Uwe Timm delves into Germany's past and personal history in his works, often exploring complex family dynamics. He cultivates an "aesthetics of everyday life," employing simple language and sentence structures that mimic oral storytelling. Timm skillfully interweaves his narratives, with characters from one story sometimes becoming the focus of another, creating a rich tapestry of interconnected literary worlds.
When Nibbles, an inquisitive young mouse, scampers onto a waiting train at the local station, little does he know he is about to be swept along on a cross-country adventure. Nibbles travels across his homeland of Germany, picks up a new friend in Switzerland, samples the delights of French cuisine in Paris and finally ends up as the star performer in a circus in England! But then Nibbles begins to feel homesick. How will one little mouse find his way home again?
Uwe Timm, geboren 1940 in Hamburg, ist einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Geschichten faszinierten ihn schon als Kind, gebannt lauschte er den Erzählungen seiner Tante und ihrer Gästeschar im Hamburger »Gängeviertel«. Uwe Timm gehört zu den wichtigsten Vertretern der 68er-Generation. Die Aufarbeitung dieser Zeit sowie der deutschen NS-Vergangenheit ist ein wesentlicher Aspekt seines Schaffens. Außerordentlich erfolgreich wurde er auch als Kinderbuchautor. Für seine Werke erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2001 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Bekannte Werke sind u.a. ›Am Beispiel meines Bruders‹ und ›Die Entdeckung der Currywurst‹.
»Eine virtuose Erinnerungsmontage und ein maßgeschneidertes Lesevergnügen.« Florian Eichel, Die ZEIT
288 pages
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»Einer der besten deutschen Romane des letzten Jahres.« Elke HeidenreichIn diesem atmosphärischen Roman erzählt Uwe Timm von seinen Lehrjahren im Hamburg der Fünfzigerjahre. Sein Vater, der Inhaber eines Pelzgeschäfts, gibt den 14-jährigen Uwe in eine Kürschnerlehre. Schnell lernt der junge Mann die kreative Präzision, die das heute fast ausgestorbene Handwerk erfordert, schult den Blick für das Material, die Kundinnen, die Tücken und Geheimnisse dieser Kunst. Sehr persönlich, unprätentiös und leicht berichtet der von der Presse vielfach gefeierte Meister der autobiografischen Erzählung von kuriosen Erlebnissen im Beruf und in der Welt der Mode, von besonderen Freundschaften und ersten Liebschaften, und von den Büchern, die sein Leben verändert haben.
Montaignes Turm Zu Uwe Timms 75. Geburtstag erschien diese Zusammenstellung von Texten, die den Horizont seines literarischen Schaffens umreißt. Das Spektrum ist vielfältig, der Ausgangspunkt aber immer das eigene Leben und Interesse. So geht es um Montaignes Arbeitszimmer in einem Turm, das Aussicht und Rückzug miteinander verbindet, um Begegnungen mit Wolfgang Koeppen in München, um die Frage nationaler Identität am Beispiel von Kafkas Romanfragment ›Amerika‹, um das Verhältnis von Kunst und Handwerk am Beispiel Bölls, um die Frage, ob das Schreiben lernbar sei, und immer wieder um Thomas Mann, vor allem um eine erneute Lektüre seines Romans ›Der Zauberberg‹.
Erzählungen, Essays, Gedichte, Reiseberichte & Reden Er ist ein zurückhaltender Mensch, ein Beobachter. 1971 promovierte er über ›Das Problem der Absurdität bei Albert Camus‹ und im gleichen Jahr veröffentlichte er seine ›Widersprüche‹ – Gedichte und einen Essay. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon eine Kürschnerlehre, einen langen Parisaufenthalt, ein Philosophiestudium und die Studentenbewegung hinter sich. Seither hat er zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher geschrieben. Da wird es Zeit, eine Zusammenschau zu versuchen, die kleinen und größeren, die öffentlichen und privaten Texte zu sammeln, die im chronologischen Ablauf ein Bild des ganzen Menschen vermitteln, der sich hinter seinen Werken – man möchte fast sagen: verbirgt. Martin Hielscher, sein langjähriger Lektor, hat mit Uwe Timm die Kisten geöffnet, in denen das Archiv des Autors verstaut werden musste, als das Haus renoviert wurde, in dem Uwe Timm lebt. Die Zusammenstellung von teils unveröffentlichten Erzählungen, Essays, Gedichten, Reiseberichten und Reden aus den Jahren 1959 bis 2003 bietet die Möglichkeit, den literarischen und politischen Weg dieses Schriftstellers in komprimierter Form nachzuvollziehen.
