Jacques Offenbach
Ein deutsches Missverständnis






Ein deutsches Missverständnis
Die Neue Nationalgalerie in Berlin, das letzte Bauwerk des Architekten Mies van der Rohe, war ganze sechs Jahre sanierungsbedingt geschlossen. Zur Neueröffnung präsentiert sie unter dem Titel Die Kunst der Gesellschaft 1900–1945 die Höhepunkte ihrer Sammlung der Klassischen Moderne. Visionär, kritisch, radikal, resignativ oder utopisch zeugen die Gemälde und Skulpturen vom Dialog der Kunst mit den gesellschaftlichen Verhältnissen – vom Kaiserreich über den Ersten Weltkrieg und die Weimarer Republik bis zum Nationalsozialismus. In 13 Kapiteln spürt der Katalog, der sämtliche Werke der Ausstellung dokumentiert, den großen Linien der Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach. Eine ebenso fesselnde wie erhellende Wiederbegegnung mit Werken von Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirchner, Tamara de Lempicka, Lotte Laserstein, Otto Dix, George Grosz, Max Beckmann und vielen anderen.-- Publisher's website
Rudolf Belling (1886-1972) gilt als einer der wichtigsten deutschen Bildhauer der Klassischen Moderne. Sein stilistisches Spektrum reicht von Expressionismus über Neue Sachlichkeit bis zu Naturalismus und Abstraktion. Der Band zeigt die faszinierende Spannbreite eines Künstlers auf, der den Leerraum als Gestaltungselement entdeckte und von sich selbst sagte: Ich erlaube mir alles.
Eine einzigartige Reflexion über Geschichte, Kunst und Politik wird in der Präsentation der Sammlungsbestände der Berliner Nationalgalerie deutlich, die in drei großen Ausstellungen aufbereitet wurden. Der erste Teil dieser Präsentation erscheint nun als opulentes Buch, das sich auf Hauptwerke der modernen Malerei und Bildhauerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konzentriert. Höhepunkte aus Expressionismus, Dada, Neuer Sachlichkeit, Bauhaus-Kunst und Surrealismus werden eindrucksvoll vereint, darunter Edvard Munchs monumentaler Fries von 1906/07, Ernst Ludwig Kirchners „Potsdamer Platz“ von 1914 und Fernand Légers „Zwei Schwestern“ von 1935. Neben dem Kanon der Avantgarden wird auch die Vielfalt zwischen Figuration und Abstraktion beleuchtet. Die Darstellung wird durch ständige Verweise auf die Geschichte der Nationalgalerie bereichert, die eng mit den deutschen Ereignissen des 20. Jahrhunderts verknüpft ist. Besonders schmerzhaft war der Verlust von über 500 Kunstwerken während des nationalsozialistischen Bildersturms, an den Fotografien erinnern. Mit Beiträgen von Florian Illies, Udo Kittelmann und Dieter Scholz sowie zeitgeschichtlichen literarischen Exzerpten von namhaften Autoren wird ein umfassendes Bild der Kunst- und Kulturgeschichte dieser Zeit vermittelt.
Die Ausstellung zeigt über 150 Bilder aus der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch sowie Werke des Museums, darunter Hauptwerke von Surrealisten wie Dalí und Magritte. Der Katalog dokumentiert auch frühe Arbeiten von Pollock und Rothko und enthält historische Porträtfotografien der Künstler von renommierten Fotografen.
anlässlich der Ausstellung 'Picasso - Der Zeichner', Museum Berggruen, Berlin, 27. September 2006 - 7. Januar 2007