Whistleblowing im Arbeitsrecht
Schutz von Beschäftigten durch die Hinweisgeberrichtlinie der Europäischen Union
- 464 pages
- 17 hours of reading
Whistleblower sind entscheidende Quellen für die Meldung von Missständen, die ohne sie unentdeckt blieben. Sie werden oft für ihren Mut gelobt, jedoch auch als Denunzianten betrachtet und sahen sich häufig Sanktionen ausgesetzt, die andere von Meldungen abhalten sollten. In Deutschland fehlte bisher ein spezifischer gesetzlicher Schutz für Whistleblower, was die Rechtswissenschaft vor die Herausforderung stellte, angemessene Schutzmechanismen aus allgemeinen Normen abzuleiten. Mit der EU-Richtlinie 2019/1937 hat die Europäische Union einen Mindestschutz für Hinweisgeber etabliert, was den deutschen Gesetzgeber zur Schaffung eines eigenen Hinweisgeberschutzrechts verpflichtet. Diese Untersuchung beleuchtet die Anforderungen der Richtlinie für das deutsche Arbeitsrecht und den Umsetzungsbedarf im Vergleich zur bisherigen Rechtslage. Sie behandelt die Definition und Entstehungsgeschichte von Hinweisgebern, ihre gesellschaftliche Bedeutung, die Entwicklung des Rechts in Deutschland, den aktuellen Stand des Hinweisgeberschutzes, unionsrechtliche Vorgaben, die Grundzüge der Richtlinie sowie die Voraussetzungen und Rechtsfolgen des geschützten Whistleblowings. Zudem wird der Vertraulichkeitsschutz in Hinweisgeberfällen im Kontext von Daten- und Geschäftsgeheimnissen erörtert.