Über Utopie und Literatur | »Literatur, wie Uwe Timm sie versteht, schreibt, lebt, schenkt Hoffnung.« FAZ
256 pages
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Eine inspirierende, kluge Reflexion über die Kraft der Utopie Utopien haben Uwe Timm zeit seines Lebens beschäftigt: in seinem literarischen und essayistischen Werk ebenso wie auf seinen Reisen. Er beleuchtet das utopische wie dystopische Moment in Klassikern der Weltliteratur, erzählt von einer Reise nach Paraguay und untersucht gegenwärtige Aspekte utopischen Denkens im öffentlichen Bereich, etwa bei Graffitikünstlern. In Uwe Timms brillanten Betrachtungen und Erzählungen behauptet sich die Utopie als Verteidigung eines besseren Zusammenlebens – gegen alle Versuche, sie in ein System zu pressen oder ideologisch zu diskreditieren. Sie setzt die Kraft der Wünsche frei und somit die Kraft für die Zukunft.
Im Frühjahr 2000 im Kino Kendal, ein Kurdenjunge aus Ostanatolien, wird von seinem Onkel nach Deutschland gebracht, wo er es besser haben und eine gute Arbeit finden soll. Nach drei Monaten bewegt sich der Junge im Hamburger Drogenmilieu. Was ist in der Zwischenzeit mit ihm passiert? Uwe Timm erzählt die Geschichte von einer Freundschaft wider Willen, der Freundschaft zwischen einem jungen deutschen Taxifahrer, der einmal Polizist war, und dem kurdischen Jungen. Erzählt wird von der Fremdheit und dem Wunsch nach Geborgenheit in einem Ambiente, das vom Drogenhandel, von Sucht, Brutalität und Verzweiflung geprägt ist. Deutschland von unten, aus der Sicht eines strafunmündigen Kindes, das als Dealer von seinem Onkel eingesetzt wird und doch seine Träume nicht vergisst, auch nicht den Kampf seines Volkes um Freiheit und Selbstbestimmung. Nach der Bubi-Scholz-Story liegt mit Eine Hand voll Gras ein weiteres Filmskript von Uwe Timm als Buch vor. Der Film wird im Frühjahr 2000 in die Kinos kommen, produziert von Günter Rohrbach und der MTM. Regie: Roland Suso Richter. Hauptdarsteller: Oliver Korittke und Arman Kuru.
Ein Vogel der brüllt wie ein Tiger und flucht wie ein waschechter Matrose? Das kann nur Beo Padde sein, den es von Indien nach Hamburg verschlagen hat. Wenn Padde loslegt, ist im Zoogeschäft von Herrrn Schulte, im Tierpark Hagenbeck oder beim Tierstimmenimitator Kluge die Hölle los. Aber so lustig das Verwirrspiel auch ist, Padde braucht ein Zuhause! Da trifft er auf ein kleines Mädchen...
Eine weitere turbulente Tiergeschichte vom Erfinder des ›Rennschwein Rudi Rüssel‹
Ein sehr persönliches Buch Römische Impressionen und autobiographische Mitteilungen eines engagierten deutschen Schriftstellers. Anfang der achtziger Jahre hat Uwe Timm seine Zelte in München abgebrochen und ist mit Frau und Kindern nach Rom übergesiedelt. Der Aufenthalt in der von Geschichte und Utopien erfüllten Stadt wird zu einer harten Prüfung - und Rom trotz aller Widrigkeiten zum magischen Ort, der dem »Edelaussteiger« die eigene geschichtliche und literarische Position bewusst macht.
