Christoph Hein is a German author whose works delve into themes of identity, alienation, and the search for meaning within complex societal structures. His stylistic approach is characterized by profound psychological depth and precise language, reflecting the intricacies of human experience. Hein explores the inner lives of his characters and their interactions with the world, offering readers a unique perspective on human nature. His prose, often set against historical or social backdrops, stands out for its introspective quality and its ability to evoke powerful emotions.
Claudia, about to turn 40, has everything she needs - a good apartment, friends and a hobby. Single by conviction she is content with her uncomplicated lifestyle until Henry, her neighbour, enters her life.
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»Nein. Kunst rechnet sich tatsächlich nicht«, so das Verdictum Christoph Heins. Der Briefwechsel zwischen Hein und seinem Verleger erstreckt sich über fast 35 Jahre, beginnend am 16. September 1983 und endend am 25. Juli 2017. Elmar Faber, der im Dezember 2017 in Leipzig starb, hinterließ eine der dauerhaftesten Korrespondenzen mit einem Autor. Faber übernahm 1983 den Berliner Aufbau-Verlag, dessen erfolgreicher Autor Christoph Hein war. Mit dem Erscheinen von Heins »Der fremde Freund / Drachenblut« ein halbes Jahr zuvor schien eine enge Verbindung zwischen den beiden entstanden zu sein. Faber reflektiert in seinen Erinnerungen, dass er, wie Hein, Literatur als eine Mitgift für die Gesellschaft betrachtete, die auch Warnsignale für Fehlentwicklungen aufstellte. Diese stille Übereinkunft schweißte ihre Freundschaft zusammen. Die vorliegende Ausgabe dient als Ergänzung zur Rezeption von Christoph Heins Werk, das sich auch kritisch und ironisch mit dem Berufsbild des Verlegers auseinandersetzt. Zudem ist sie ein Memorial für Faber, der 1990 den Verlag Faber & Faber gründete.
Eine respektvolle Schweigeminute angesichts der desolaten Lage des ostdeutschen Theaters schlug Christoph Hein auf dem X. Schriftstellerkongreß der DDR 1987 vor; in seiner kompromißlosen Rede gegen die in seinem Land herrschende Zensur formulierte er: »Die Zensur der Verlage und Bücher, der Verleger und Autoren ist überlebt, nutzlos, paradox, menschenfeindlich, volksfeindlich, ungesetzlich und strafbar.« Offen und präzise, engagiert und leidenschaftlich, ironisch und sarkastisch meldet sich Hein in Essais und Reden aus den Jahren 1987 bis 1990 zu Wort – zur Literatur, Politik und Zeitgeschichte, zu Max Frisch und Arno Schmidt ebenso wie zum Historikerstreit und den Ereignissen des Oktober und November 1989.
In Christoph Heins Erzählung begleitet Maria Amalia von Wolfenbüttel ihren schwerkranken Stiefvater Gotthold Ephraim Lessing in seinen letzten Tagen. Während er im Fieberwahn schwelgt und Erinnerungen an seine verstorbene Frau und philosophische Gedanken äußert, entfaltet sich ein bewegendes Bild des bedeutendsten Aufklärungsdichters.
Was ist wirklich wichtig im Leben? Ein charmanter Blick auf 20 Dinge, die Kinder brauchen und keiner entbehren sollte. Das Wichtigste ist natürlich ein Freund, auf den man sich immer verlassen kann. Und eine Mutter, die – auch wenn sie nervt – für einen sorgt und uns tröstet. Eine Tante oder Oma, die immer Zeit zum Spielen hat, ist unverzichtbar, und ein Haus- oder Stofftier zum Kuscheln. Ein Kinderzimmer, ein Bett und ein Fahrrad muss jeder besitzen. Und ein Lieblingsgericht sollte man kochen und ein Instrument spielen können. Christoph Hein weiß außerdem gute Gründe, warum Entdeckungen und Erfindungen besonders wichtig sind. Und warum eine gute Geschichte, Tränen und das Verliebtsein unser Glück perfekt machen.
