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Stephan Ozsváth

    Puszta-Populismus
    Tschuschenaquarium
    • Tschuschenaquarium

      Auf Tauchgang bei Wiener Typen

      Für den bosnischen Germanisten ist Wien „die letzte Hauptstadt Jugoslawiens“, für den serbischen Literaturwissenschaftler „ein Dorf“, für die bulgarische Künstlerin längst „Heimat“. Der eine wuchs „mit Roma auf“, die andere kämpfte mit dem „N-Wort“ aufgrund ihrer Hautfarbe. Der Piefke fand Gleichgesinnte, um die deutsche Fußballmannschaft ohne Häme zu unterstützen. Sie alle sind Teil des Tschuschenaquariums – einem Wiener Spottwort für Schwimmbäder mit hohem Migrantenanteil. Der Tschusch, einst ein Schmähwort für den Jugo, ist zur Chiffre für Fremde geworden. Doch wer ist Einheimischer, wer Fremder? Fast jeder zweite Wiener ist zugewandert – als Gastarbeiter, Glücksritter oder Flüchtling. Auch Stephan Ozsváth kam aus Berlin nach Wien und blieb. Seine Wurzeln reichen bis nach Ungarn und Rumänien. Als ehemaliger Südosteuropa-Korrespondent unternimmt er Expeditionen zu schillernden Persönlichkeiten. Für ihn ist Wien ein Tschuschenaquarium, in dem zwanzig Portraits von Wiener Typen exemplarisch für den kulturellen Schmelztiegel stehen. Menschen aus 200 Nationen leben hier, und die Völkermischung ist das Normal-Null dieser multikulturellen Stadt. Über QR-Codes können Leser in ein Kaleidoskop von Geschichten und Klängen eintauchen, das die Vielfalt Wiens widerspiegelt.

      Tschuschenaquarium
    • Puszta-Populismus

      Viktor Orbán - ein europäischer Störfall?

      • 200 pages
      • 7 hours of reading

      Als Viktor Orbán 2010 die Wahl in Ungarn gewann, sprach er von einer „Revolution an der Wahlurne“. Seitdem hat der Rechtspopulist die Institutionen auf seine Machtbedürfnisse zugeschnitten und strebt an, auch die EU zu verändern. Trotz Korruptionsskandalen bleibt Orbán in der Wählergunst unangefochten. Der Autor Stephan Ozsváth analysiert, warum Orbán so erfolgreich ist: Seine populistische Rhetorik spielt meisterhaft mit Ängsten und nutzt nationale Mythen und Rollenbilder. Er bedient sich Symbole wie dem Mythenvogel Turul und inszeniert sich als Anführer einer Nation von Freiheitskämpfern, die sich gegen ausländische Mächte wehren. Orbán kombiniert Globalisierungskritik, Anti-Establishment-Parolen und antisemitische Verschwörungstheorien. Während der Flüchtlingskrise stellte er sich als Verteidiger des Christentums dar und Ungarn als Bollwerk gegen Muslime, was Ängste schürt und auch in anderen europäischen Ländern Anklang findet. Aus einem liberalen Revoluzzer wurde ein Politiker, der einen illiberalen Staat errichtet und die EU von innen angreift. Orbán wettert gegen „Brüsseler Bürokraten“ und sieht sich als Vorkämpfer einer anti-liberalen Bewegung. Seine Kampagnen gegen Flüchtlinge und die ständige Schaffung eines Erregungszustands spalten die ungarische Gesellschaft. Orbán wird zum Vorbild für europäische Populisten, sein illiberaler Staat dient als Blaupause.

      Puszta-Populismus