Kommunikaze / Mein Kampf, dein Kampf / Am Arsch die Räuber
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Wiglaf Droste hat Zeit seines Lebens immer wieder autobiographische Erzählungen verfasst, die verstreut veröffentlicht wurden, zusammen aber eine Schnitzeljagd durch sein wildes Leben ergeben. Wiglaf Droste nimmt einen mit auf eine Reise mit Max Goldt durch Finnland, er berichtet über seine ersten Leseauftritte in den östlichen Provinzen zusammen mit Michael Stein, über eine abenteuerliche Fahrt mit Joachim Król, Fritz Eckenga und anderen ins Old Trafford Stadion, um dem Fußballgott Jürgen Kohler zuzujubeln, über ein gekreuzigtes Kaninchen in Portugal, wo Droste mit seinem Freund Vincent Klink unterwegs war, über eine Recherche im Frankfurter Blaulichtmilieu mit Achim Greser, aber er beichtet auch einiges aus seinem strummseligen Leben als Jugendlicher und wie er in Erwartung eines psychedelischen Erlebnisses Curry rauchte.
„Begrabt mein Hirn...“ ist ein herausragendes Beispiel für Wiglaf Drostes polemische Sprache, die durch Beobachtungsgabe und Stil überzeugt. Der Autor meistert die Herausforderungen des Lebens mit Eleganz und Gültigkeit.
In »Tisch und Bett« sind Wiglaf Drostes Gedichte aus den letzten Jahren versammelt, die das Leben feiern und die Liebe, das Essen und das Trinken, von der Freude am Garten und am Fußball erzählen und – wie nicht anders zu erwarten – von den politischen Zumutungen: poetisch und polemisch, frech und fein. Behalten wir’s im Auge, dass die Welt was tauge, dass aus der schönen, alten Erde wo möglich einmal eine werde. Wiglaf Droste hatte immer die »Welt im Auge«, den privaten Alltag und »das große Ganze«, auch in diesen, seinen letzten, Gedichten. Man ist, wie Gustav Seibt in der SZ schreibt, »von Sprachklang, Satzmelodien und Witz dieses perfekten Handwerkers« gebannt, von der Poesie, mit der er den Morgen besingt oder den Süden oder die Frauen: Sie sitzt im Bett und raucht Zigarre, / ich daneben, und ich starre / schwer begeistert und verliebt:/ Dass es solche Frauen gibt! Gebannt auch von dem Witz und der Wut: Alles gut! Alles gut! / Warum ist jetzt Alles gut? / Immer, immer Alles gut!, / bis das Hirn im Hintern ruht, / sagen alle: Alles gut! Man ist entzückt von Sprachspielen, den schnellen Haikus, einem Winterliebeslied und einem Schokoladenladengedicht. Es gibt kein Recht auf Heiterkeitsverzicht, davon war Wiglaf Droste überzeugt, und so balanciert die Heiterkeit die Melancholie in Tisch und Bett aus, und wir lesen diese letzten Gedichte als eine Hommage an das Leben.
'Häuptling Eigener Herd' heißt die „kulinarische Kampf(zeit)schrift“ des Stuttgarter Sternekochs Vincent Klink und des Berliner Satirikers und Dichters Wiglaf Droste, von der seit 1999 über 30 Ausgaben erschienen sind. In ihr wird „der Lebensmittelindustrie gehörig in die Giftküche“ gespuckt, aber es werden auch existentielle Fragen beantwortet wie: „Wo isst Gott?“, „Heißen alle Rinder Ralle?“ oder „Macht kochen albern?“. Die besten Beiträge der beiden Urheber versammelt dieser Band.
In „Die Rolle der Frau“ versammelt Wiglaf Droste Kolumnen und Prosatexte, die während seiner Zeit bei der taz entstanden. Der Sammelband bietet bissige und charmante Einlassungen zu Themen wie Pop-Musik und Lissabon und unterhält den Leser mit sprachlicher Vielfalt und Humor. Ein provokantes und amüsantes Werk.
Taschenbuch mit 124 Seiten, inklusive einer Gastgeschichte von Max Goldt und Illustrationen von F. W. Bernstein.