Wie werden wir – oder werden wir nicht – zu dem Menschen, der wir geworden sind? So die elementare Frage in Christoph Heins Roman, der konsequent die Perspektive der Malerin Paula Trousseau einnimmt. Mal in ausgreifenden Situationsschilderungen, mal im Zeitrafferstil erzählt Hein von den Abenteuern der Selbstbehauptung einer Frau, deren Einstellung und Erlebnisse den Leser im Schwanken zwischen Sympathie und Ablehnung in ihren Bann ziehen. Wenn der Leser Paula Trousseau zum erstenmal begegnet, ist sie tot: Selbstmord in Frankreich, im Jahr 2000. Soviel erfährt er objektiv, was dann folgt, sind ihre Tagebuchaufzeichnungen, ihre Sicht der Welt, der Kunst, der Geschlechterverhältnisse, ihre Erlebnisse mit Männern und Frauen in ihrer Version: Wie sie sich, gegen Eltern und Ehemann, für das Kunststudium entscheidet – um den Preis der Verhärtung gegen alle und alles. Sämtliche Beziehungen zu Männern scheitern, die zu Frauen gehören zu den beständigeren, vertreiben jedoch nicht die Dominanz der Grautöne aus ihren Bildern. Woher kommt diese Gleichgültigkeit gegenüber den anderen und am Ende gegen sich selbst? Sind die Herkunft, die politischen Verhältnisse, die Geschlechterhierarchie, die kulturelle Situation dafür verantwortlich? Wie werden wir, was wir sind?
"Die Frage nach dem Material und der Wirklichkeit, die einem Schriftsteller zur Verfügung stehen, ist die Frage nach dem Material und der Wirklichkeit, die der Schriftsteller selbst ist. Der Stil ist der Mensch, hat Buffon gesagt, und wir ergä Der Stoff ist der Autor selbst."
Die Erzählung aus Christoph Heins autofiktionalem Roman "Von allem Anfang an" wird erstmals als Einzelveröffentlichung in der Insel-Bücherei präsentiert, illustriert von Rotraut Susanne Berner. Im Mittelpunkt steht der zwölfjährige Daniel, der sich an Weihnachten 1950er Jahren in einer angespannten Familiensituation zurechtfinden muss.
Zusammenfassung: "Des événements authentiques sont à l'origine de ce roman. Les personnages ne sont pas inventés." Konstantin n'a jamais connu son père, nazi notoire et criminel de guerre. Toute sa vie, il n'a de cesse de fuir ce lourd héritage : il change de nom, quitte son pays, tente de s'enrôler dans la Légion étrangère... avant de revenir en RDA après la construction du mur. Mais l'ombre du père le poursuit toujours. Un formidable roman d'apprentissage qui nous fait traverser soixante ans d'histoire européenne et déploie une bouleversante réflexion sur la mémoire historique
Der Romancier Christoph Hein, der unbestechliche Chronist der Gegenwart, der genaue Registrator der Widersprüche innerhalb der DDR, der Aufdecker der Schwachstellen der gesamtdeutschen Entwicklungen, wendet sich in seinem neuen Erzählwerk den Mythen, den Göttern, den Erzählungen von den Taten und Untaten der alten Welt zu. Dabei entdeckt er Hochspannendes: Kleine Korrekturen an den für unveränderlich geltenden Berichten über die Taten und Niederlagen der Götter und Titanen können deren Leistungen in ihr Gegenteil verkehren; sie zeigen, dass alles auch ganz anders hätte vonstattengehen können, Sieger zu Verlierern werden können, gute Absichten sich in ihr Gegenteil verkehren, völlig neue Bedeutungen sich herauskristallisieren. Damit ist klar, dass die neuen Erzählungen von Christoph Hein ins Herz der Gegenwart zielen: Der Gang der Ereignisse lässt sich durch kleine Modifikationen in völlig andere Richtungen lenken. Und auch die Vergangenheit, als Fixpunkt der Gegenwart, verändert durch diese Neuerzählungen ihr Gesicht.
