Die Arbeit mit Theorie verändert unsere Wahrnehmung von Welt und Selbst. Eine intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Scheitern, Verantwortung oder Technik beeinflusst unseren Alltag und unsere Beziehungen. Theoretisieren ist kein einseitiger Prozess; Wissenschaftler*innen formen durch Theorie die Welt, während diese auch die Beobachter*innen verändert. Das Verhältnis von Theorie und Leben ist ein dynamisches Wechselspiel, in dem Theorie durch das Leben herausgefordert wird. Diese Provokation bringt neue Perspektiven und fordert die Gültigkeit von Theorien im Alltag heraus. Theorie und Theoretisieren transformieren Selbst-, Welt- und Anderenverhältnisse, und wandeln Individuen in Subjekte, indem sie die Strukturen unseres Denkens und Handelns neu gestalten. Der Sammelband denkt Theorie als Lebendige Theorie, die in konkreten Lebenskontexten verankert ist und sich in den subjektiven Erfahrungen der Träger*innen niederschlägt. Hier stehen nicht nur die Emotionen und Erfahrungen der Theoretiker*innen im Mittelpunkt, sondern auch deren leibliche Verortung in einer materiellen Welt. Die Beiträge aus Erziehungswissenschaft, Philosophie, Soziologie und Kunstwissenschaften erkunden die Lebendigkeit in der Theorie und deren Spuren im Leben. Sie zeigen Wege zur empirischen Entdeckung und reflexiven Analyse Lebendiger Theorie und beleuchten das Verhältnis von Leben und Theorie aus verschiedenen Perspektiven.
Selma Haupt Books
