Sätze, die die Welt verändern
Eine Gedankenreise von Sokrates bis Nietzsche






Eine Gedankenreise von Sokrates bis Nietzsche
Es gibt diese Sätze, die jeder kennt. Kein Wunder, dass sie unser Weltbild bis heute beeinflussen. Nur: Kaum jemand weiß, woher sie stammen, wie sie ursprünglich gemeint waren – und was ihnen im Laufe der Zeit zugestoßen ist. Bruno Preisendörfer begibt sich auf eine erstaunliche und spannende Spurensuche. Berühmten Zitaten geht es oft wie literarischen Figuren: So wie diese ihren Herkunftsbüchern entlaufen, verlassen jene ihre Entstehungskontexte und beginnen bei ihrer jahrhundertelangen Wanderung durch die Köpfe der Menschen ein Eigenleben. Manche werden dabei fett vor Bedeutungen, die sie ursprünglich gar nicht hatten, andere magern bis zur Bedeutungslosigkeit ab. Manchmal richtet das kaum Schaden an, wie bei der Behauptung, über Geschmack ließe sich nicht streiten; die Konsequenzen können jedoch auch äußerst unheilvoll sein, wie bei Darwins »Überleben des Stärksten«; mitunter wird ein Satz auch einem Autor untergeschoben, obwohl der ihn nie geschrieben hat. Von wem stammt noch gleich »Zurück zur Natur« …? Immer wieder schlägt Preisendörfer elegante Haken zu Kuriosem und Unerwartetem. So wird sein Buch zu einem ebenso lehrreichen wie unterhaltsamen Wunderding irgendwo zwischen philosophischem Handbuch, historischem Panoptikum und zeitdiagnostischem Essay.
Reise in die Bismarckzeit
"Als sich Wilhelm I. - von Bismarck dazu gedrängt - 1871 zum Kaiser krönen ließ, war ›sein‹ Berlin noch »die einzige europäische Großstadt, in welcher wir tagtäglich an den Ufern stinkender Rinnsteine wandeln« - Kanalisation gab es nicht. Als 1890 Bismarck ging, waren 144 Kilometer an Kanälen gebaut und 584 Kilometer an Rohrleitungen verlegt. Was das für die Nasen der Bewohner und die Bewegungsfreiheit des Verkehrs bedeutete, kann man in Bruno Preisendörfers Buch nachlesen. Ähnlich ging es überall. In unglaublicher Geschwindigkeit wurden Tausende Kilometer Eisenbahnlinien, Strom- und Telegraphenleitungen verlegt, Fabriken gebaut, die Bevölkerung vervielfachte sich. Das Gefälle zwischen Reich und Arm wuchs enorm, alte Arbeits- und Familienstrukturen sowie Wertesysteme zerbrachen. In Bruno Preisendörfers Zeitreise spazieren wir durch die Wilhelmstrasse und lernen Haus für Haus ihre Bewohner kennen, besuchen Cafés, Ateliers und Tanzpaläste genauso wie Fabriken, Amtsstuben und Hinterhöfe. Wir zuckeln mit der Bahn in 16 Stunden von Berlin nach Köln, erleben, wie die ersten sechs Mädchen zum Abitur zugelassen werden und wie mit Franziska Tiburtius die erste Ärztin eine Praxis aufmacht. Wir tafeln mit Fontane, gehen mit Ferdinand Lasalle zum Duell, mit Marx zur Arbeiterversammlung, mit Bismarck in den Krieg und mit dem Kaiser zur Krönung."--Provided by publisher
Wie die Familie Bach im Alltag lebte, Händel sich kurieren ließ und Telemann sein Geld anlegte: Bruno Preisendörfers Zeitreise führt in die Zeit der Fürstenfeste und Bauernhochzeiten, der Stadtpfeifer und Bierfiedler, der Kaffeehäuser und Kastraten - nämlich ins Barock.Das Deutschland, in das wir diesmal mit Bruno Preisendörfer reisen, war erfüllt von der Musik tausender Hoforchester, Kirchenorgeln und Chöre, ob zur Unterhaltung des Adels, zu jedem Gottesdienst oder auf den Dorffesten der einfachen Leute - immer wurde gefiedelt, geflötet und getrommelt. Und es wurde komponiert: Musik, die bis heute weltweit die Menschen beeindruckt und berührt. Bruno Preisendörfer nimmt uns mit in das Leben der Menschen im Barock, in die Zeit der großen Komponisten Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann.Wir tauchen ein in den Alltag der Leute, erfahren von ihren Freuden und Lastern. Beinahe alle großen Themen des Lebens finden sich in diesem Buch - wie wurden etwa Ehen angebahnt, wer durfte überhaupt wen heiraten und wie hielt man es mit der Kindererziehung? Auch die neuesten Moden und Erfindungen der Zeit kommen nicht zu kurz: Gebratene Singvögel zum Abendessen, Blumenzwiebeln als Spekulationsobjekte, Tabak für die Männer, Kaffee für die Frauen, Tanz, Bier und Schnupftabak für alle. Und immer spielt die Musik, mit ihren verschiedenen Vorzeichen zwischen religiösem Pflichtbewusstsein, Dienstbarkeit gegenüber dem Adel und einfachem Vergnügen, eine Hauptrolle.