„Bernd Willenbrock führt im Berlin der späten neunziger Jahre erfolgreich einen Gebrauchtwagenhandel; auch im Privaten scheint alles zu stimmen. Dass der abgezäunte Platz mit den Fahrzeugen irgendwann Ziel eines nächtlichen Diebstahls wird, überrascht den Besitzer kaum. Auch der nächste Diebstahl, besser: Raubüberfall, lässt sich nicht aufklären; Behördliche Hilfe allerdings bleibt Willenbrock auch bei anderer Gelegenheit versagt, etwa als er um Baugenehmigungen zur Erweiterung seines Geschäfts ersucht oder, gravierender noch: als er und seine Frau im Wochenendhaus überfallen werden. Alle Sicherheiten des zivilisierten Lebens rutschen erst unmerklich und dann unübersehbar weg. Hinter vermeintlich geordneten Verhältnissen wird ein Dschungel sichtbar, in dem keine Regel mehr gilt außer: Hilf dir selbst! Willenbrock gerät schließlich in einen Strudel, in dem alles zur Bedrohung wird und ein Revolver wie ein Zeitzünder irgendwann losgehen muss.“
Ein Staat wird – wie alle Staaten – gegründet für alle Ewigkeit und verschwindet nach vierzig Jahren nahezu spurlos. Sind die Menschen, die dort einmal lebten, dem Vergessen anheimgefallen und ihre Träume nur ein kurzer Hauch im epochalen Wind der Zeitläufte? In seinem fulminanten Gesellschaftsroman lässt Christoph Hein Frauen und Männer aufeinandertreffen, denen bei der Gründung der DDR unterschiedlichste Rollen zuteilwerden, begleitet sie durch die dramatischen Entwicklungen einer im Werden befindlichen Gesellschaft, die das bessere Deutschland zu repräsentieren vermeint und doch von einem Scheitern zum nächsten eilt. Überzeugte Kommunisten, ehemals begeisterte Nazis, in Intrigen verstrickte Funktionäre, ihre Bürgerlichkeit in den Realsozialismus hinüberrettende Intellektuelle, Schuhverkäufer, Kellner, Fabrikarbeiter, Hausmeister und selbst ein hoher Stasi-Mann erkennen auf die eine oder andere Art ihre Zugehörigkeit zu einer unfreiwilligen Mannschaft an Bord eines Gemeinwesens, das sie zunehmend als Narrenschiff wahrnehmen und dessen Kurs auf immer bedrohlichere historische Klippen ausgerichtet ist.
In seiner Chronik der Lebensläufe zweier Familien bündelt Christoph Hein die vergebliche Hoffnung auf eine Existenz in Freiheit. Ihm ist ein Jahrhundertroman gelungen: ein Jahrhundert umgreifend, ein Jahrhundert widerspiegelnd, ein Jahrhundert verstehbar zu machen und nachzuerleben. »In diesen Roman geriet ich aus Versehen oder vielmehr durch eine Bequemlichkeit.« Mit diesem Satz beginnt eine Recherche über zwei Männer, über den Schriftstellers Rainer Trutz und Waldemar Gejm, einen Professor für Mathematik und Linguistik an der Lomonossow-Universität, der seit Jahren ein neues Forschungsgebiet entwickelt: die Mnemotechnik, die Lehre von Ursprung und Funktion der Erinnerung. Doch der Nationalsozialismus in gleicher Weise wie der Stalinismus werden Trutz wie Gejm sehr bald zum Verhängnis: Der Deutsche, aus Nazideutschland geflohen, wird in einem sowjetischen Arbeitslager erschlagen. Die Umschwünge der Politik des Genossen Stalin führen im Falle Gejm zur Deportation mit anschließendem Tod. Nur die beiden Söhne, Maykl Trutz und Rem Gejm, überleben und begegnen sich Jahrzehnte später, im wiederhergestellten Deutschland und machen fast dieselben Erfahrungen wie ihre Väter …
Die Erzählung erinnert an die berühmte Argonautensage aus der griechischen Mythenwelt, nach der Jason, Sohn des Königs Aison, um seine Erbansprüche geltend machen zu können, das durch einen feuerspeienden Drachen bewachte Goldene Vlies erobern muß. Das Goldene Vlies steht für die Urkraft des Menschen, für die Wahrheit hinter den sichtbaren Dingen, für den Stein des Weisen und nicht zuletzt für die Kraft des Männlichen, die gestalten wie zerstören kann. Ein Irrtum vielleicht, den Hein parabelhaft erzählen will? Christoph Hein, der in seinen viel diskutierten Erzählungen und Romanen stets im Gegenwärtigen auf der Suche nach der Vergangenheit ist, lernen wir hier als Mythenbeschwörer kennen, freilich nicht ohne Pointe, die uns schaudern läßt. Der vielen eher als großer Bildhauer bekannte Werner Stötzer, geboren 1931, ergänzt die Erzählung mit einer Anzahl von Illustrationen und macht den Band zu einer Preziose der Buchkunst.
