Die jährlichen Auszüge aus dem Bundesarztregister zeigen eine Verschiebung in der Zusammensetzung der Leistungserbringer im ambulanten Sektor: Der Anteil angestellter Ärzte steigt, insbesondere seit 2004 durch Medizinische Versorgungszentren, während die Zahl der niedergelassenen Ärzte abnimmt. Diese Abhandlung analysiert die Gründe, warum Ärzte eine ambulante Berufsausübungsart wählen, wobei der Fokus auf der ambulanten Anstellung liegt, während die Niederlassung als Kontrast dient. Ein Mixed-Methods-Ansatz wurde gewählt: Zunächst erfolgte eine qualitative Erhebung zur Entwicklung einer Theorie über das ambulante ärztliche Berufsausübungsverhalten. Dabei wurden verschiedene Arzttypen für Anstellung und Niederlassung betrachtet, um relevante Einflussfaktoren auf die Berufswahl zu identifizieren. Diese Faktoren wurden in einer anschließenden quantitativen Befragung überprüft. Aus handlungstheoretischer Sicht wird die ambulante Anstellung als vorübergehendes Phänomen zum Risikomanagement definiert, während die Niederlassung als Möglichkeit zur Chancenverwirklichung beschrieben wird. Dies eröffnet sowohl Chancen zur Klassifizierung von Zielgruppen für verschiedene Berufsausübungsarten als auch praktische Implikationen für Ärzte, anstellende Einrichtungen und Intermediäre im ambulanten Sektor.
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- 2023