Bilderzählungen im Gespräch
Kindliche und erwachsene Rezeptionspraktiken zwischen Konvention und Irritation
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Bilder werden im Alltag oft als leicht zugänglich und 'kindgerecht' wahrgenommen, doch es fehlen umfassende Antworten darauf, wie Kinder tatsächlich Bildangebote rezipieren. Dies betrifft besonders die Rezeptionssituation des Gesprächs über Bilderzählungen zwischen Eltern und Vorschulkindern, die als Ausgangspunkt literarästhetischer Bildungsprozesse gilt. Die vorliegende Studie verschiebt den Fokus von etablierten Rezeptionssituationen, die sich auf Bild-Schrifttext-Erzählungen konzentrieren, hin zur Rezeption von Bilderzählungen ohne schriftliche Erzählebene. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche spezifischen Bildungspotenziale solchen Bilderzählungen im Kontext der vorschulischen literarästhetischen Sozialisation zugeschrieben werden können. Die Untersuchung erfolgt auf zwei Ebenen: Zunächst wird die Bilderzählung hinsichtlich ihrer Materialität und Medialität betrachtet, um eine Ergänzung zur vorwiegend semiotischen Analyse zu bieten. Zudem werden Rezeptionsgespräche zwischen Erwachsenen und Vorschulkindern zu einer exemplarischen Bilderzählung analysiert, um zu verstehen, wie sie über das Gesehene, Ungesehene und Gedachte kommunizieren. Die Ergebnisse zeigen, dass kindliches Sehen und Verstehen sich grundlegend von dem der Erwachsenen unterscheidet und im Spannungsfeld zwischen Konvention und Irritation eigene Qualitäten entfaltet. Abschließend wird ein Ausblick auf zukünftige Forschungs- und bildungspolitische Perspekti
