Wilder Urlaub erzählt von einem Soldaten, der im 2.Weltkrieg aus der Schweizer Armee desertiert. Wir waren unser vier beschreibt, den Stil von Alles in Allem vorausnehmend, wie vier Freunde den Grenzdienst der Schweizer Armee von 1939 bis 1945 erleben.
Gerufen und nicht gerufen führt den Zyklus Alles in Allem für die Jahre 1945 bis 1970 mit weiteren 152 Schicksalen fort. Im Zentrum steht der ins Abseits gedrängte Schriftsteller Dinhard. Nachher bezeugt an 4 Beispielen Guggenheim Können als Novellist.
Die frühen Jahre erzählen die Lovestory des Erzählers mit der bezaubernden Esther 1918 in Zürich, Salz des Meeres, Salz der Tränen vom Aufenthalt des jungen Kaufmanns in Le Havre, wo er Frankreich für sich entdeckt und die Trennung von Esther verarbeitet.
Mit Riedland , der Begegnung zwischen einem Ingenieur und einem naturbegeisterten Mädchen, gelang Guggenheim 1938 der Durchbruch. Sandkorn für Sandkorn erzählt, wie der Roman entstand und was er dem französischen Insektenforscher Jean Henri Fabre verdankt.
Der goldene Würfel , die Story eines Bankiers, der die Bank mit einem Outsiderleben vertauscht, liest sich als pfiffiger Beitrag zum Aufstand der «68er». Das Zusammensetzspiel stempelt aus der Optik eines Ethnologen die Mieter zu Benachteiligten des Kapitalismus.
Minute des Lebens erzählt hinreissend, was die zwei Freunde, den erfolgreichen Émile Zola und den erfolglosen Paul Cézanne, trennte und verband. Der heilige Komödiant zeigt, auf welch faszinierende Weise Sprache Gefäss einer göttlichen Wahrheit werden kann.
In Kurt Guggenheims frühesten Romanen, 1935 und 1936 in Zürich spielend, kündigte sich bereits klar seine spätere Meisterschaft an: «Seine Thematik, seine genaue Sprache, die zwischen Einfühlung und ironischer Distanz osziliert.» (Beatrice Eichmann-Leutenegge
Immer deutlicher wird erkennbar, wie treffsicher und authentisch der große Epiker Kurt Guggenheim die von ihm durchlebte Zeit als Romanchronist zu gestalten vermochte und wie sehr seine persönlichen Erfahrungen Dinge und Phänomene spiegeln, die weit über das Individuelle hinausgehen. Das gilt für den großen Zürcher Epochenroman Alles in allem in ganz besonderem Masse. Die Ausgabe innerhalb der Reihe Reprinted by Huber besticht nicht nur durch die editorische Qualität und das fundierte Nachwort Charles Linsmayers, sondern auch durch die zeitgenössischen Illustrationen von Hans Falk und Arnold Kübler.
Hans Rudolf Hiltys Anthologie beleuchtet die Schweiz der 30er Jahre und des Zweiten Weltkriegs durch Texte von Schweizer und internationalen Autoren, die als Emigranten oder Flüchtlinge lebten. Sie thematisiert die gesellschaftlichen Herausforderungen, die europäische Schicksale und die Nachkriegsveränderungen. Ein eindrucksvolles Zeitzeugnis.
Entfesslung heisst der Roman, mit dem der 39-jährige Kurt Guggenheim 1935 nach
einer gescheiterten kaufmännischen Karriere debütierte. Peter Quirin löst sich
nach dem Tod seiner Geliebten aus allen belastenden Verstrickungen und
verlässt Zürich in Richtung Lateinamerika. Der Geschichte eines Aufbruchs
folgte 1936 mit Sieben Tage der Roman einer Heimkehr. Karls Meidenholz ist von
weither zurückgekommen, um einen Vorfall zu rächen, der ihn 15 Jahre zuvor aus
der Stadt trieb und in den mehrere seiner Schulkameraden verstrickt waren.
Aber die zarte Beziehung zur jungen Helene bringt ihn zur Erkenntnis, dass
keiner etwas für sich allein ist und das Bindende mehr Kraft als das Trennende
besitzt.