Kammermusik
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Im ehernen Maß der zehnmal vier Gedichte, jedes nach dem strengen Gesetz der Ode gebaut, lotet Josef Weinheber Schritt für Schritt das Wesen des Menschen aus.Aus den formvollendeten Versen spricht die leidende und kämpferische Gesetzlichkeit menschlicher Existenz angesichts der zu Verzweiflung Anlaß gebenden Stellung zwischen Göttern und Dämonen.Schon lauern die Unteren, aber nah sind die Götter. Durch Angst und Grauen muß hindurch, wer zur ewigen Ordnung gelangen will. Hart neben der heiteren Hölle gähnt drohend der Abgrund. Kampf bestimmt das Dasein, Kampf zwischen Geist und Leben, Kampf auch zwischen Mann und Weib."In diesem Werk siegt die Form über das Formlose, die Ordnung über das Chaos. Die letzte Erlösung vor dem Gespenst der Vergeblichkeit bringt das Wort. Wieder wird Weinheber zum Künder der Würde des Wortes. Für ihn liegen in der Sprache Schicksal, Vergangenheit und jeglicher geistiger Besitz eines Volkes aufbewahrt und beschlossen." (Adalbert Schmidt)VerlagNiederösterreichischesPressehaus
Ein erbauliches Kalenderbuch für Stadt- und Landleut, Herausgegeben von C. Fackelmann
Adel und Untergang - Gedichte - bk893; Hoffmann & Campe Verlag; Josef Weinheber; Paperback; 1978
142 Gedichte umfassen die "Dokumente des Herzens", vom Dichter selbst ausgewählt aus dem lyrischen Gesamtwerk. Von "Der einsame Mensch" (1920) bis zu "Hier ist das Wort", dem Werk, das posthum erschien (1947), spannt sich der zeitliche Rahmen - ein Vierteljahrhundert lyrischen Schaffens.Welchen Stellenwert Weinheber dieser Auswahl beimaß, geht aus einem Brief an Martin Sturm hervor, geschrieben zu Kirchstetten, datiert vom 3. März 1945:"Die Auswahl ist sehr stark auf Melos gestellt, in der Richtung auf das Reine Gedicht hin. Ich habe, wenn ich inmitten der Schrecken, die uns auferlegt sind, in dem Buch blättere, ein ruhiges Gefühl: Daß das innere Deutschland so lange lebt, als solche Dokumente des Herzens dargestellt werden und einer 'Gemeinschaft der Heiligen' Trost zu sein vermögen."Kein guter Stern stand über diesem Band. Im Jänner 1944 verbrannte die Erstauflage, noch ehe sie ausgeliefert werden konnte, bei einem Luftangriff auf Leipzig: 40.000 Exemplare fielen den Flammen zum Opfer, zur psychischen Krise des Dichters trat wirtschaftliche Not. Als die "Dokumente des Herzens" Ende Februar des Jahres 1945 dann doch noch erschienen, warf die Katastrophe ihre Schatten bereits voraus: Das Land, dessen Sprache Weinheber so sehr liebte, lag in Trümmern; wenig später schied auch der Dichter aus dem Leben.
„Hier ist das Wesen Wiens in Wien eingefangen, das Wesen einer Menschen, ihr Denken und Fühlen, die Luft dieser Stadt, ihr Ton und der Rhythmus ihres Lebensablaufes: Wien wie es war und wie es ist.“ Wien und die Wiener „Die Musikalität der Weinheberschen Lyrik, die bezwingenden Kraft des Rhythmus´ sind einzigartig.“ Die Tagespost, Augsburg
Jahrbuch des Nationalgeschehens