Eine Familie, die lernen muß, mit dem Tod der Mutter umzugehen: Leicht und mit größter Zärtlichkeit schreibt Christoph Hein über das Sterben und die Trauer, über Abschied und Neuanfang.
Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege
122 pages
5 hours of reading
Er gilt als der Chronist deutsch-deutscher Verhältnisse, als präziser Sezierer einer einst geteilten Nation, die noch immer nicht richtig zusammengefunden hat – und als fulminanter Geschichtenerzähler. Bestsellerautor Christoph Hein, der bislang vorrangig die Geschichten anderer erzählt hat, erzählt nun, zu seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, von seinen persönlichen Erlebnissen: davon, wie der Vater eines Freundes namens Thomas Brasch diesen verraten hat. Von einem Regisseur, der „das Leben der anderen“ verfilmt hat und dabei von Hein mehr über dieses Leben erfahren wollte. Von Zensur und Reise(un)freiheit, und schließlich davon, wie all das Geschichte wurde. Hein nimmt die deutsch-deutschen Verhältnisse dieses Mal anders in den Blick: anhand persönlicher Erlebnisse, die mal komisch sind, mal bitter, und manchmal beides zugleich.
Krieg Zur See -- Schöne Bescherung -- Flüssige Luft -- Grossvater Und Die Bestimmer -- Am Russensee -- Der Evangelist Lukas -- Ende Der Grossen Ferien -- Die Schlummernde Venus Und Die Hausordnung -- Glace Surprise. Christoph Hein.
Friedeward liebt Wolfgang. Und Wolfgang liebt Friedeward. Sie sind jung, genießen die Sommerferien, fahren mit dem Fahrrad die weite Strecke ans Meer, und reden stundenlang über Gott und die Welt. Sie sind glücklich, wenn sie zusammen sind, und das scheint ihnen alles zu sein, was sie brauchen. Doch keiner darf wissen, dass sie mehr sind als beste Freunde. Es sind die 1950er-Jahre, sie leben im katholischen Heiligenstadt, und für die Menschen um sie herum, besonders für Friedewards strenggläubigen Vater, ist ihre Liebe eine Sünde. Käme ihre Beziehung ans Licht, könnten sie alles verlieren. Als sie zum Studium nach Leipzig gehen – Friedeward studiert Germanistik, Wolfgang Musik –, finden sie dort eine Welt gefeierter Intellektueller, alles flirrt geradezu vor lebendigem Geist. Und sie lernen Jacqueline kennen, die ihnen gesteht, dass sie eine heimliche Beziehung zu einer Dozentin hat. Zu viert besuchen sie die legendären Vorlesungen im Hörsaal vierzig, gehen ins Theater, tauchen gemeinsam ein ins geistige Leben der Stadt. Und da reift in den drei Freunden der Plan: Wäre es nicht die perfekte ›Tarnung‹, wenn einer von ihnen Jacqueline zum Schein heiraten würde? In seinem neuen Roman erzählt der große deutsche Chronist Christoph Hein bewegend von einer Liebe, die über Jahre hinweg allen Widrigkeiten trotzt – und zeichnet zugleich ein lebendiges Panorama deutschen Geisteslebens.
Es ist schon eine besondere Gesellschaft, die unter dem Sofa von Jakob Borg im Kinderzimmer schläft: Esel Schnauz, der sich zum Professor berufen fühlt und der nichts mehr liebt als gutes Essen. Der falsche Prinz, der fliegen kann, aber nur, wenn niemand zuschaut. Katinka, die sich sehnlichst ein Pferd wünscht und Indianer Adlerauge, der große Entdecker, der eines Nachts im Zelt das Wichtigste im Leben findet. Schließlich der alte Clochard Panadel, der auf alle Fragen eine besondere Antwort weiß. Er hat schon wunderbare Freunde, dieser Jakob Borg, mit denen er fantastische Abenteuer erlebt, ohne die eine Kindheit nicht glücklich ist.