Aus scheinbar gewöhnlichen Alltagssituationen heraus erzählt Uwe Timm in „Das Abendessen“ und „Nicht morgen, nicht gestern“ von überraschenden Wendungen im Leben der Protagonisten. Mit seiner vollendeten Erzählkunst lässt er kleine Kunstwerke entstehen, die gleichzeitig schön und traurig, ernst und komisch sind.
In seinem neuen Buch erzählt Uwe Timm von seinen Lehrjahren als Kürschner im Hamburg der Fünfzigerjahre. Der 14-jährige Uwe wird 1955 von seinem Vater, dem Inhaber eines Pelzgeschäfts, in die Kürschnerlehre gegeben. Hier lernt er die kreative Präzision des fast ausgestorbenen Handwerks, schult seinen Blick für Material und Kundinnen und entdeckt die Geheimnisse dieser Kunst. Während er den Geschichten seiner Kollegen lauscht, schließt er Freundschaften, erhält Buchempfehlungen und erkundet die Stadt sowie die Jazzszene. Der Lehrling, der vom Schreiben träumt, liest heimlich Salinger und Camus, begleitet den „roten Erik“ auf die Reeperbahn und entdeckt mit dem schüchternen Kollegen Johnny-Look die Liebe. Politisch initiiert von Meister Kruse, kommt es zu intensiven Auseinandersetzungen mit seinem Vater über die NS-Zeit. Der Pelzmarkt erlebt einen Preiskampf, und das Familiengeschäft floriert nicht mehr. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters muss der 18-Jährige ein überschuldetes Geschäft sanieren. Trotz der harten Arbeit und Sorgen träumt er von einem anderen Leben. Dieses Buch ist ein präzises und poetisches Zeitbild, ein Initiationsroman über Liebe, Lesen, Arbeiten und Träumen.
Anfang der achtziger Jahre hat Uwe Timm seine Zelte in München abgebrochen und ist mit Frau und Kindern nach Rom übergesiedelt. Der Aufenthalt in der von Geschichte und Utopien erfüllten Stadt wird zu einer harten Prüfung – und Rom trotz aller Widrigkeiten zum magischen Ort, der dem »Edelaussteiger« die eigene geschichtliche und literarische Position bewusst macht.
Die treibende Kraft kleiner Wünsche – das neue Buch von Uwe TimmIn den Geschichten dieses Buches folgt Uwe Timm der Spur des Wunderbaren, das in scheinbar gewöhnlichen Alltagssituationen nistet. Mit seinem absoluten Gehör für die gesprochene Sprache, voller Sinn für Ironie und Situationskomik erzählt Timm von überraschenden Wendungen im Leben seiner Figuren. Wie kann ein einziges Abendessen eine recht ungewöhnliche Ehe beenden, und was wird aus der blutjungen Frau, die mit verdorbenem Magen aus der Wohnung flieht? Wie wird sie, die ewig Ungeschickte, ihr Leben meistern? Was mag der Fahrer eines Lastwagens, von zwei jungen Frauen engagiert, wohl von der Tour nach Polen in den Westen transportieren und warum läßt er den Wagen dann einfach stehen? Und welch tückische Rolle kann ein Schließfach im Leben eines Querkopfes spielen?
Jubiläums Edition - Große Autoren in allen Formaten. »Anspruchsvoller kann ein Roman kaum sein: Er bündelt die jüngsten dreißig Jahre deutscher Geschichte, er handelt vom Scheitern der großen Utopien, von Revolution und Resignation, er stellt die Frage nach dem Sinn des Lebens, er erzählt von Liebe und Tod.« Ulrich Greiner in der ›Zeit‹ »Ich schwebe. Von hier oben habe ich einen guten Überblick, kann die ganze Kreuzung sehen, die Straße, die Bürgersteige. Unten liege ich.« Unter sich, auf einer Berliner Kreuzung, sieht der Ich-Erzähler, der sechsundfünfzigjährige Thomas Linde, seinen eigenen, von einem Auto überfahrenen Körper liegen. In der kurzen Zeitspanne zwischen Leben und Tod erzählt der ehemalige Achtundsechziger, Jazzkritiker und Beerdigungsredner Linde von den letzten Tagen und Wochen seines Lebens, von der Liebe, von seiner um zwanzig Jahre jüngeren Geliebten, der Lichtdesignerin Iris, von Aschenberger, der tot ist und die Siegessäule sprengen wollte, von Revolution, dem Scheitern von Utopien und Lebensträumen – von einem unvollendeten Leben.
