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Stefanie Kobelt

    Jan Vermeer und die optische Wissenschaft
    • 2010

      Die Studienarbeit aus dem Jahr 2009 untersucht die subjektive Betrachtung von Jan Vermeers Hauptwerk, Ansicht von Delft. Durch den gezielten Einsatz von Farben, Licht und Schatten hinterlässt das Gemälde einen tiefen, sinnlichen Eindruck beim Betrachter. Vermeers Werke stimulieren verschiedene Sinne, sogar den Geruchssinn, indem sie das Aroma feuchter Erde und bewegter Luft hervorrufen. Der holländische Maler strebt eine realistische, photographische Momentaufnahme an, was durch den intensiven Einsatz von Licht und Farben in Frage gestellt wird. Es wird angenommen, dass Vermeer die Camera Obscura genutzt hat, um seine Malweise zu erklären. Besondere Merkmale, wie helle Lichttupfer auf Booten und Wasser, entstehen durch reflektierte Lichtstrahlen, die nur auf bestimmten Oberflächen sichtbar sind. Dies deutet darauf hin, dass Vermeer das Phänomen kannte, es jedoch an seine Bedürfnisse anpasste. Die historische Funktion des Gemäldes bleibt aufgrund fehlender Auftraggebersituation und ereignisfreier Darstellung unklar. Die Arbeit analysiert die Wahrnehmungspsychologie und die Vielfalt des Sehens, diskutiert, ob das Werk als Propaganda der Malkunst zu verstehen ist, und beleuchtet kunsttheoretische Debatten der Zeit. Schließlich wird hinterfragt, wie Vermeer mit der Tradition seiner Vorgänger bricht und dennoch ähnliche Aussagen beibehält.

      Jan Vermeer und die optische Wissenschaft