Vom Erwachsenwerden in einer geteilten Stadt Der vierzehnjährige Daniel kommt 1958 aus seiner ostdeutschen Heimatstadt, wo ihm als Pfarrerssohn das Abitur verwehrt wird, nach Berlin. Er zieht in ein Schülerheim in Grunewald, wo er auch das Gymnasium besucht, und lebt sich in der neuen Umgebung rasch ein. Mit seinen Zimmergenossen – die alle, wie er, aus der DDR stammen – drückt er nicht nur die Schulbank, sondern sie erkunden gemeinsam die Stadt: Als Zeitungsverkäufer ziehen sie allabendlich durch die Kneipen, und wenn das Essen im Schülerheim allzu fade schmeckt, geht es auf eine Erbsensuppe in Aschingers »Stehbierhalle«. Sie erleben den Erweckungsprediger Billy Graham, der die Massen im Tiergarten in Verzückung versetzt, und Bill Haley, der den Sportpalast zum Kochen bringt.
Zigeuner kampieren am Rande der Stadt, wo man den toten Horn fand. Horns Leben - er wurde in das DDR-Provinznest zwangsversetzt - wird in Erinnerungen einiger Bürger rekonstruiert, die weit zurückführen in Fakten und Zusammenhänge deutscher Politik nach (und vor) 1945. Romandebut des DDR-Dramatikers (Jg. 1944).
Ein angesehener Rechtsanwalt sitzt in Untersuchungshaft und versucht, seinem Verteidiger in einem Brief die Motive für das Verbrechen, das er begangen hat, darzulegen, zu erklären, dass er nicht gemordet, sondern getötet hat. Der Brief ist die Beichte eines Besessenen, eines Mannes, der das Leben als Spiel betrachtete, für den Macht und Geld "Spielmaterial" bedeuten, der nur etwas fürchtet: die Langeweile.
In dem kleinen Städtchen Bad Guldenberg ist die Welt noch in Ordnung. Jedenfalls, bis im Alten Seglerheim eine Gruppe minderjähriger Migranten untergebracht wird. Die Guldenberger sind sich einig: Diese Fremden passen einfach nicht in den Ort und sorgen nur für Unruhe. Mehr und mehr heizt die Stimmung sich auf, es kommt zu Pöbeleien, und als dann noch das Gerücht die Runde macht, eine junge Frau sei vergewaltigt worden, sind sich alle schnell einig, dass es einer der jungen Migranten gewesen sein muss. Und das wollen die Guldenberger nicht hinnehmen …
Christoph Heins neuer Roman zeichnet das Sittengemälde einer Gesellschaft, die aus den Fugen gerät. Von Menschen, die sich als Opfer sehen und dabei Täter werden. Von Rassismus, wie er uns jeden Tag überall begegnet.
Leipzig 1968: Der Historiker Dallow wird nach 21 Monaten Haft aus dem Gefängnis entlassen. Sein Vergehen: Er war als Klavierspieler in einem Studentenkabarett eingesprungen, und der Text, den er mit einem Tango begleiten sollte, hatte Anstoß erregt. »Vergiß die dumme Geschichte«, wird ihm nun geraten. Dallow vergißt nicht, aber er ist gefühllos geworden und wie gelähmt. Selbst das Eingeständnis seiner Umwelt, daß ihm Unrecht geschehen ist, läßt ihn gleichgültig, zumal seine immer dringlicher werdende Suche nach Arbeit erfolglos zu bleiben scheint.