Familienlegende mit wahrem Kern Coburg Ende des 19. Jahrhunderts: Ein Mann, der Tierpräparator Franz Schröter, fährt auf einem Hochrad durch die Straßen. Diese Pioniertat bringt die kleine Residenzstadt in Bewegung. Ungeheuerliches geschieht und erhitzt die Gemüter – Anna, die Frau des Rebellen, radelt im aufsehenerregenden syrischen Unterkleid (heute würde man vom Hosenrock sprechen) durch die Stadt, die Kopfstürze mehren sich, ein als Mann verkleidetes Freifräulein vom herzoglichen Hof derer von Sachsen-Coburg und Gotha sinkt bei ihren Fahrversuchen immer wieder in Schröters Arme. Und bald stehen sich Anhänger von Hochrad und Niederrad unversöhnlich gegenüber ... Uwe Timm erzählt eine ebenso wahre wie phantastische Geschichte aus der noch nicht allzu fernen Zeit der großen Erfindungen und des unbeirrten Fortschrittsglaubens.
»Die Jungen sollten es lesen, um zu lernen, die Alten um sich zu erinnern, und alle, weil es gute Literatur ist.« Elke Heidenreich
»Abwesend und doch anwesend hat er mich durch meine Kindheit begleitet, in der Trauer der Mutter, den Zweifeln des Vaters, den Andeutungen zwischen den Eltern. Von ihm wurde erzählt, das waren kleine, immer ähnliche Situationen, die ihn als mutig und anständig auswiesen. Auch wenn nicht von ihm die Rede war, war er doch gegenwärtig, gegenwärtiger als andere Tote, durch Erzählungen, Fotos und in den Vergleichen des Vaters, die mich, den Nachkömmling, einbezogen.« Wer war dieser Karl-Heinz Timm, geboren 1924 in Hamburg, gestorben 1943 in einem Lazarett in der Ukraine? Warum hat er sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet? Wie ging er mit der Verpflichtung zum Töten um? Welche Optionen hatte er, welche Möglichkeiten blieben ihm verschlossen? Wo ist der Ort der Schuld, wo der des Gewissens bei den Eltern, die ihn überlebt haben?
Portrait einer Generation ohne Hoffnung Christian Kerbel, 29, einst politisch engagierter Germanistikstudent, schlägt sich als Taxifahrer in München durch. Die Welt verbessern wollte er, nun hört er sich den „Gesprächsmüll“ der Fahrgäste an. Und wenn er in seine WG kommt, wartet nicht mal mehr Freundin Karin. Er selbst hat sie zum Flughafen gefahren, damit sie zu einem anderen kann - nun wird er mit dem Verlust nicht fertig.
»Er ist vom ersten Satz an ein Thriller – und die Spannung hält vor bis zur letzten Seite.« Die ZeitDie Geschichte des deutschen Bauingenieurs Wagner, der sich als Bauleiter einer Papierfabrik in Südamerika in ein Netz von Korruption, Aberglauben und Gewalt verstrickt. Der seine privaten Probleme mit der Entfernung lösen zu können glaubt. Und der am Ende von Zweifeln an seinem Tun geplagt wird.
Ein Mann hat alles verloren: seine Freundin, seine Geliebte, seinen Beruf und seine Wohnung. Nach einem Bankrott lebt er allein auf einer Insel in der Elbmündung und arbeitet als Vogelwart. Sein eremitisches Dasein wird durch einen Anruf gestört: Anna, die vor sechs Jahren nach New York geflohen ist und sein Leben durcheinandergebracht hat, kündigt ihren Besuch an. Während er sich auf das Wiedersehen vorbereitet, folgen ihm die Geister der Vergangenheit, und die Geschichten von Eschenbach, Selma, Anna und Ewald entfalten sich.
