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Rainer Brunner

    January 1, 1964

    This author delves deeply into the history and doctrine of Twelver Shiism and Sunni-Shiite relations. Their work focuses on understanding the complex theological and historical currents within Islam. Through their academic research, they offer valuable insights into the evolution of Islamic thought and its contemporary manifestations.

    Zeitgenössische islamische Positionen zu Koexistenz und Gewalt
    Die Schia und die Koranfälschung
    Islamstudien ohne Ende
    Mohammed
    • Die Schia und die Koranfälschung

      2., ergänzte und aktualisierte Auflage

      Die konfessionelle Polemik zwischen Sunniten und Schiiten ist fast so alt wie der Islam selbst, mit einer langen Liste von Streitpunkten. Besonders heikel ist der Vorwurf der Koranfälschung, den schiitische Theologen erheben. Sie behaupten, dass sunnitische Gelehrte, die die Textfragmente sammelten, alle Hinweise auf ʿAlī, den Schwiegersohn Muḥammads und ersten Imam der Schia, sowie auf die Familie des Propheten unterdrückt und damit das Wort Gottes verfälscht hätten. Diese Unterstellung war vor allem unter frühen Schiiten verbreitet, wurde jedoch ab der Mitte des 10. Jahrhunderts zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Innnerschiitische Auseinandersetzungen über den Umgang mit heilsgeschichtlichen Quellen führten dazu, dass das Thema immer wieder aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Im späten 19. Jahrhundert markierte der schiitische Gelehrte Ḥusain an-Nūrī aṭ-Ṭabrisī einen Wendepunkt, indem er alle ihm bekannten Fundstellen aus sunnitischen und schiitischen Quellen in einem Buch zusammenfasste. Obwohl er von der Mehrheit der schiitischen Geistlichkeit, die sich von seiner Tradition distanziert, stark angefeindet wird, legte sein Werk die Grundlage dafür, dass der Vorwurf der Koranfälschung im 20. Jahrhundert von sunnitischen Polemikern aufgegriffen wurde und heute einen zentralen Streitpunkt im Islam darstellt.

      Die Schia und die Koranfälschung2023
    • In den letzten Jahrzehnten haben militante Islamisten Gewalt gegen Angehörige anderer Religionen und Muslime unter Berufung auf den Islam gerechtfertigt. Diese Argumentationen finden bei heutigen Muslimen nur begrenzten Anklang, doch die theologische und politische Auseinandersetzung mit diesen Begründungen ist noch weit von einem Konsens entfernt. Der von Tilman Seidensticker herausgegebene Band basiert auf der Fachkonferenz „Islamische Kontroversen zu Koexistenz und Gewalt“, die vom 18. bis 20. September 2008 am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald stattfand. Acht komplementäre Beiträge bieten Erklärungen zur Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer friedlichen Koexistenz von Muslimen und Angehörigen anderer Religionen aus verschiedenen Perspektiven. Im Fokus stehen sowohl gewaltbefürwortende als auch für friedliche Koexistenz eintretende Denker und Gruppierungen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den verwendeten Begründungsmustern: Wie werden Koranverse, Prophetentraditionen und mittelalterliche Urteile ausgewählt und in Argumentationen integriert? Die Diskussionen werden bis in die jüngste Zeit verfolgt, um die Komplexität der Thematik zu beleuchten.

      Zeitgenössische islamische Positionen zu Koexistenz und Gewalt2011