Rüdiger Stolzenburg, 59 Jahre alt, hat seit 15 Jahren eine halbe Stelle als Dozent an einem kulturwissenschaftlichen Institut. Seine Aufstiegschancen tendieren gegen null, mit seinem Gehalt kommt er eher schlecht als recht über die Runden. Er ist ein prototypisches Mitglied des akademischen Prekariats. Dieser »Klasse« fehlt jede Zukunftshoffnung: Die selbst gesetzten Maßstäbe an die universitäre Lehre lassen sich nicht aufrecht erhalten; die eigene Forschung führt zu keinem greifbaren Resultat. Für das Spezialgebiet des Rüdiger Stolzenburg, den im 18. Jahrhundert in Wien lebenden Schauspieler, Librettisten und Kartografen Friedrich Wilhelm Weiskern, lassen sich weder Drittmittel noch Publikationsmöglichkeiten beschaffen. Und dann erweist sich das angeblich sensationelle neue Material aus dem Nachlaß von Weiskern auch noch als Fälschung. Seine Bemühungen, eine ihn ruinierende Steuernachforderung zu erfüllen, machen ihm endgültig deutlich: die Welt, die Wirtschaft, die Politik, die privaten Beziehungen – alles ist prekär. Sie zerbrechen, sie setzen Gewalt frei, geben in großem Ausmaß den Schein für Sein aus. Christoph Hein hat mit Rüdiger Stolzenburg eine Figur geschaffen, in der sich prototypisch die Gefährdungen unserer Gesellschaft und unserer Zivilisation am Ende des ersten Jahrzehnts des zweiten Jahrtausends spiegeln. Christoph Hein ist damit der aktuelle, realistische, literarisch durchgeformte Gesellschaftsroman gelungen.
Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut . Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis.
»Dieser neue Roman zeigt uns wieder den alten Christoph Hein, auf einer neuen Stufe seiner Entwicklung. Der neue Roman ist weiter. Er ist zu einem Lehrstück geworden. Zu einer Geschichte, die uns anrührt. Mehr noch – zu Geschichte, die uns angeht.« Frankfurter Rundschau
Das komplette dramatische Werk erstmals in einem Band. In diesem schönen Leinenband enthalten: Schlötel oder Was solls/ Cromwell/ Lasalle fragt Herrn Herbert nach Sonja. Die Szene ein Salon/ Die wahre Geschichte des Ah Q/ Passage, Die Ritter der Tafelrunde/ Randow/ Bruch/ Himmel auf Erden u.v.m. Alle Stücke wurden zur Aufführung gebracht, vor allem auf den Bühnen von Düsseldorf und Dresden. 726 Seiten. Lesebändchen. Leinen.
Bernhard Otto Holtermann wanderte 1858 als mittelloser junger Mann nach Australien und fand 14 Jahre später den größten Goldklumpen der Welt. Er dokumentierte seine Wahlheimat mit Fotos der besten Fotografen und präsentierte über 150 dieser Bilder in einem zweisprachigen Band.
Die Jubiläumsedition zum 80. Geburtstag von Christoph Hein versammelt sechs seiner bedeutendsten Romane, die das Leben in der DDR und im vereinigten Deutschland thematisieren. Die Geschichten spielen im fiktiven Guldenberg und bieten einen einzigartigen Einblick in die deutsche Geschichte der letzten fünf Jahrzehnte.
