Ist Rot gleich Braun? Totalitarismustheorien gehen von einer Ähnlichkeit und Vergleichbarkeit linker und rechter Diktaturen aus. Wolfgang Wippermann beschreibt die Entwicklung der Totalitarismusdiskussion und diskutiert die politischen und wissenschaftlichen Argumente für und gegen die Verwendung des Totalitarismusansatzes.
Diese und andere Themen bestimmten die Debatte, die sich an den Thesen der Autorin und Fernsehmoderatorin Eva Herman entzündete. Geführt wurde die Auseinandersetzung in Fernsehsendungen, Zeitungen, Blogs und Internetforen sowie in vielen Briefen und Mails von Angehörigen der sonst schweigenden Mehrheit, die sich positiv über Hermans Werte und Hitlers Autobahn und negativ über die 68er äußerten. Dieser"Historikerstreit der schweigenden Mehrheit"macht eines deutlich: Zur offensichtlich unzureichend aufgearbeiteten Vergangenheit kommt eine noch zu bewältigende Gegenwart mit alten und neuen Feindbildern und"Werten".
Die Sache der Frauen zu vertreten, das war nicht Luthers Sache – im Gegenteil. Und Wolfgang Wippermann zeigt: Auch die protestantische Kirche machte lange Zeit keine Anstalten, ihre antifeministischen Dogmen und Ideologien zu reformieren. Für den ›gemeinen Mann‹ hegte Luther ebenfalls wenig Sympathien. Im Bauernkrieg stellte er sich ganz auf die Seite der Fürsten. Wes Geistes Kind Luthers Erbe ist und wie die Evangelische Kirche damit umging, das beleuchtet Wolfgang Wippermann in seiner Kritik des deutschen Protestantismus. Von den Anfängen bis heute analysiert er die Haltung der Evangelischen Kirche zu Staat, Krieg und Kapital sowie zu den Juden, Roma und Frauen.
Zum 125. Todestag: Wie aktuell ist Karl Marx? Ein politischer Essay Totgesagte leben länger. Karl Marx, dessen Todestag sich am 14. März 2008 zum 125. Mal jährt, hat mit seinem ökonomischen und philosophischen Gedankengebäude die Welt nachhaltig verändert. Wolfgang Wippermann, Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin, zeigt in diesem Buch auf, wie die Marx’schen Theorien in mehreren Phasen mit Begeisterung aufgenommen, oft verfälscht und schließlich wieder verworfen wurden. Das erste Leben des Karl Marx war sein „reales“. Wiedererweckt wurden seine Theorien im Rahmen des Marxismus-Leninismus in den kommunistischen Staaten. Mit der 68er-Generation lebte Marx ein drittes Mal auf. Und Wippermanns These lautet: Heute, im Zeitalter der Globalisierung, könnte Marx mit seiner Utopie einer humanen und herrschaftsfreien Gesellschaft erneut an Bedeutung gewinnen.
Überblick über die Geschichte der nationalsozialistischen Zwangslager, der Konzentrations- und Vernichtungslager, aber auch über ihre Nachgeschichte als sowjetische äSpeziallagerä nach 1945. Fragen nach der angemessenen Art des Gedenkens stellen sich. Ergänzt wird die Darstellung durch Kurzbeschreibungen einiger Konzentationslager und durch ein kommentiertes Auswahlliteraturverzeichnis
Von den Anschlägen vom 11. September 2001 über die Klimaverschlechterung bis zur Wirtschaftskrise – überall werden Verschwörungen vermutet. Warum haben Verschwörungsideologien heute Hochkonjunktur? Weil wir in einer 'Krisenzeit' leben? Doch schon in der Vergangenheit lenkte man von den Ursachen solcher Krisen auf etwas anderes ab. Man machte Juden, aber auch Hexen, Freimaurer und Illuminaten, Sozialisten und Kommunisten wie neuerdings Islamisten zu Sündenböcken und beschuldigte sie der Verschwörung. Im Mittelpunkt aller Verschwörungsideologien von den Anfängen bei Martin Luther bis heute stand der Teufel. Er und seine Agenten wurden und werden für alles Böse verantwortlich gemacht, das 'guten Menschen' widerfährt. Den Kern aller Verschwörungstheorien bildet die Angst vor dem Teufel lautet Wolfgang Wippermanns streitbare These in seinem neuen Werk. Damit liefert er ein Beitrag zur aktuellen Debatte um islamistischen Terror und Antisemitismus.