Eine Zeitreise von 1950 bis morgen
Bestsellerautor Bruno Preisendörfer unternimmt eine Zeitreise, um die Philosophie der Alltagsgegenstände und deren Einfluss auf unser Leben zu erkunden. Im Jahr 1963, als der junge Bruno seinen ersten Schulweg antrat, war sein Schulranzen mit einem Wischläppchen für die Schiefertafel ausgestattet. Damals rechnete man mit Stift und Rechenschieber, Musik wurde im Radio oder auf LP gehört, und nur 14% der Bevölkerung besaßen ein Telefon – die Preisendörfers gehörten nicht dazu. Auch ein Fernseher oder eine Schreibmaschine fehlten in ihrem Zuhause. Mit einer Mischung aus Irritation, Faszination und Staunen reflektiert Preisendörfer die rasante Entwicklung seines Alltags über die Jahrzehnte. Dabei wechselt er zwischen Nostalgie und Neugier, stets im Bewusstsein, dass jede Zukunft bald zur Vergangenheit wird. Preisendörfer beleuchtet mit scharfsinnigem Blick und stilistischer Raffinesse, wie Kulturtechniken das Leben der Menschen beeinflussen. Wenn die Familie um einen Fernseher versammelt ist, lebt man anders, als wenn jeder ein Tablet hat; das Musikhören mit physischen LPs unterscheidet sich grundlegend vom Streaming; und mit der Verbreitung von Handys entfällt der Kampf um das einzige Telefon.
Reise in die Lutherzeit
Mit Luther auf die Wartburg und Berlichingen auf Raubzug … Der Autor des Spiegelbestsellers »Als Deutschland noch nicht Deutschland war« präsentiert eine Zeitreise in Luthers Deutschland. Im Frühling 1547, nur ein Jahr nach Luthers Tod, wurden die Türme der Stadtkirche St. Marien in Wittenberg für die Verteidigung gegen die Landsknechte Karls V. vorbereitet. Die Stadt wurde friedlich übergeben, und Luthers Leichnam blieb unberührt, trotz Forderungen, ihn zu verbrennen. Die Türme erhielten neue Spitzhelme, und erst 1910 fand man eine Chronik von Philipp Melanchthon, die die bewegte und zukunftsweisende Zeit dokumentiert. Bruno Preisendörfer lässt uns Luthers und seiner Zeitgenossen Leben miterleben, von ihrem öffentlichen Wirken bis hin zu ihrem Alltag. Wir überfallen mit Götz von Berlichingen Nürnberger Kaufleute und erleben Belagerungen. Bei den Fuggern in Augsburg und den Welsern in Venezuela machen wir uns die Hände schmutzig. Albrecht Dürer malt, Hans Sachs verfasst Gedichte, und Luthers Frau Katharina führt den Haushalt, während wir mit ihr vor der Pest fliehen. Wir erfahren von den mühsamen Alltagsaufgaben, vom Kochen bis zur Kleiderbeschaffung, schließen uns Landsknechten an, proben mit Bauern den Aufstand, hören den Predigern zu und fürchten das Jüngste Gericht.