Roman | Christoph Hein zum 80sten – die Jubiläumsedition seiner großen Romane
261 pages
10 hours of reading
Thomas war damals noch fast ein Kind, aber an die Ereignisse im verschlafenen Bad Guldenberg, während des Sommers 1957, erinnert er sich genau. Aber auch andere erinnern sich: Bürgermeister Kruschkatz, Dr. Spodeck, der alteingesessene Arzt, und die sanfte Krämersfrau Gertrude Fischlinger. Und da ist auch Marlene, die nur durch den Opfertod ihrer Mutter den faschistischen Terror überlebt hat. Sie alle tragen ihren Teil bei zur Erinnerung an jenen Sommer, als eine Untersuchungskommission vom Bezirk kam und Horn sich das Leben nahm. »Ein meisterhafter Roman«, urteilte Hans Ulrich Probst in seiner Laudatio zum Solothurner Literaturpreis 2000, »den ich für eines der wichtigsten Bücher aus 40 Jahren DDR-Literatur überhaupt halte.«
Roman | Christoph Hein zum 80sten – die Jubiläumsedition seiner großen Romane
525 pages
19 hours of reading
Ironisch-humoristisch, anrührend, ohne Sentimentalität oder Sarkasmus erzählt Christoph Hein ein beispiellos-beispielhaftes Leben in mehr als sechzig Jahren deutscher Zustände. Was verdankt ein von der Mutter »Glückskind« genannter Sohn dem Vater? Seit seiner Geburt im Jahr 1945 versucht Konstantin Boggosch in der entstehenden DDR aus dem Schatten seines kriegsverbrecherischen toten Vaters zu treten: Er nimmt einen anderen Namen an, will in Marseille Fremdenlegionär werden, reist kurz nach dem Mauerbau wieder in die DDR ein, darf dort kein Abitur machen, bringt es gleichwohl, glückliche Umstände ausnutzend – Glückskind eben –, in den späten DDR-Jahren bis zum Rektor einer Oberschule – fast. Am Ende erkennt er: Eine Emanzipation von der allgemeinen und der persönlichen Geschichte ist zum Scheitern verurteilt. Durch solche Verkettung von Vergangenheit und Gegenwart wird aus dem Glückskind ein Unheilskind. Gerade dadurch verkörpert Boggosch wie in einem Brennspiegel die unterschiedlichsten Gegebenheiten Deutschlands in den politischen, gesellschaftlichen und privaten Bereichen.
Novelle | Christoph Hein zum 80sten – die Jubiläumsedition seiner großen Romane
174 pages
7 hours of reading
»Ich bin unverletzlich geworden. Ich habe in Drachenblut gebadet, und kein Lindenblatt ließ mich irgendwo schutzlos. Aus dieser Haut komme ich nicht mehr heraus.« Das ist das Fazit der Ich-Erzählerin, Ärztin an einem Ostberliner Krankenhaus, kinderlos, geschieden. Von einem scheinbar ganz normalen Frauenleben berichtet sie, und doch werden hinter der kühlen, spröden Fassade die Ängste, das Misstrauen und die Frustrationen sichtbar, die sie gnadenlos von der Welt, von sich selbst, der eigenen Kindheit und von Henry trennen, ihrem Freund, der im selben Hochhaus wohnt und der ihr bis zum Ende fremd bleibt. Schonungslos und suggestiv erzählt Hein von Einsamkeit und Beziehungslosigkeit in der DDR Anfang der achtziger Jahre. Mit der Novelle Der fremde Freund, die 1982 erschien und im Westen ein Jahr später unter dem Titel Drachenblut herauskam, erlebte Christoph Hein seinen literarischen Durchbruch.
Christoph Hein und Udo Schmidt haben viele Wochen in Myanmar, dem »Goldenen Land« im politischen Umbruch verbracht und mit allen Handelnden gesprochen: von Aung San Suu Kyi, der Friedensnobelpreisträgerin und Hoffnungsträgerin des neuen Myanmar, über Mönche und Flüchtlinge bis hin zu Wirtschaftsführern und Drogendealern. So vermitteln sie ein profundes Porträt des einst reichsten Landes Südostasiens, das die Militärs mit ihrer grausamen Diktatur abgewirtschaftet hatten und das nun endlich Hoffnung schöpft. Hein und Schmidt haben das Buch vollständig aktualisiert und mit sechs neuen Kapiteln auf den neuesten Stand nach der Regierungsbildung von Aung San Suu Kyi gebracht.
Volker Hage, der Literaturkritiker des SPIEGEL, bietet einen Überblick über die wichtigsten deutschsprachigen Autoren und Neuerscheinungen der letzten Jahre. Während die großen Alten wie Grass und Walser weiterhin für Debatten sorgen, treten junge Autoren mit erfrischenden Debüts aus deren Schatten. In seinem neuen Werk widmet sich Hage der Literatur des neuen Jahrhunderts. Nach fast zwei Jahrzehnten stagnierender deutschsprachiger Literatur, in denen sich die Generation der Söhne und Töchter kaum von den großen Nachkriegsautoren lösen konnte, meldeten sich Ende der neunziger Jahre junge Schriftsteller mit einer Leidenschaft für das Erzählen. Hages Begriff des 'literarischen Fräuleinwunders' bezog sich auf Autorinnen wie Judith Hermann, Karen Duve und Zoë Jenny. Der Schwung dieser jungen Talente setzt sich im neuen Jahrhundert fort; unbefangener als ihre Vorgänger, die oft von der deutschen Schuld belastet waren, blicken sie in die Welt und kreieren ihre eigenen Geschichten. Hages Buch ist ein Kompendium zur zeitgenössischen Literatur und eignet sich hervorragend für alle, die einen soliden Überblick über die aktuellen Tendenzen und bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Literatur gewinnen möchten.
