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Heike Flemming

    Der Betrachter. Aufzeichnungen 1991-2001
    • Der Betrachter. Aufzeichnungen 1991-2001

      • 256 pages
      • 9 hours of reading

      Imre Kertész, Nobelpreisträger für seinen "Roman eines Schicksallosen", arbeitete bis kurz vor seinem Tod im März 2016 an seinem letzten Buch, dem Schlussstein seines autofiktionalen Schaffens. Bei Kertész sind Werk und Tagebuch eng miteinander verknüpft; seine veröffentlichten Tagebuchauszüge sind existentielle Literatur. Den Anfang machte sein "Galeerentagebuch", das seine 30-jährige Isolation im sozialistischen Ungarn dokumentiert. 2013 folgten die Aufzeichnungen "Letzte Einkehr" aus dem Zeitraum 2001 bis 2009, als er Berlin zu seiner Wahlheimat machte. "Der Betrachter" schließt die Lücke zwischen diesen beiden Tagebüchern und behandelt die Jahre nach der europäischen Wende, in denen Kertész eine späte Anerkennung seines Schaffens erfuhr, besonders in Deutschland und Westeuropa. Diese Zeit war auch geprägt von aufkeimendem Nationalismus und Antisemitismus in Ungarn. Reflexionen über den Epochenwechsel, das Judentum und seine ungeliebte Rolle als öffentliche Person durchziehen die Aufzeichnungen. Besonders berührend sind die Passagen über den Abschied von seiner langjährigen Lebensgefährtin Albina, die 1995 starb. Mit "Der Betrachter" vollendet Kertész’ Tagebuchreihe zu einer Trilogie, die seine monumentale Entwicklung als Denker und Schriftsteller dokumentiert.

      Der Betrachter. Aufzeichnungen 1991-2001