50 Jahre nach Kriegsende ist es an der Zeit, die Lebenssituation von Frauen vor, während und nach dem Krieg zu betrachten. Häufig werden nur die Trümmerfrauen erwähnt, doch der vorliegende Band beleuchtet ein viel breiteres Spektrum. Im Fokus steht die Situation von Frauen, die nach den Emanzipationsansätzen der 20er Jahre in ein nationalistisch geprägtes Frauenbild gedrängt wurden, oft auch zustimmend. Zudem wird die Rolle der Frauen als tragende Säulen der Gesellschaft in Abwesenheit der Männer thematisiert. Auch die Lebensverhältnisse jüdischer Frauen, Frauen im Widerstand sowie Zwangs- und Fremdarbeiterinnen werden nicht vergessen. Der übergreifende Diskurs zur feministischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus stellt eine besonders umstrittene Fragestellung dar. Der Reader dokumentiert Beiträge eines Symposiums, das 1995 von der Frauenbeauftragten der Stadt Mannheim veranstaltet wurde. Themen sind unter anderem der Beitrag von Frauen zum Nationalsozialismus, die Lebensbedingungen von Sinti- und Roma-Familien, die Rolle von Frauen in der Rüstungsindustrie, der Widerstand jüdischer Frauen sowie die nationalsozialistische Bevölkerungs- und Rassenpolitik. Auch die Fragen nach der Rolle von Frauen im NS-Staat und in der Nachkriegszeit werden behandelt.
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