„Über die Schädlichkeit des Tabaks“ soll Iwan Iwanowitsch Njuchin, der Protagonist in Tschechows gleichnamigem Einakter, eine Rede halten, und das Thema ist ihm eigentlich egal. Christoph Hein, geboren 1944, soll eine Rede vor Schulabgängern halten, und das Thema ist seinen Zuhörern eigentlich egal. Geschickt persifliert der Novellist — übrigens ein Pfarrerssohn — die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen: Statt der zu erwartenden Lebensernst-Mahnrede enthüllt er selbstkritisch den Spiegel seiner eigenen, der älteren Generation: Sie ist dabei, Ressourcen und Reichtum zu verschleudern, nach dem Motto: Nach uns die Sintflut!
Das Buch enthält zwanzig unveröffentlichte Texte von Preisträgern der LiteraTour Nord (1993-2012), darunter Erzählungen, Feuilletons und Gedichte. Die Autoren, wie W. G. Sebald und Robert Gernhardt, reflektieren ernsthaft und verspielt über das Leben und die Herausforderungen der Welt.
Autor sa v románe na postave historika Horna, jeho pohnutého osudu kedysi roku 1957, ale v podstate od rokov druhej svetovej vojny, cez pohľad viacerých rozprávačov - svedkov takmer po tridsiatich rokoch sa pokúša rekonštruovať jeden nie vlastnou vinou pokazený ľudský život. Cezeň však chce povedať čosi podstatnejšie predovšetkým o mieste človeka v dejinách, najmä o vernosti ideálom v konflikte s ľudskou zlobou a malosťou, konflikte charakteristickom nielen pre fašistickú históriu Nemecka.
První novela Cizí přítel (1982) je osobní výpovědí moderní intelektuálky, druhá Hornův konec (1985) vypráví o sebevraždě zatrpklého samotářského historika.
Dvě novely německého autora a dramatika charakterizuje vyhraněné nenávodné pojetí, zcela prosté přímých morálních apelů. V první novele lékařka, která se ocitá na pohřbu jediné osoby, k níž měla hlubší citový vztah, přehlíží svůj dosavadní život. Pod zdánlivou spokojeností se odkrývá duševní vyprahlost, neschopnost jakkoli se angažovat a citová prázdnota. Druhá novela se odehrává v roce 1957 a je souhrnem výpovědí několika zainteresovaných osob, která svým postojem dokazují relativitu konkrétních činů jednotlivce.
Autor načrtol obraz ženy, ktorá sa stiahla do ulity a ktorá z opatrnosti, zo strachu pred sklamaním, odmieta akýkoľvek bližší citový kontakt s ľuďmi. Hoci má zopár priateľov, sú to všetko veľmi povrchné kontakty, dokonca i vzťah k rodičom je vlažný, obmedzuje sa na zriedkavé, takmer zdvorilostné návštevy...
Príbeh chlapca Bernharda Habera, vysídlenca, ktorý sa po 2. svetovej vojne dostane z Poľska spolu s rodičmi do /fiktívneho/ nemeckého malomesta Guldenberg a tu vyrastá, rozpráva šesť osôb z rôznych uhlov pohľadu-od Haberovho útleho detstva, cez jeho pubertu, roky mladosti až do dospelého veku, resp. do čias okolo roku 1989. Haber sa v priebehu románu vyvinie na bezohľadného "východonemeckého" muža, ktorý svojou existenciou dobre zapadne do spoločenskej priemernosti povojnových pomerov. Okolo jeho životných príhod sa epicky odvíjajú ďalšie udalosti: osud jeho otca, osudy jednotlivých rozprávačov /väčšinou stroskotancov života/ a osud krajiny.