»Frech wie Oskar« ist der Bearbeitungsversuch einer fiktionalen Dokumentation über die Begegnung eines Straßenkindes aus extrem prekären Verhältnissen in Kolumbien und einem über dreißigjährigen Mann aus der deutschen Mittelschicht auf seiner Reise durch Südamerika. Der Text versucht, die unterschiedlichen Ausgangssituationen der beiden Protagonisten darzustellen und sich dem schwierigen Prozess ihres Kennenlernens anzunähern. Der erste Teil beschreibt die Situation des Straßenkindes und des Gringos in Bogota und Kolumbien. Der zweite Teil protokolliert über sieben Jahre den Entwicklungs- und Lernprozess des Straßenkindes und seines neuen Vaters in Deutschland bis zum Abitur des Jungen. Nachdem es gelungen war, ihn zwei Jahre nach ihrem Kennenlernen in Bogota, als Sohn des Gringos nach Frankfurt zu holen. Die Handlung entspricht den tatsächlichen Ereignissen. Die Namen sind geändert und die Abläufe gestrafft. Der Text eignet sich bereits für Jugendliche ab 15 Jahren, da er einen Sozialisationsrahmen absteckt, der sie sehr unmittelbar betrifft, und ihnen die Möglichkeit der Empathie eröffnet.
Dietrich Rauch Books




Samson springt
- 228 pages
- 8 hours of reading
Der Entwicklungsroman folgt einem kleinwüchsigen Protagonisten, der sich von der Isolation durch seine Mutter befreit und sein Leben selbst in die Hand nimmt. Nach dem Abitur zieht er in eine eigene Wohnung, arbeitet als Nachhilfelehrer und trainiert, um sein Selbstwertgefühl zu stärken. Auf seinem Weg begegnet er besonderen Menschen, die ihn inspirieren. Der Handlungssprung in die Zukunft zeigt Samson als erfolgreichen Artist und Schauspieler, der jedoch vor den Herausforderungen seines glamourösen Lebens flieht. Rückblenden enthüllen seine Reise nach Amerika mit seinem Freund Ringo.
Ein grauer nebliger Herbsttag, nicht lange vor der Bundestagswahl 2021 in Berlin, ein Auto im Wald, ein Schatten und Warten, endloses Warten. Ein arabischer Clan, ein Terrorist und die Staatsmacht, die sich im eigenen Haus mit widerstreitenden Gruppen auseinandersetzen muss, stehen sich im Kampf um die Verhinderung eines gefährlichen Anschlags in Berlin unerbittlich gegenüber. In scharf geschnittenen Szenenwechseln werden Milieu, Arbeitsweisen und die persönlichen Geschichten, Hintergründe und Beweggründe der Protagonistinnen und Protagonisten aufgezeigt. Diese Jagd fördert all ihre Abgründe zu Tage.
Früher wäre ich nackt durch den Regen gelaufen
- 450 pages
- 16 hours of reading
Frankfurt. Vater und Tochter beim Italiener um die Ecke. Leila bestellt Pizza. Johannes nimmt Lasagne. Es schmeckt. Das abendliche Leben ist in Ordnung. Und plötzlich ein Wärmegewitter. Sturzbäche ergießen sich mit einer nicht erwarteten Schnelligkeit. Menschen suchen Schutz. Das Lokal quillt über. Es wird laut. Blicke richten sich gen Himmel. 'Früher wäre ich nackt durch den Regen gelaufen', sagt Johannes, und seine Gedanken überqueren längst vergangene Jahrzehnte: Sommer, Sonnenschein, mit Felix, seinem jüngeren Lebenspartner, den er abgöttisch liebt. Herbst, Spätherbst, mit Freunden und deren Beziehungsproblemen, diskutierend. Das nächste Jahr beginnt, ein neuer Frühling kommt, beim einen keimen Hoffnungen, andere trifft das Leid. Alle Beteiligten werden mit Veränderungen konfrontiert. Das Älterwerden in der Großstadt am Main hinterlässt Spuren. Nicht nur bei Johannes, dem Dozenten an der Kunsthochschule. In seinem Umfeld reihen sich Glückserfahrungen an Ent-täuschungen. Jemand verliert die Liebe, ein anderer findet sie unerwartet. Und Felix, Lektor in einem renommierten Verlag, verirrt sich immer tiefer in die Geschichte seines ersten eigenständig lektorierten Manuskriptes. Wahrheit und Fiktion überlappen sich. Ein Geflecht von Intrigen, Hass und Wut breitet sich zwischen den Akteuren aus. Es braut sich etwas zusammen. 'Ja, früher.', wiederholt Johannes, und die Konventionen haben ihn längst erreicht. In seinem Debütroman erzählt Dietrich Rauch mit lakonischer, zugleich detailreicher Stilistik das Leben einer außergewöhnlichen Familie und deren Freunde, die über Beziehungen, Sehnsüchte und Erwartungen stolpern und in der heutigen Großstadt ihre Identität suchen. Seine Geschichte ist eine Studie über Ängste und Agonie des Alterns, ein Traktat über das Ausgeliefertsein an die Zeit, die vergeht, immer präsent ist und doch niemals fassbar.