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Glenn Jäger

    Griff nach Gold
    In den Sand gesetzt
    Diego Maradona
    • 2026

      Griff nach Gold

      Die andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft

      Ein Fest der Völkerfreundschaft, die Aussicht auf eine Welt von morgen: Die Verheißungen der Fußball-Weltmeisterschaften finden sich etwa in Uruguay 1930 oder Südafrika 2010. Oder sie spiegeln sich auf dem Rasen: Mexiko 1970 und ’86. Doch in die WM-Geschichte hat sich die Dominanz des Nordens eingebrannt. Und der afrikanische Fußball? Nachfahren von Sklaven als Trümpfe Brasiliens, Stars in den Reihen der europäischen ›Mutterländer‹. Die antikoloniale Befreiung erreichte mit dem panafrikanischen Boykott der WM 1966 auch die FIFA. Neben den Turnierverläufen geht der Band politischen Kapriolen nach: Ob 1934 im Italien Mussolinis; 1938 im linksregierten Frankreich, die ›großdeutsche‹ Elf mit Hitlergruß; 1974 Solidaritätsaktionen in Berlin: ›Chile Sí, Junta No‹; oder 1978 im Argentinien einer Militärdiktatur. Mit Ende des Kalten Krieges war auch die FIFA im Goldrausch. Bald mit von der Partie: Katar und Saudi-Arabien. Und die WMs in Nordamerika 1994 und 2026? US-geführte Kriege, dramatischer Rechtsrutsch: Bleibt die Friedensfrage beim ›Völkerfest‹ WM virulent? Ist die massive Ausweitung des Teilnehmerfelds, so sehr kommerzieller Natur, auch Ausdruck einer entstehenden multipolaren Weltordnung?

      Griff nach Gold
    • 2021

      Diego Maradona

      In den Farben des Südens

      Er kam aus dem Süden, ein Jahrhundertfußballer, besungen und geschmäht, verehrt und verachtet. Viele feierten den Dribbler und Dirigenten auch für sein Aufbegehren – nicht nur gegen die Herrschaften der FIFA. Andere sahen ihm seine Haltung nicht nach, sie hatten ihm seine Herkunft »nie verziehen«, wie er selbst einmal sagte. Seinesgleichen waren verrufen als »cabecita negra«, ein Begriff, den er stolz wendete: Ja, er sei ein »Schwarzkopf«. Der Band durchstreift die Titel und Triumphe, die bleibenden Szenen des Ballkünstlers. Und er fragt nach den Verhältnissen, die ihn prägten, ebenso wie nach der politischen Haltung, die er bezog. »Villa Fiorito«, das Armenviertel, aus dem er stammte, verteidigte Maradona gleichermaßen wie Kuba, ein Land, dem er eine Therapie verdankte und das für ihn ein Zeichen der Unabhängigkeit war. Es bleibt ein Bild von ihm, das sich im Viertelfinale der WM ’86 symbolisch verdichtete, als er England, die alte Kolonialmacht, mit gleicher Münze und der »Hand Gottes«, vorführte, und das mit zwei Toren für die Ewigkeit: Weit über Argentinien und Neapel hinaus gab er dem Süden ein Stück seiner Würde zurück. Mit einem Beitrag von André Scheer, Lateinamerika-Kenner und Autor von »Che Guevara - Basiswissen«.

      Diego Maradona
    • 2018

      In den Sand gesetzt

      Katar, die FIFA und die Fußball-WM 2022

      Noch immer gilt die Vergabe der Fußball-WM 2022 durch die FIFA an Katar als Mysterium. Dabei erschien der Zuschlag gerade westeuropäischen Unternehmen derart lukrativ, dass man früh darauf drängte, ins Geschäft zu kommen – Hitze hin, Fußballzwerg her. Es winkten Großaufträge, und das bei profitablen Arbeitsbedingungen. Laut dem einstigen FIFA-Präsidenten Blatter empfahlen auch Regierungschefs, aus wirtschaftlichen Interessen für Katar zu stimmen. Ihrerseits pflegte die aufsteigende Golfmonarchie dank Großinvestitionen beste Kontakte zu Lichtgestalten aus Fußball, Wirtschaft und Politik. Zudem griff man zu bewährten Mitteln der Korruption, Sonderkonditionen beim Erdgas inklusive. Selbst FIFA-Kreise sprachen von einer »gekauften WM«. Was die Verheißung trübt, mit dem Fußballfest in einer krisengeschüttelten Region »die Kulturen verbinden« zu wollen: der Vorwurf, auf diversen Kriegsschauplätzen Dschihadisten zu unterstützen. Das Buch schließt mit Vorschlägen, wie die FIFA an die Leine zu nehmen ist – im Sinne friedenspolitischer und demokratischer Kontrolle sowie eines universellen Spiels jenseits ungehemmter Vermarktungsinteressen.

      In den Sand gesetzt