Schrei laut zum Herrn!
Die Klagelieder als programmatischer Diskurs über die Grenzen eines gerechten Gerichts
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Im biblischen Buch der Klagelieder werden fünf Klagetexte nicht nur nebeneinandergestellt, sondern folgen einem inhaltlich-theologischen Programm. Es wird die Frage aufgeworfen, ob Gottes Gericht zu weit gehen kann und ob er seinen eigenen Anspruch an Gerechtigkeit verletzen kann. Die einzelnen Lieder nehmen hierzu unterschiedliche Positionen ein und fördern eine packende theologische Diskussion. Die Klagelieder sind daher ein bedeutendes Textkorpus im Alten Testament, bei dem die Auslegung der Texte den unmittelbaren Kontext nicht ignorieren darf. Die vorliegende Arbeit betrachtet die Klagelieder als eine bedeutende Abfolge von Gedichten, deren Anordnung an ein theologisches Programm gebunden ist. Es wird untersucht, ob es denkbar ist, dass Gottes Strafe über das Maß hinausgeht und ob er seinen eigenen Standards nicht gerecht wird. Um diese Fragen zu erörtern, vertreten die einzelnen Gedichte unterschiedliche Perspektiven und tragen zu einer fesselnden theologischen Auseinandersetzung bei. Somit stellt das Buch einen weiteren Fall dar, in dem die Exegese der einzelnen Texte den breiteren Kontext der benachbarten Texte innerhalb desselben biblischen Buches berücksichtigen muss.
