Kinder, die langfristig in Pflegefamilien leben, benötigen ein stabiles und kontinuierliches Erziehungsumfeld, da sie oft bereits Erschütterungen in der Beziehung zu ihren Eltern erlebt haben. Vor der Unterbringung in Pflegefamilien sind häufig ambulante Hilfen gescheitert, und es gab wiederholte Wechsel von Bezugspersonen, ohne dass sich die Situation in der Herkunftsfamilie verbessert hat. Viele dieser Kinder haben aufgrund von Vernachlässigung, Misshandlung oder anderen traumatischen Erlebnissen zusätzliche Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Die Bewältigung dieser Herausforderungen kann durch positive Bindungs- und Sozialisationserfahrungen in Pflegefamilien unterstützt werden. Allerdings führt das ständige Infragestellen ihres Verbleibs in der Pflegefamilie zu großer Verunsicherung. Diese Unsicherheit birgt das Risiko, dass die erhoffte Verbesserung der Lebenssituation und die Verarbeitung erlittenen Schadens nicht gelingen. Die Autoren und Autorinnen aus verschiedenen Fachdisziplinen beleuchten, wie die Stärkung von Pflegekindern gelingen kann. Mit Beiträgen von Fachleuten wie Caroline Boyle, Mériem Diouani-Streek, Peter Hoffmann und anderen wird ein umfassender Einblick in die Herausforderungen und Chancen für Pflegekinder gegeben.
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Jahrbuch des Pflegekinderwesens - 6: Wie Pflegekindschaft gelingt
- 278 pages
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Mehr als 40.000 Kinder mussten von den Jugendämtern im Jahr 2012 in Obhut genommen werden, da sie in ihrer Familie akut gefährdenden Situationen - zumeist körperlichen, seelischen und sexuellen Misshandlungen sowie Verwahrlosung - ausgesetzt waren. Häufig erlitten sie massive Traumatisierungen. Die Lebensperspektive von Kindern, die nicht in ihre Ursprungsfamilie zurückkehren können, ist nicht selbstverständlich gesichert und bedarf einer gesonderten Hilfe und Unterstützung: Sie können einen Neuanfang in Pflegefamilien finden. Wie kann eine solche Pflegekindschaft gelingen? Die Beiträge aus Theorie und Praxis des Familienrechts, der Psychologie, der Sozialarbeit und der Erziehungswissenschaft in diesem Titel zeigen, dass sich eine gezielte Vermittlung, eine qualifizierte Begleitung und Unterstützung der Pflegefamilie sowie eine am Kind orientierte Haltung und Vorgehensweise aller Beteiligten immer wieder erkennbar bewährt. Das Buch dokumentiert, wie wichtig die Mitwirkung und das Engagement von Pflegeeltern und allen anderen Beteiligten sind, um die Integration von Kindern in neue Familienbeziehungen erfolgreich zu gestalten. Mit Beiträgen von Mériem Diouani-Streek, Heinzjürgen Ertmer, Michael Greiwe, Stefan Heilmann, Peter Hoffmann, August Huber, Christine Köckeritz, Katrin Lack, Christoph Malter, Ludwig Salgo, Annette Tenhumberg, Barbara Veit, Arnim Westermann, Gisela Zenz.