitergeschrieben wird. Diesem Zusammenhang ist das vorliegende Buch gewidmet, das 100 Jahre nach Kafkas Tod die unverminderte Aktualität seines Werks betont.Im Fokus stehen zentrale Schlüsseltexte eines der wichtigsten Werke der Weltliteratur: von den großen Romanen über die vielfältigen Erzählungen und Kurzprosaformen aus sämtlichen Schaffensphasen bis hin zu Kafkas autobiografischem Schreiben in seinen Briefen und Tagebüchern. Unter dem Aspekt von Schrift und Medialität werden dabei sowohl Beziehungen der literarischen Texte zu anderen visuellen bzw. auditiven Medien wie Bild- und Klangelementen oder Filmen als auch die Medialität der Schrift an sich verhandelt, ergänzt etwa um die verwendeten Materialien wie Papier, Bleistift oder Federhalter und ihre Relevanz für ein existenzielles, als Lebensprojekt angelegtes Schreibprogramm.
Achim Küpper Books


Die Ankunft
Verortungen in Literatur, Kultur und Medien
Mit der Ankunft widmet sich dieser Band einem Topos in Literatur, Kultur und Medien, der sowohl historisch persistent als auch aktuell ist. Die Ankunft wird nicht nur als Motiv betrachtet, sondern auch als poetologische und autoreflexive Figur, die von den Herausforderungen eines Werkanfangs sowie von Ankünften in kultureller Fremde, auf der Flucht, auf Wanderschaft oder in der Migration erzählt. Die Beiträge nähern sich diesem Thema aus verschiedenen Perspektiven, von der Literatur des Mittelalters bis zur Gegenwart, und umfassen Genres wie Hörspiel, Graphic Novel und Film. Damit wird ein erster Versuch unternommen, das Phänomen der Ankunft auf epochenübergreifender Ebene im literarischen, kulturellen und medialen Kontext zu verorten. Ein Schwerpunkt liegt auf der neueren deutschsprachigen Literatur, im Vergleich zu anderen Literaturen. Szenarien der Ankunft werden in verschiedenen Formaten analysiert, einschließlich Versroman, Erzählung, Märchen, Gedicht, Theaterstück, Briefwechsel, Tagebuch und Reisebeschreibung sowie in auditiven, visuellen und audiovisuellen Medien. Übergreifende Fragen, wie das Verhältnis zwischen ‚Eigenem‘ und ‚Anderen‘, werden ebenfalls behandelt. Die Beiträge zeigen, dass Ankunft oft gleichzeitig Beginn und Ende ist, historisch aufgeladen und auf die Gegenwart bezogen. Das Buch zielt darauf ab, einen Topos zu ergründen, der in der heutigen Gesellschaft besonders relevant erscheint.