Die Franz-Jung-Werkausgabe umfasst vierzehn Bände und bietet eine umfassende Sammlung von Jungs vielfältigem Werk. Dieser Sammelband präsentiert seine Texte von expressionistischer Verve bis zur politischen Literatur und ist ideal für neue Leser, die Jungs faszinierende Persönlichkeit und Themen kennenlernen möchten.
Hanna Mittelstädt Books



Blu
Lovestory
Eine Liebesgeschichte im Kontext von Rockmusik und Literatur entfaltet sich zwischen Fil und Blu. 1968 ist der Mythos um Fil präsent, während Joe, eine Frau mit sibirischen Wurzeln und Fils Nachbarin, sowie die LP „Sibirien, wie man es mir erzählt hat“ des Sängers Manu Chao, eine Rolle spielen. Die Sehnsucht nach Weite und die Frage, ob Sex ohne Liebe möglich ist, stehen im Raum, besonders im Hinblick auf das Älterwerden. Blu, ein Musiker aus der Voralpenprovinz, hat eine Vorliebe fürs Trinken und ist mit einer Frau verheiratet, die längst nicht mehr mit ihm zusammen ist, während die „Heilige Maria“ stets im Hintergrund bleibt. Bei ihrem ersten Blick auf Blu wird Fil von seinen Augen verzaubert, die an einen klaren sibirischen Himmel erinnern. Zwanzig Jahre nach ihrem ersten Treffen begegnen sich Fil und Blu erneut, und die Geschichte entfaltet sich. Wie in vielen Liebesgeschichten bleibt unklar, warum die beiden aneinander festhalten, obwohl sich viele Unstimmigkeiten zeigen. Doch trotz dieser Widersprüche zieht die Verbindung die Leser*innen in den „Fluss“. Hanna Mittelstädt erzählt mit lakonischem, poetischem und anspielungsreichem Stil von Liebe, Sex, Begehren und dem Älterwerden.
Arbeitet nie!
Die Erfindung eines anderen Lebens. Chronik eines Verlags
Eigentlich sollte die Revolution gemacht werden und nicht Lektorat, Vertrieb oder PR: Mehr zufällig als absichtsvoll sind Hanna Mittelstädt, Lutz Schulenburg und Pierre Gallissaires Anfang der 1970er Jahre in die Verlegerei eingestiegen. Zu ihrem Freiheitsbegriff gehörten damals die emanzipative Haltung des Nach-68er-Impulses und das Erkunden neuer Formen jenseits der »politischen Arbeit«, der »politischen Literatur«. Es ging um den Reichtum an Lust, Wissen, Autonomie. Zehn Jahre nach Lutz Schulenburgs plötzlichem Tod am 1. Mai 2013 blickt Hanna Mittelstädt zurück auf die ersten vierzig Jahre Nautilus und ruft in zahlreichen Dokumenten, Fotos und Fundstücken aus der Verlagskorrespondenz von Weggefährten und Mitstreitern die Anfangszeit des Verlags wach. Sie erzählt von den Plattenaufnahmen der einzigen LP der Verlagsgeschichte, vom Rechtsstreit mit einem Satiremagazin um den Verlagsnamen, von Manuskriptbeschaffungen durch den Eisernen Vorhang und über Gefängnismauern hinweg, von zehrenden Streitigkeiten um Rechte und Geld, vom immer wieder kreisenden Pleitegeier, von persönlichen Zweifeln und schließlich vom märchenhaften Erfolg des Millionenbestsellers. Ein großer Haufen Bücher ist im Laufe dieses Abenteuers zusammengekommen, jedes Exemplar ist eine kleine Chance auf gesellschaftliche und individuelle Veränderung. Die Welt wäre besser, wenn sie alle gelesen worden wären.