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Ralph Giordano

    March 23, 1923 – December 10, 2014

    Ralph Giordano was a German writer and publicist whose work was profoundly shaped by his experiences with Nazi persecution and subsequent disillusionment with political ideologies. His most renowned semi-autobiographical novel chronicles the fate of a family of mixed heritage, including Jewish members, from the late 19th century through World War II, exploring themes of identity and survival amidst tumultuous historical events. In his later publicistic writings, Giordano focused on warning against the dangers of neo-Nazism and offered critical perspectives on integration and multiculturalism, earning him a reputation as a provocative and uncompromising voice.

    Die Bertinis
    Ostpreußen ade
    Mein Leben ist so sündhaft lang
    Israel, um Himmels Willen, Israel
    Sizilien, Sizilien!
    Die zweite Schuld oder von der Last Deutscher zu sein
    • 'Jede zweite Schuld setzt eine erste voraus – hier: die Schuld der Deutschen unter Hitler. Die zweite Schuld: die Verdrängung und Verleugnung der ersten nach 1945.' Die zweite Schuld hat die politische Kultur der Bundesrepublik bis auf den heutigen Tag wesentlich mitgeprägt. Ihr Kern ist die kalte Amnestie für jede Art von Naziverbrechern, darunter hohe Repräsentanten des NS-Vernichtungsapparats: Blutrichter und -staatsanwälte, Militärs, Diplomaten, Wirtschaftsführer – die Funktionselite des 'Dritten Reichs', die bis 1958 nahezu lückenlos wieder in die Nachkriegsgesellschaft eingegliedert war. Ralph Giordano nennt das den 'großen Frieden mit den Tätern', für ihn ein Fundament der bundesdeutschen Staatsexistenz. Das Hauptthema Giordanos sind die Folgen der moralischen Katastrophe, die eintrat, weil das Bekenntnis zur Kollektivschuld ausblieb. Das Buch ist eine gnadenlose Abrechnung mit zahlreichen Einzelposten einer langen politischen Mängelliste bundesdeutscher Wirklichkeit. Es wurde – mit Zorn, Trauer und Hoffnung – geschrieben, damit sich nicht wiederholt, was schon einmal in Verfolgung und Krieg mündete.

      Die zweite Schuld oder von der Last Deutscher zu sein
      4.7
    • Sizilien, Sizilien!

      Eine Heimkehr

      »Hier schreibt einer, als sei er der erste Sizilienreisende überhaupt. Selten war so viel Gelingen und Heimkehr.« Die Welt Ralph Giordanos literarischer Reisebericht ist weit mehr als eine meisterhafte Schilderung der kargen Schönheit an Afrikas Grenze. Es ist auch eine Rückkehr zu eigenen Wurzeln. Großvater Rocco Giordano zwirbelte dem kleinen Ralph zärtlich die Ohrläppchen, wenn der auf seinem Schoß saß. Dabei stieß der Großvater Laute aus, die der Lieblingsenkel nicht verstand, aber in Erinnerung behielt: »Zitschilia, Zitschilia«. Vom Drama des genialen Musikers, das im sizilianischen Riesi begonnen hatte und in Hamburg endete, ahnte er damals nichts. Mehr als siebzig Jahre nach dem Tod des Großvaters macht Ralph Giordano sich auf sizilianische Spurensuche. Dabei entstand auf Reisen von weit über 10.000 Kilometern zwischen Ätna und Erice, Palermo und Catania ein farbenprächtiges Porträt Siziliens, seiner tausendjährigen Kultur und wechselvollen Geschichte. Im Mittelpunkt aber steht Riesi, wo der Autor endlich auf Spuren des Großvaters stieß und Menschen fand, die sich über die Heimkehr des verlorenen Enkels freuten und ihn zum Ehrenbürger machten.

      Sizilien, Sizilien!
      4.4
    • Ralph Giordanos Standardwerk über Israel und den Nahostkonflikt: Sein Bericht verblüfft und erschüttert.Ralph Giordano reiste vier Monate durch Israel, um mit Israelis und Palästinensern zu sprechen. Es entstand ein Buch, das so einzigartig ist wie das Land, das es beschreibt. Ausgestattet mit einer besonderen Beobachtungsgabe für Menschen und Situationen, stellt Giordano die Tragödie des Nahostkonflikts facettenreich dar: die Intifada, die Siedlerbewegung, die schwierige Rolle der israelischen Armee. Es geht um orthodoxe und ultraorthodoxe Juden und ihren Einfluss auf Staat und Regierung, um den Holocaust und seine Wirkung. Fragen, die uns bis heute beschäftigen und mehr denn je eine Antwort benötigen.

