Was ist und wie geschieht Versöhnung? Martin Leiner hat die Versöhnungsforschung maßgeblich geprägt. Als Gründer des Jena Center for Reconciliation Studies an der Friedrich-Schiller-Universität Jena fungiert er als Brückenbauer und Netzwerker über universitäre Grenzen hinweg. Das Zentrum zeichnet sich durch Schwerpunkte in der vergleichenden Konflikterforschung und der Untersuchung globaler Versöhnungsprozesse aus, unterstützt durch akademische Impulse und die Einbeziehung internationaler Doktoranden und Gastdozenten. Die vorliegende Festschrift feiert Martin Leiners 60. Geburtstag und versammelt Beiträge von Theologen, Philosophen, Religionspädagogen und Versöhnungstheoretikern. In einem transdisziplinären Dialog wird das Thema Versöhnung aus theologischer Perspektive beleuchtet, was die vielfältige Tätigkeit des Jubilars widerspiegelt. Die Beiträge reichen von Erfahrungsberichten über religionspädagogische Erziehung zur Versöhnung bis hin zu Hannah Arendts Verständnis von Vergeben, der Sündevergebung in der jüdisch-christlichen Tradition und der erkenntnistheoretischen Toleranz als Grundlage der Ökumene. Auch Themen wie wertschätzende Wahrnehmung, Selbstliebe und die Diskussion um Werte in Politik, Philosophie und Theologie werden behandelt. Der Sammelband bietet somit einen umfassenden Überblick über aktuelle Herausforderungen und Chancen in der Versöhnungsforschung.
Matthias Gockel Books





Spätestens als das Bundesverfassungsgericht im Frühjahr 2020 in einem aufsehenerregenden Urteil das Recht des Einzelnen auf selbstbestimmtes Sterben hervorhob, entbrannte die Diskussion um die Sterbehilfe neu. Doch noch immer verstellen Ängste und Unsicherheiten den Blick, wenn es um die letzten Dinge geht. Aktive, passive und indirekte Sterbehilfe, Tötung auf Verlangen, assistierter Suizid – was hat es mit diesen Begriffen auf sich? Wie sieht die Rechtslage aus; was ist erlaubt, was ist verboten? Wo endet Autonomie? Vermag eine zunehmend wirksamere Palliativmedizin Sterbehilfe überflüssig zu machen? Und welche Vorkehrungen für ein Sterben in Würde kann jeder für sich treffen? Antworten auf solche und andere Fragen enthält dieses Buch.
Karl Barth (1886-1968) hat die Theologie in Deutschland und anderswo geprägt wie kaum ein anderer seiner Generation - nicht nur in der Adaption durch seine Schülerinnen und Schüler, sondern auch in radikaler Ablehnung und kritischer Auseinandersetzung mit seiner Theologie und deren Themen. Auch über den deutschen Sprachraum und den Protestantismus hinaus hat Barth wirksam Spuren in Theologien und Kirchen hinterlassen. In diesem Band beleuchten Forscherinnen und Forscher aus Deutschland, den Niederlanden, Tschechien und der Schweiz das Spektrum der Auseinandersetzung mit Barth vom Sozialismus bis zum Liberalismus, von konfessioneller bis interkultureller Theologie, im Kontext autobiographischer Zugänge und im Gespräch mit Zeitgenossen des großen Schweizer Theologen.
Was am Ende möglich ist
Wie ein gutes Sterben gelingen kann | Ein Palliativmediziner erzählt
Blasphemie
Anspruch und Widerstreit in Religionskonflikten
Seit zwei Jahrzehnten lässt sich eine irritierende Wiederkehr des Blasphemievorwurfs beobachten. Man denke etwa an den dänischen Karikaturenstreit oder den Terroranschlag auf Charlie Hebdo 2015 in Paris. Die entsprechenden politischen und juristischen Debatten betreffen gegenwärtig insbesondere Blasphemieparagraphen in den Rechtsordnungen. Doch das Phänomen der Blasphemie ist facettenreicher, als es dabei oft wahrgenommen wird. Denn „Blasphemie“ ist kein objektiv vorliegender Tatbestand, sondern entspricht einem komplexen Deutungsmuster, das religionsspezifisch und interreligiös unterschiedliche Ausprägungen erfahren hat. Der vorliegende Sammelband reflektiert das Phänomen der Blasphemie in Geschichte und Gegenwart in einem multiperspektivischen Zugang. Die Thematik wird sowohl im Kontext von Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus als auch im Kontext von Jurisprudenz und Kunst aus der Sicht verschiedener Wissenschaftsdisziplinen analysiert.