Der "Atlas historique de la Suisse", ursprünglich 2020 auf Französisch veröffentlicht, bietet einen umfassenden Überblick über die Schweizer Geschichte von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Mit überarbeiteten Inhalten und zusätzlichen Karten integriert er den aktuellen Forschungsstand und ist ein wichtiges Standardwerk.
Gott straft, die Natur schlägt zurück … Auch wenn sich die Art und Weise gewandelt haben mag, in der Menschen die »Kleine Eiszeit«, den Ausbruch des Vesuvs, das Erdbeben von Lissabon, den Untergang der Titanic, den Tsunami, Katrina und das Erdbeben in Haiti zu verarbeiten versuchen, so stehen doch Kulturen insgesamt angesichts von Katastrophen immer vor derselben Aufgabe: das schlechthin Sinnlose zu begreifen.
Kann man daraus lernen? Aus den Katastrophen selbst gewiss nicht, umso mehr aber aus der Kulturgeschichte der Katastrophenbewältigung.
Eine Kulturgeschichte vom 16. bis ins 21. Jahrhundert
385 pages
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Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Fluten und Stürme stellen das Sinnlose dar, dem der menschliche Geist begegnet und das stets unbegreiflich bleibt. Diese Ereignisse haben keine Geschichte und erscheinen unaufhaltsam und unberechenbar. Die Frage, ob man aus ihnen lernen kann, bleibt zentral. Menschen haben stets versucht, einen Sinn in diesen Katastrophen zu finden, sei es als Strafe Gottes oder als Prüfung der Gerechten. Die Geschichte der Katastrophenbewältigung, wie sie der Historiker François Walter beschreibt, geht über modischen Katastrophismus hinaus. Sie zeigt, dass die Antworten vergangener Jahrhunderte auf das Unbegreifliche nicht wertlos sind, auch wenn die Naturwissenschaft Fortschritte gemacht hat. Der Tsunami von 2004 bleibt ebenso sinnlos. Eine differenzierte historische Betrachtung lehrt, Naturkatastrophen zu unterscheiden und mit ihnen umzugehen. Zudem ist es wichtig, die menschengemachten Risiken des ökologischen Wandels, wie den Klimawandel durch den Treibhauseffekt, von den unberechenbaren Naturkatastrophen abzugrenzen.