Es ist die Erzählung zweier Paare, die einst glücklich waren, aber nicht bleiben konnten, als Eschenbachs verbotene Leidenschaft für Anna entbrannte. Der Autor schafft ein prägnantes Bild unserer Gegenwart, in der Partnerwahl sowohl von Optimierungsstrategien als auch von irrationalen Impulsen geprägt ist. Der Roman fordert den Leser heraus, über eigene Gefühle und Werte nachzudenken, während er ihn mitreißt und wieder loslässt. Die Geschichte thematisiert die Macht des Begehrens, die geheimnisvollen Spielregeln des Lebens und die Kunst des Abschieds, und vermittelt dabei eine hohe Intensität und meditative Ruhe.
Die Geschichte einer frühen Freundschaft zwischen Uwe Timm und Benno Ohnesorg ist geprägt von einem ikonischen Bild: Ein junger Mann liegt am Boden, während eine Frau seinen Kopf hält. Benno Ohnesorg, geboren 1940, wurde am 2. Juni 1967 während einer Anti-Schah-Demonstration in Berlin erschossen. Er war der Freund und Gefährte Uwe Timms, als sie in den frühen 1960er Jahren am Braunschweig-Kolleg das Abitur nachholten. Ohnesorg war ein eigenwilliger, zurückhaltender junger Mann mit einer Leidenschaft für Malerei und französische Moderne. Er schrieb Gedichte und wurde Timms erster Leser. Gemeinsam entdeckten sie Autoren wie Apollinaire, Beckett, Camus und Ionesco und erkannten, dass Schreiben ein gemeinschaftlicher Prozess sein kann, der Nähe und individuellen Ausdruck vereint. In seinem dritten autobiografischen Werk verfasst Timm ein poetisches Requiem, das nicht nur die gewaltsam beendete Freundschaft thematisiert, sondern auch seine erste Liebe und den Aufbruch eines Schriftstellers. Es wird aufgezeigt, wie eine Generation vom Existentialismus zur politischen Rebellion gelangt und wie Freundschaften und Liebesbeziehungen ein Netz von Korrespondenzen bilden, das erst später als Lebensmuster erkannt wird.
Drei Tage und drei Nächte in Berlin während der Mittsommernacht, als Christo den Reichstag verhüllt... Johannisnacht, Uwe Timms neuer, zauberhafter Roman, erzählt von einem Mann, der eigentlich nur über die Kartoffel schreiben will und in lauter verwirrende Abenteuer erzählt: Ausgerechnet die Kartoffel beschert dem Ich-Erzähler in Uwe Timms neuem Roman _Johannisnacht _ drei tolle Tage und Nächte in Berlin rund um die Mittsommernacht, als Christo den Reichstag verhüllt...
Timms Protagonist recherchiert für einen Artikel über die Geschichte der Kartoffel. Er ist auf der Suche nach einem Geschmackskatalog der nur scheinbar biederen Knolle, will etwas über einen Onkel herausfinden, der Kartoffeln wie Weinsorten schmecken konnte, und gerät dabei in eine aberwitzige Folge von Verwicklungen und Abenteuern. Von Ost nach West eilend, quer durch Schichten und Szenen, zwischen Tuaregs und Technomädchen, Waffenhändlern und Friseuren hin- und hergeworfen, erfährt unser Held alles über die Hoffnung und die Flüchtigkeit, die Magie und den Trug der Sinne.
Ende der 80er Jahre: alles scheint möglich. »Um es gleich zu sagen: ich werde gesucht.« Peter Walter, des millionenschweren Betrugs mit Warentermingeschäften angeklagt, hat sich mit Frau und Tochter an die spanische Costa del Sol abgesetzt. Hier hat er Zeit, seinen Hobbys zu frönen und sein Leben Revue passieren zu lassen. Vom Fassadenputzer zum Broker und Geschäftsführer einer eigenen Anlagefirma hat es der Sohn einer Hamburger Friseuse und vieler Väter gebracht. Abonnentenwerber und Drücker war er, bevor er einem Headhunter in die Finger geriet und sein nobles Büro mit Alsterblick bezog. Sein rasanter Aufstieg wird zum Zustandsbericht aus dem »Inneren des Landes« Ende der 80er Jahre: Alles scheint möglich.
