Kaiser Maximilian I. als Held im lateinischen Epos
Ein Beitrag zur Methodik epischer Heroisierungen und zur Aktualisierung antiker Heldennarrative
- 385 pages
- 14 hours of reading
Die Buchreihe Frühe Neuzeit, gegründet 1987 von Jörg Jochen Berns und anderen, fokussiert sich auf Grundlagenforschung in Editionen, Monographien und Sammelbänden. Sie verfolgt nicht die großräumige Übersicht oder vorschnelle Synthesen, sondern arbeitet detailorientiert und erkundet verschüttete Traditionen. Im 15. Jahrhundert wurde das lateinische Epos an italienischen Fürstenhöfen zu einem bedeutenden Mittel der Herrschaftsinszenierung, das bisher in der Forschung wenig Beachtung fand. Nördlich der Alpen wurde Kaiser Maximilian I. erstmals Gegenstand umfassender epischer Darstellungen. Diese Arbeit untersucht die Strategien und Wirkungen seiner Heroisierungen und zeigt, wie Maximilians episches Heldentum sowohl antiken Idealen entsprach als auch an seine Person und zeitgenössische Erfordernisse angepasst wurde. Die Epen werden im Kontext antiker und spätmittelalterlicher Vorläufer betrachtet, wodurch die Besonderheiten der Maximiliansheroik sichtbar werden. Die gewonnenen Erkenntnisse ergänzen die Forschung zu Maximilians 'Ruhmeswerk' und zur Frühzeit des transalpinen Humanismus und tragen zum Wandel von Heroisierungsmustern in der Geschichte des klassischen Epos bei. Zudem bietet die Arbeit einen adaptierbaren methodischen Zugang zur Analyse epischer Heroisierungen.
