Die Autorin analysiert das Bild der kranken Frau in verschiedenen Spielfilmgenres und beleuchtet wiederkehrende Szenerien, die auf internationaler Ebene präsent sind. Diese dramaturgisch eingesetzten Szenen zeigen häufig eine Protagonistin, die an einer Krankheit leidet, und entblößen dabei die Schönheit ihres Körpers und Gesichts. Dies erfordert von der Schauspielerin ein starkes Selbstbewusstsein, da sie mit eingeschränkten Mitteln eine hohe Ausdruckskraft entfalten muss. Die hektische Atmosphäre eines Filmsets, geprägt von zahlreichen Crewmitgliedern und technischer Ausstattung, steht im Kontrast zur Isolation der kranken Frau, die oft allein im Bett liegt. Der leere Platz neben ihr symbolisiert den abwesenden Partner und verdeutlicht, dass sie gemieden wird. Diese mehrdeutige Leerstelle wird dramaturgisch spannend behandelt. Das oft schwitzige, fiebernde Antlitz der Protagonistin markiert häufig einen Wendepunkt in der Geschichte. Die Darstellung der kranken Frau hat sich so fest in unser Vorstellungsvermögen eingeprägt, dass wir beim Anblick sofort wissen, wie sie zu sein hat. Diese Szenerie findet sich nicht nur im Film, sondern auch im Alltag, wo die kranke Frau mit verschiedenen sozialen Schichten und Altersgruppen assoziiert wird und oft eine unerwartete Eleganz ausstrahlt. Ist dies nur eine filmische Illusion oder ein Teil unserer Realität? Die Krankheit wird als Rückzugsort betrachtet, als Flucht vor unangenehmen En
Claudia Siefen-Leitich Books