Eine junge Fliegerin, Marga von Etzdorf, erschießt sich 1933 in Aleppo nach einer Bruchlandung. Mit nur 25 Jahren findet sie ihre letzte Ruhe auf dem Berliner Invalidenfriedhof, umgeben von den Toten der preußischen Militärgeschichte und NS-Größen. Ihr gewaltsamer Tod wirft Fragen auf.
Ein Stadtführer führt den Erzähler über den Friedhof und weist auf die unheimlichen Nachbarschaften hin: Scharnhorst, der Held der Befreiungskriege, liegt neben Heydrich, dem Organisator des Holocaust, und namenlosen Opfern des Krieges. Die Toten beginnen zu sprechen, sich zu erklären, und unter ihnen ist auch Marga von Etzdorf.
Während eines spektakulären Langstreckenflugs trifft sie in Japan den Diplomaten und ehemaligen Jagdflieger Christian von Dahlem. Sie verbringen eine ungewöhnliche Nacht des Erzählens, getrennt durch einen Vorhang, aber dennoch verbunden. In einem Moment der inneren Preisgabe teilen sie ihre Lebensgeschichten.
Dieses Oratorium von Liebe und Verrat beschwört die Dämonen und Engel der Geschichte und reflektiert die Haltungen, die die deutsche Geschichte geprägt haben. Vielstimmig und vielschichtig, klug und bewegend erkundet der Roman die Schnittstelle zwischen der Gewalt der Geschichte, dem Zufall und individuellem Schicksal – für den, der bereit ist zuzuhören.
Ein grandioser historischer Roman »Ein brillantes Buch.« ›Main-Echo‹ Deutsch-Südwestafrika, 1904. Beginn eines erbarmungslosen Kolonialkrieges, den das Deutsche Kaiserreich gegen aufständische Hereros und Hottentotten führt. An der Spitze der für ihre Freiheit kämpfenden Schwarzen steht Jakob Morenga, ein früherer Minenarbeiter. Was damals in dem heute unabhängigen Namibia geschah, hat Uwe Timm in einer geschickten Montage von historischen Dokumenten und fiktiven Aufzeichnungen zu einem grandiosen historischen Roman verdichtet.
Sind wir die geworden, die wir sein wollten?»Damit hatte er nicht rechnen können, ausgerechnet hier, am Mare Balticum, von seinem Vorleben eingeholt zu werden.« Uwe Timm erzählt vom späten Wiedersehen zweier Männer, die in den frühen Sechzigern, noch vor dem großen Aufbruch, als Studenten in München ihren Weg suchten. Am Freitisch saßen sie mittags beieinander, in der Kantine einer spendablen Versicherung, und ihre Gespräche kreisten um Gott und die Welt und einen gemeinsamen Bezugspunkt: Arno Schmidt. Als sie sich in Anklam wiedertreffen, prallen zwei Lebensentwürfe aufeinander. Der Erzähler hat hier als Lehrer gearbeitet, Deutsch und Geschichte, und führt seit seiner Pensionierung ein Antiquariat. Der andere, Euler, damals Mathematiker mit literarischen Ambitionen, kommt als Investor und sondiert das Terrain, um eine Mülldeponie zu bauen. Beide helfen sich und der Erinnerung auf die Sprünge, geben Anekdoten zum Besten, zitieren ihre Lektüren und landen immer wieder bei dem Dritten im Bunde: Falkner, der damals schrieb, ohne jemals einen Text vorzuzeigen, und mittlerweile ein bekannter Schriftsteller ist.
Schatzsuche auf der Elbe!