      Israel, um Himmels Willen, Israel
      4.3
    • Mein Leben ist so sündhaft lang

      • 300 pages
      • 11 hours of reading

      Brillant geschrieben und von bestechender Eindeutigkeit – Ralph Giordanos Tagebuch ist ein eindringliches Dokument seines Lebens und Denkens. Ein Jahr lang, vom Geburtstag 2009 bis 2010, reflektiert der große deutsche Publizist und Schriftsteller über Themen, die ihn bewegen, von Bundeswehreinsätzen in Afghanistan bis hin zu persönlichen Einblicken in seine Arbeitsweise. Diese Aufzeichnungen zeigen, wie eng sein Leben mit den großen Strömungen der Zeit verbunden ist, und gewähren gleichzeitig einen tiefen Einblick ins Private, ohne dabei voyeuristisch zu sein. Der 87-Jährige bleibt jung durch seine Verteidigung der demokratischen Republik, die ihm nach den bitteren Erfahrungen seiner Jugend in Hitler-Deutschland Sicherheit bietet. Er ist unermüdlich im Kampf gegen Bedrohungen von rechts, links oder radikalen Muslimen. Seine offene Kritik an anti-emanzipatorischen und menschenrechtsfeindlichen Tendenzen innerhalb türkisch-muslimischer Parallelgesellschaften hebt den Diskurs über Integration und Migration in Deutschland auf eine neue Ebene. Giordano positioniert sich dabei an der Seite kritischer Muslime und akzeptiert die erhöhten Gefahren, die dies mit sich bringt.

      Mein Leben ist so sündhaft lang
      4.0
    • Ostpreußen ade

      Reise durch ein melancholisches Land

      Giordano gelingt mit diesem Reisebericht ein eindringliches Porträt Ostpreußens, in dem bei unvergleichlicher Schönheit der Natur die Spuren des Krieges deutlicher sind als in einem anderen Land Europas.

      Ostpreußen ade
      4.2
    • Eine großangelegte Familien-Saga, ein exemplarischer Zeitroman. Ralph Giordano formt einen bisher wenig beachteten Stoff episch aus: Er erzählt vom Schicksal sogenannter "jüdischer Mischlinge" in den Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Vorgeschichte beginnt Ende des letzten Jahrhunderts, die eigentliche Handlung setzt vor 1933 ein und führt in die ersten Nachkriegsjahre. Ihr Schauplatz: Hamburg - von den Elbvororten bis zum Stadtpark, von Barmbek im Norden bis zum Hafen im Süden, mit unvergeßlichen, in den dramatischen Ablauf verwobenen Gestalten, Bildern, Situationen. Fast unglaublich ist diese Geschichte: Der Autor hat mit seiner Phantasie die nackte Realität überhöht; es ist ihm gelungen, eine sinnfällige Schilderung von Menschen unter bestimmten Bedingungen zu schaffen und eine Zeit zurückzurufen, die mit überwältigender Macht in das Leben aller eingegriffen hat. Er hat das Geschehen und die Figuren frei gestaltet. Hier sind die kleinen Leute mit ihren Schwächen unter dem grausamen Druck des herrschenden Bösen, mit ihren liebenswerten Zügen, mit dem Ausmaß des ihnen zugefügten Leides und der Fähigkeit zum Überleben. Nichts wird geschönt, keine bittere Erkenntnis verschwiegen. Doch was immer es an Furchtbarem gab: die Liebe zu Hamburg, diese ganz unsentimentale Heimatliebe, bleibt unerschüttert und ist entscheidend für die Zukunft der Bertinis.

      Die Bertinis
      4.3
    • Erinnerungen eines Davongekommenen

      • 552 pages
      • 20 hours of reading

      Die Erinnerungen eines großen Humanisten schildern eindrucksvoll, wie Ralph Giordano als Sohn einer jüdischen Mutter die Schrecken des Nationalsozialismus überlebte. In seinem neunten Lebensjahrzehnt reflektiert der Journalist und Schriftsteller engagiert über seine Erfahrungen. Mit nur zehn Jahren wird er 1933 mit einer Macht konfrontiert, die die Welt erschüttern wird. Der Druck auf einen Siebzehnjährigen, das Leben seiner geliebten Mutter zu beenden, um ihr ein schlimmeres Schicksal zu ersparen, ist erdrückend. Der Schrecken steigert sich, bis der Zweiundzwanzigjährige die Befreiung erlebt, an die er nicht mehr geglaubt hat. Giordano thematisiert die Konfrontation mit Mächten wie Nationalsozialismus, Faschismus, Stalinismus und Islamismus. Sein Leben entfaltet sich erst in der zweiten Hälfte, während er ein Zeitalter durch seine Biografie widerspiegelt. Der Schwur, Deutschland zu verlassen, schmilzt allmählich, und der einst Verfolgte empfindet Mitgefühl für Menschen, die in seinen schwersten Jahren auf der anderen Seite standen. Hartnäckig kämpft er um Zugehörigkeit und bewahrt dabei seinen Humor. Trotz der politischen Durchdringung ist es ein persönliches Buch, das die Bilanz eines großen Humanisten dokumentiert und das unvergleichliche Leben Giordanos festhält.

