Das Buch behandelt die Herausforderungen der Bestattung ohne religiöse Gemeinschaft und die Rolle professioneller Trauerredner. In einem literarischen Lang-Essay reflektiert die Autorin über den Umgang mit Trauer, die Zersplitterung von Beziehungen und persönliche Episoden. Der Text ist in drei Teile gegliedert, mit einem Fokus auf die Begleitung von Trauerfällen und einer Reise ans Tote Meer zur inneren Einkehr.
Zwei Autoren erzählen vier Geschichten, die alle das Motiv des Fallens erkunden – sei es aus gesellschaftlichen Konventionen oder der Realität. Die Figuren, von Sektenführern bis Astronauten, erleben das Fallen als existenzielle Grenzerfahrung, in der sie die Kontrolle über ihr Schicksal verlieren. Diese Charaktere sehnen sich danach, das Unbekannte im freien Fall zu erfahren. Die Texte bieten keine Antworten, sondern vermitteln ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Die außergewöhnliche Buchgestaltung von Hans-Jörg Pochmann hebt die Gravitationskräfte der Seiten auf: Der Satzspiegel dreht sich beim Lesen, sodass man ab der Mitte des Buches rückwärts liest. Dieses Leseerlebnis zieht den Leser unaufhaltsam in den Strudel des Fallens. Das Buch wurde 2012 mit dem 'Förderpreis für junge Buchgestaltung' und 2013 mit der 'Goldenen Letter' ausgezeichnet. Die Stiftung Buchkunst lobt die innovative Gestaltung, bei der zwei Geschichten – eine deutsche und eine englische – bis zum Ende durchblättert werden. Die Titel 'Fallen' unterscheiden sich nur im Tempus, was dem Buchgestalter die Möglichkeit für eine klassische Typografie bietet. Der Text rotiert um 180 Grad, was die Inszenierung des Fallens und der Grammatik verstärkt. Dieses typografische Spiel ist sowohl zwingend als auch überraschend, und der Leser fragt sich, wie er in diese Erfahrung geraten ist und wie er wieder herauskommt.
Wenn es um den interreligiösen Dialog geht, ist häuf die Rede vom Konsens, auf den man sich verständigen müsse. In der Realität ist das aber eher ein Problem von wenigen, während die große Mehrheit der Gläubigen längst respektvoll die Unterschiede akzeptiert. Anstatt also einer längst überholten Fantasie von Einheit des Denkens und Glaubens hinterherzurennen und in falsch verstandenem missionarischem Eifer andere zum Umdenken bewegen zu wollen, bemühen sich heute viele in lebhaften Gesprächen um eine menschenfreundliche Interpretation der eigenen wie der fremden Traditionen. Allerdings sind es selten diese liberalen Gläubigen, die das Bild in der Öffentlichkeit bestimmen, sondern zu oft radikal Denkende, die Gehör finden. Dieses Buch ist daher ein Plädoyer und ein Mutmacher für die Gläubigen aller Religionen, dieses Miteinander deutlich sichtbarerer werden zu lassen – in den Debatten wie auch im konkreten Tun.
Über die Regulierung der kleinen Freuden des Lebens
198 pages
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Genießen gilt zunehmend als problematisch. Unser Essen soll von Fett, Zucker und Salz befreit werden. Ab zwei Bier am Tag wird man zum Alkoholiker. Raucher müssen vor die Tür. Beim Sex müssen wir vorsichtig sein. Beim Glücksspiel beschränken wir uns am besten auf Mensch ärgere Dich nicht. Manche Beobachter sprechen von neopuritanischen Zeiten. Genuss erscheint heute als Laster, als unkontrollierbare und behandlungsbedürftige Pathologie. Was steckt hinter diesen Entwicklungen? Wer sind die Akteure? Was steht uns noch bevor? Die Autoren des Sammelbandes hinterfragen die wachsende Regulierung der kleinen Freuden des Lebens.
Eine Frau in Berlin erinnert sich in einem rhythmisierten Monolog an eine große Liebe. Immer dieselbe Szene und immer neue Szenen. Nebenbei entfaltet sich ein Verbrechen, das nur im Internetzeitalter denkbar ist. Oder sie stellt es sich nur vor. In ihrer Vorstellung verschmilzt die Rache des ehemaligen Geliebten mit der Erinnerung an die Verbrechen, von denen die 2. Generation nur aus Geschichtsbüchern und Denkmälern und aus der Literatur weiß.