Als Benno, Georg, Jan und Jutta heimlich mit einem alten Segelboot aufbrechen, um auf einer der vielen unbewohnten Inseln einen längst vergessenen Schatz zu heben, werden sie in immer abenteuerlichere Geschehnisse verwickelt. Mit zahlreichen Karten und einem zusätzlichen Spezialauftrag des ›Königs von Albanien‹ unterwegs, kommen ihnen sogar ein paar schießwütige Ganoven in die Quere. Doch damit nicht genug: Vor Pagensand erleiden die Vier Schiffbruch und müssen plötzlich völlig auf sich gestellt um ihr Überleben kämpfen. Da machen sie eine folgenschwere Entdeckung...
Die Bände der Reihe bieten eine spannende und abwechslungsreiche Erzählung, die verschiedene Themen und Charaktere miteinander verknüpft. Jeder Band führt die Leser in neue Abenteuer und tiefgreifende Konflikte, während die Protagonisten ihre persönlichen Herausforderungen meistern. Die Geschichten sind reich an Emotionen und vermitteln wichtige Lebenslektionen, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich sind. Die Reihe ist ideal für Leser, die fesselnde Geschichten mit vielschichtigen Charakteren und unerwarteten Wendungen schätzen.
Der Blick richtet sich oft nach innen, ins pulsierende und glamouröse Stadtleben, das viele Schriftsteller inspiriert hat. Doch im schnellen Alltag verliert sich die Wahrnehmung des Schönen, und die Sehnsucht nach Orten der Stille wächst. Viele Autoren ziehen sich ins Land zurück, um neue Perspektiven und Ruhe zu finden. Am Stadtrand entdecken sie Heimat und neuen Erzählstoff, denn auch dort geschehen ungewöhnliche und amüsante Dinge. In dieser Anthologie stellt die Süddeutsche Zeitung 16 Autoren aus dem Münchner Umland vor, deren Erzählungen den Fokus nach außen richten: Land in Sicht! Diese Schriftsteller, darunter Amelie Fried, Petra Morsbach und Eberhard Horst, haben sich im aktuellen Literaturbetrieb etabliert und wurden vielfach ausgezeichnet. Sie schöpfen Inspiration aus einer Landschaft, die seit Jahrzehnten große Geister beflügelt hat. Hier schrieben bereits Thomas Mann und Oskar Maria Graf. Die 16 Gegenwartsautoren haben exklusiv für diese Anthologie eine Erzählung verfasst, die die Vielfalt und Kreativität des Münchner Umlands widerspiegelt.
Uwe Timm und Frank Witzel haben 2018 die Vorlesungen der Tübinger Poetik-Dozentur gehalten. Beide haben sich in ihren Werken mit den Jahren um 1968 befasst und dabei jeweils neue Formen literarischer Geschichtsschreibung, neue Formen der Erinnerung, Reflexion und Kritik erprobt. Biographien, Politik, Geschichte und Literatur verbinden und überschreiben sich dabei auf sehr unterschiedliche Art, sie vermessen Zeiten und Räume aus jeweils anderen Perspektiven und mit einer anderen Form von Humor und Trauer. Beide gehen auch in ihren Tübinger Poetik-Vorlesungen wieder an den Rändern ihrer Geschichten entlang und explorieren dabei jeweils unterschiedliche »terrains vagues«, einmal die utopischen Räume des Schreibens (Uwe Timm) und das andere Mal (Frank Witzel) die Grenzräume zwischen Literatur und Philosophie.
Sie haben Fragen an das Werk? - Was bedeutet der Titel des Romans? - Welche Stimmen hört der Erzähler bei seinem Friedhofsbesuch? - Warum hat sich die Fliegerin Marga von Etzdorf das Leben genommen? Lektürehilfen - damit keine Fragen offen bleiben! Ausführliche Inhaltsangabe: schnell nachlesen, was geschieht Umfassende Interpretation und Analyse: zentrale Themen und Motive verständlich erklärt Typische Fragen mit ausführlichen Lösungen: Gut vorbereitet durch Abitur-Fragen mit Lösungen
Vom Wert der Freiheit zeugt der Strom der Leserbriefe, die Uwe Timm an die Zeitung „Die Welt“ geschickt hat. Sie sind zusammen mit den Erinnerungen an Zeitzeugen, vor allem Anarchisten und Kommunisten, Ausdruck eines vorbildlichen bürgerlichen Engagements. Bürgerlich? Ja, denn Uwe Timm setzt sich praktisch – mit Wort und Tat ¬– für eine freie Gesellschaft ein, als Bürger Deutschlands, als Weltbürger, mit dem Ziel einer humaneren Gesellschaft, die statt mit immer mehr mit viel weniger Staat auskommt. Dabei korrigiert er gängige Ansichten, verbreitete Irrtümer und Fehlurteile und setzt sich mit nur wenigen zur Verfügung stehenden Zeilen für freiheitliche Alternativen ein.
