Kaum ein umwandlungsrechtliches Thema hat seit Inkrafttreten des Umwandlungsgesetzes 1995 eine derartige Entwicklung durchlebt wie die Anteilsgewährung. In Krisenzeiten stehen die Bedürfnisse der Praxis nach Strukturoptimierung und Kostenminimierung im Vordergrund. Die vermeintliche Pflicht zur Gewährung von Anteilen und die Reichweite ihrer Ausnahmen sind umstritten. Die Arbeit untersucht die sachgerechte Ausgestaltung des Grundsatzes der Anteilsgewährungspflicht im Umwandlungsrecht, analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen bei Verschmelzungen und Spaltungen und prüft deren Praxistauglichkeit. Eine kritische Bestandsaufnahme der Ausnahmen von der Anteilsgewährungspflicht wird ebenfalls vorgenommen. Die Untersuchung verfolgt sowohl einen dogmatischen als auch einen rechtstatsächlichen Ansatz und integriert historische Erkenntnisse sowie rechtspolitische Vorschläge. Eine umfassende empirische Studie analysiert die Umsetzung des Umwandlungsrechts in der Praxis, basierend auf allen Verschmelzungs- und Spaltungsvorgängen des Jahres 2019 in Baden-Württemberg und Thüringen. Erkenntnisse zur Verteilung der Umwandlungsarten, zu beteiligten Rechtsträgern und deren Verhalten sowie zur Art der Gegenleistung werden abgeleitet. Zudem werden Schwächen der gesetzlichen Ausgestaltung identifiziert. Abschließend wird ein Vorschlag für eine praxisgerechte Anpassung des geltenden Rechts unter Berücksichtigung der UmRUG-Neuregelung präsentie
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