      Erinnerungen eines Davongekommenen
      4.1
    • Eine poetische Hymne auf eine schöne und gewalttätige, idyllische und zerrissene Insel in Europa. Irland ist ein unbegreifliches Land – es sei denn, wir sehen es mit den Augen Ralph Giordanos, der mit seinen Werken über Israel und Ostpreußen eine eigene Form von Reiseliteratur geschaffen hat. Sein irisches Tagebuch setzt einen neuen Glanzpunkt in dieser einzigartigen Reihe. Die Iren sind anders; ihr Nationalcharakter ist zugleich fremd und liebenswert. Wo sonst verehren Menschen ihre Dichter leidenschaftlicher? Wo bejubeln Lottogewinner ihr Glück in aller Öffentlichkeit? Und wo haben Melancholie und Exzess geheiratet? In Nordirland herrscht noch der Hass, wo Protestanten und Katholiken als Feinde gegenüberstehen. Die Gewalt droht täglich, obwohl die Mehrheit den Frieden will. Ralph Giordano vereint Sensibilität und analytischen Sinn in seiner Hymne auf ein Land, das uns rückständig und schön erscheint. Mit bunten Farben schildert er Menschen und Ereignisse, in denen sich die Vergangenheit wie nirgendwo sonst ausprägt. Giordano durchstreift nahezu jede Region, sucht das Gespräch mit den Menschen, gerät zwischen die Fronten des nordirischen Konfliktes, folgt den Spuren irischer Dichter und findet schließlich am Lough Sheelin sein lebenslang gesuchtes Paradies.

      Mein irisches Tagebuch
      4.0
    • Deutschlandreise

      • 383 pages
      • 14 hours of reading

      Gut 150 Jahre nach Heinrich Heine begibt sich Ralph Giordano auf die Reise durch eine damals wie heute »schwierige Heimat« und zieht eine literarische, politische und historische Bilanz. Rügen und Obersalzberg, Köln und Hoyerswerda - der Autor sucht Erinnerungsorte auf, setzt sich mit der jüngeren deutschen Geschichte und der eigenen Vergangenheit auseinander. Landschaften und Städte werden ihm zum Anlass, eine problematische Identität zu hinterfragen: Sind die Deutschen in Ost und West überzeugte Demokraten geworden? Und sind sie »ganz normale Europäer«? Giordano entwirft ein eindrucksvolles Portrait seiner Heimat und fordert gleichzeitig zum Mitdenken und zu eigener Stellungnahme heraus. Ein Buch, das von Sympathie und Kritik gleichermaßen geprägt ist, ein Buch, das Lust macht, dieses Land neu zu entdecken. »Kostbar sind Ralph Giordanos Aufzeichnungen über Deutschland auch, weil hier das Nahe und doch Unbekannte von einem durch viele Erfahrungen neu gewonnenen Blickpunkt aus und auf neue Weise vorgestellt wird.« Frankfurter Rundschau

      Deutschlandreise
      3.5
    • Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte

      Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg

      • 383 pages
      • 14 hours of reading

      Der Plan von der deutschen Weltherrschaft »Die nordische Rasse hat ein Recht darauf, die Welt zu beherrschen, und wir müssen dieses Recht der Rasse zum Leitstern unserer Außenpolitik machen. Glauben Sie mir, der ganze Nationalsozialismus wäre nichts wert, wenn er sich auf Deutschland beschränkt und nicht mindestens 1000 bis 1200 Jahre lang die Herrschaft der hochwertigen Rasse über die ganze Welt ausübt.« Dieser Satz Hitlers aus dem Jahre 1930 zeugt nicht nur von Größenwahn und Phantasterei. Er war Programm. Und auch das nicht nur. Denn in den Parteiämtern und Behörden des »Dritten Reichs« arbeiteten wenig später intelligente und willfährige Köpfe an der Ausfüllung dieses Programms, an detaillierten Plänen für die Zeit nach dem Endsieg. Wie Deutschland, wie Westeuropa, wie die Welt nach dem gewonnenen Krieg aussehen würde, das war beschrieben in zahlreichen Denkschriften, Direktiven, Verordnungen, die nur darauf warteten, aus der Schublade gezogen zu werden...

      Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte
      3.9