In den 1920-er Jahren war ein uneheliches Kind noch eine Katastrophe - für die Mutter, für ihre Eltern, für die ganze Familie. Eine Lösung musste her! Die Mutter wurde sofort nach der Geburt von ihrem Kind getrennt, der Verwandtschaft und den Nachbarn wurde während der Zeit der Niederkunft ein Kuraufenthalt der jungen Frau vorgetäuscht und das Kind sofort in mehr oder minder gute Obhut gegeben. Dieses Schicksal eines kleinen Jungen schildert Irmtraud Habib in ihrem neuen Buch, das auch Fotos aus jener Zeit enthält. Es ist traurig, aber wahr. Und es gibt Einblick in eine noch nicht allzu lange zurückliegende Zeit, als die „Tugendhaftigkeit“ einer Frau noch ganz entscheidend für ihr Schicksal und das ihrer Kinder war.
Irmtraud Habib Book order (chronological)


Es ist meine Lebensgeschichte, in der ich meine Kindheit schildere und wie ich meinen Mann Kadhim, den irakischen Studenten, kennen lerne und ihm in seine Heimat folge. Ich beschreibe den Irak, seine Bewohner mit ihren Sitten und Gebräuchen sowie ihren Glauben, wie ich sie erlebt habe. In meinen Erinnerungen gehe ich auch auf die Politik des verhassten Baath-Regimes ein. Viele Menschen, so auch mein Mann, wurden verhaftet und gefoltert. Tausende mussten mit ihrem Leben bezahlen. Wir flüchteten nach Algerien und verbrachten dort einige Jahre. Später verließen wir Algerien, da sich mein Mann dem Partisanenkampf im irakischen Kurdistan anschloss, und ich flog mit den Kindern in die DDR zurück. Im letzten Teil schildere ich, wie es mir als Rücksiedlerin erging und mit welchen Schwierigkeiten ich plötzlich in der DDR konfrontiert war.