Soglasites, domashniaia svinia - eto neobychno. A uzh begovaia domashniaia svinia - sluchai voobshche unikalnyi! Vstrechaite - Rudi-Piatachok! Vmeste s Rudi vy pobyvaete na svinykh begakh, pochuvstvuete sebia nastoiashchim futbolnym fanatom, poputeshestvuete po Germanii i uznaete, naskolko interesnee stanovitsia zhizn, kogda v seme poiavliaetsia domashnii liubimetc! I Rudi-Piatachok - porosenok s osobennym kharakterom, i vy naverniaka poliubite ego vsem serdtcem... a zaodno uznaete mnogo novogo i neozhidannogo pro svinei voobshche.
In der Ausgabe 2/2025 von SINN UND FORM finden sich vielfältige literarische Beiträge. Uwe Timm und Jörg Magenau diskutieren das Schreiben als eine Form der Flucht und des Überflusses. Timm beleuchtet die Einsamkeit von Günter Herburger, während Krystyna Dąbrowska Gedichte über den Bogenschützen präsentiert. Eckhardt Köhn reflektiert über die Rolle der Literatur in Wilhelm Hausensteins Tagebüchern, und Monique Laederach thematisiert in ihrer Autobiographie den Weg zur Identität als Frau. Weitere Gedichte von Laederach zeigen die Freiheit des Wortes. László F. Földényi nähert sich Ulrike von Kleist, während Edmund Burke den Charakter von Jane Burke analysiert. Monika Herceg und Hannelore Schlaffer bringen Gedichte und Gedanken über Liebe und den Körper der Geliebten. Rumiana Ebert und Hans Jürgen Balmes bieten weitere Gedichte und Reflexionen über das Leben. Renate Schmidgall und Erhard Weinholz erzählen von der Herrlichkeit des Lebens und dem Fürstenleben. Jonathan Landgrebe hält eine Laudatio auf Didier Eribon, und Jörg Aufenanger betrachtet Eugenio Montale und das Meer. Aris Fioretos analysiert Kafkas Zerfleischung, während Christian Rosenau eine Dankrede zum Literaturpreis hält. Gisela von Wysocki schließt mit einer Betrachtung von Schönbergs Metaphern und Adornos emotionalem Kampf.
Am 30. März wird Uwe Timm 65 Jahre alt, und zu diesem Anlass zeigen Schriftsteller, Kritiker und Weggefährten, was er und sein Werk für sie bedeuten. Dieser Geburtstag bietet die Gelegenheit, einen der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller aus der Perspektive derjenigen zu betrachten, die ihn und sein umfangreiches literarisches Schaffen begleiten. Die Wirkung eines Schriftstellers zeigt sich nicht nur in seinen Büchern, sondern auch in der Art und Weise, wie er von anderen wahrgenommen wird. Dieser Band versammelt persönliche Beiträge von vielen wichtigen Autoren, Kritikern, Publizisten und Literaturwissenschaftlern, die die Bedeutung von Uwe Timm unterstreichen. Seit fast 35 Jahren bewegt und begeistert er mit seinen Romanen, Kinderbüchern und Drehbüchern sowie seiner Persönlichkeit. Zu den Beiträgen zählen Stimmen von Wolfgang Balk, Keith Bullivant, F.C. Delius, Liane Dirks, Ulrich Dittmann und vielen weiteren namhaften Persönlichkeiten der Literaturszene. Diese Vielfalt an Perspektiven belegt, wie tiefgreifend und anregend Uwe Timms Einfluss auf die Literatur und die Menschen um ihn herum ist.