Eine Reise in die Goethezeit
Mit dem Fahrstuhl in die Goethe-Zeit. Wer mit Bruno Preisendörfer als Zeitreisender unterwegs ist, steht z. B. am 7.11.1775 morgens um fünf in Weimar vor dem Haus eines Kammergerichtspräsidenten namens von Kalb und sieht zu, wie Goethes Kutsche über das Pflaster rollt. Er wird zwischen die Bauernkinder in die Bänke einer Dorfschule gesteckt, geht an die Universität, um Kant und Fichte zu lauschen, etwaige Verständnis-schwierigkeiten müssen ihm nicht peinlich sein, es ging den Zeitgenossen ebenso. Aber der Zeitreisende erlebt auch handfeste Abenteuer, übersteht mit dem jungen Eichendorff einen Schiffsunfall auf der Oder und sieht aus E. T. A. Hoffmanns Eckfenster am Gendarmenmarkt Berlin brennen. Vielleicht schleicht er auch in den Anatomiesaal von Jena, wo die Selbstmörderinnen obduziert werden, die in Weimar in die Ilm gegangen sind. Bruno Preisendörfer hat sich durch Hunderte von Büchern gelesen, Romane, Selbstzeugnisse, Briefe und Tagebücher. Er nimmt den Leser mit auf eine große Reise in die Goethezeit und man erlebt, wie das Leben damals wirklich war.
Eine Streitschrift
Im Gegensatz zu Akademikerkindern besuchen nur wenige Kinder bildungsferner Schichten weiterführende Schulen. Ausgehend von diesem noch immer aktuellen Missstand analysiert das Buch 65 Jahre bundesdeutsche Bildungsrealität – vom ›Sputnikschock‹ Ende der 1950er-Jahre bis hin zum ›PISA-Schock‹ im Jahr 2000 und zu den ›Rütlischulen‹ in heutiger Zeit. Aus einer bildungsfernen Arbeiterfamilie stammend berichtet der Autor mit Verve zugleich von den Hürden, Hoffnungen und Nöten in Schule und Universität. Ob Autobiographie, Streitschrift, faktenreiches Sachbuch oder geschliffener Essay: Dieser fulminante Bildungsroman der Bundesrepublik Deutschland sorgt für Kontroversen, als wichtige Wortmeldung in der Debatte um Chancengleichheit und die Zukunft unseres Bildungssystems.
Dies ist Emilios Geschichte, bizarr wie die Psychoanalyse, spannend wie ein Kriminalroman, komisch wie das Leben, traurig wie der Tod, unwahrscheinlich wie die Auferstehung. Fifty Blues erzählt von den sonderbaren Erlebnissen eines Psychoanalytikers in den ersten Tagen nach seinem 49. Geburtstag. Erst nachdem die Widerstände überwunden sind, lüftet sich sein Geheimnis: eine schwere Verfehlung gegenüber einer Patientin. Die assoziative Art des Erzählens folgt den von Freud beschriebenen Mechanismen der Traumarbeit. In einem ironischen, humorvollen, sarkastischen und manchmal melancholischen Ton webt der Autor in fünfzig Kapiteln zu jeweils fünf Seiten eine Geschichte rund um die grundlegenden Themen menschlichen Daseins. So verschieben sich die Grenzen der Realität: der Traum als Leben oder das Leben als Traum?
„Viel gelebt und wenig geschrieben! Besser als umgekehrt.“ Dieser wagemutige Klassiker und erste Reporter Deutschlands hat mehr erlebt als viele seiner Zeitgenossen. Als hochbegabtes Bauernkind gefördert, erlebte er das Unglück, als mittelloser Stipendiat Student zweiter Klasse zu sein. Zwangsrekrutiert, wurde er in den Krieg nach Amerika verschifft, desertierte dreimal und wurde zweimal gefangen genommen. Den polnischen Aufstand in Warschau überlebte er nur mit Glück, versteckt und hungernd. Berühmt wurde er durch eine waghalsige Reise: 1801 brach er ohne Geld zu Fuß nach Syrakus auf. Während seiner Wanderung wurde er überfallen und ausgeraubt. Nach seiner Rückkehr schrieb er „Der Spaziergang nach Syrakus“, die erste große Reportage Deutschlands, die viele Nachahmer inspirierte. Auch andere Werke wie „Schreiben aus America“, „Aufstand in Polen“, „Mein Sommer“ und „Mein Leben“ zeigen seine ungenierte, direkte und offene Schreibweise, die nicht selten als unbequem empfunden wurde. Viele Schriften waren verboten. Seume war ein Mann, der sich aussetzte und darüber schrieb, ein Mensch von unten, der kam, sah und sich einmischte. Zum 250. Geburtstag von Seume verfasst der Autor Bruno Preisendörfer ein Buch über dessen abenteuerliches Leben – und was für eines!