Wiglaf Droste wurde für sein 'vitales Dissidententum' und seine 'Verbindung aus grobem Ton und feinem Stil' mit dem Ben-Witter-Preis 2003 ausgezeichnet. Droste kann beides: Satire vom Härtesten und Poesie vom Feinsten. In diesem formidablen Gedichtband stehen liebenswerte Gedichte und zarte Liebeserklärungen neben fabelhaften Kalauern und ätzenden Versen über allerhand peinliche Persönlichkeiten deutschen Gemeinwesens. Die Gedichte behandeln wichtige Themen wie 'Heiße Hühnersuppe heilt'; 'Aufstand und Roulade'; 'Deutscher Herbst & Deutscher Sommer'; 'Wolf Biermann'; 'Moral mit Tieren'; 'Raucherzone'; 'Exit im Londoner Exil'; 'Wirrsing'. Fürwahr: 'Die erhellende Lektüre von Wiglaf Droste kann einen glücklich machen', sagt Christof Meueler in Junge Welt
Dass Wiglaf Droste »ein genialer Journalist ist, der auch gut dichten kann, jedenfalls nicht schlechter als Erich Kästner« (Die Zeit), hat sich spätestens seit seinem hochgelobten Gedichtband »nutzt gar nichts, es ist Liebe« (2005) landesweit verbreitet, und seitdem wartet man auf eine Fortsetzung. Hier ist sie: »Wasabi dir nur getan?« ist eine verblüffende Mischung der Tonfälle und Fallhöhen: zart und herb, scharfsinnig und ausgelassen, melancholisch und ironisch – von »Angela Deutschland« bis zum hymnischen »Reherücken«, von den gegen Soldaten geworfenen »Tomaten im Herbst« zu zärtlichen »Ohrenküssen«, vom anagrammatischen »Leseesel« bis zum poetischen Ringen mit dem Trauma: »Zur Weihnachtszeit Besinnlichkeit«. Wiglaf Drostes Lyrik weiß um den Menschen, besingt Liebe und Leben, Essen und Trinken, Politik und Kultur mit Heiterkeit und fröhlicher Härte und beweist auch mit diesen neuen Gedichten, dass Droste, wie das DeutschlandRadio feststellte, »die Tradition von Ringelnatz und Tucholsky fortsetzt. Es gibt derzeit nur wenige Autoren in Deutschland, die so scharfe Pointen setzen können und die es tatsächlich schaffen, das komische Gedicht als Waffe zu gebrauchen.«
Zur Sache, Plätzchen: Nach dem Erfolg des schon heute legendären Standardwerks „Wurst„ („Das beste Wurstbuch aller Zeiten“, Focus) läuten nun die Weihnachtsglocken. Ein kochender Schreiber, ein schreibender Koch und ein hungriger Zeichner legen einen Sack voller Geschichten und Gerichten unter den Baum. „Weihnachten„ schaut dem Nikolaus unter den Mantel, fährt an Heiligabend heim zu Mutti und erzählt von Glanzstunden und Schattenseiten des Lichterfestes: „Advent ist, wenn der Pfarrer schreit: Besinnlichkeit! Besinnlichkeit“. Eine Sammlung schönster Weihnachtsrezepte hilft beim Warten aufs Christkind. Das Fest kann kommen.
Wiglaf Droste beschreibt den Horror des deutschen Alltags mit treffenden Worten. Willi Winkler vergleicht ihn mit Tucholsky und lobt seine prägnanten Texte zu wichtigen Themen unserer Zeit, von tapferen Frauen über alltägliche Absurditäten bis hin zu gesellschaftlichen Phänomenen.
Wiglaf Droste, mit 57 Jahren überraschend gestorben, wird gerne mit Kurt Tucholsky in einem Atemzug genannt. Er war ein begnadeter Polemiker, Dichter hinreißender Liebeserklärungen, ein Sprachkritiker und Kritiker der politischen Verhältnisse und der Dummheit. „Seine Worte sind so treffsicher wie eine Kalaschnikow. Schonungslos polemisch und von politisch unkorrekter Vollkommenheit.“ FAZ
Brillante neue Glossen von Deutschlands witzigstem Sprachkritiker. Das meist verwendete deutsche Wort heißt „Ömm“, davon bekommt man das „Burnout-Syndrom“ und zwar „absolut“ und „definitiv“. Viel „Identität“ ist den Deutschen „weggebrochen“, die ihre Erfahrungen aber auch „auf ihren Alltag runterbrechen“ müssen, während Politiker „die Menschen abholen“ oder „mitnehmen“ wollen, wohin auch immer. Wo alles „im Check“ ist, erscheint es als „zielführend“, schon „im Vorfeld“ eines „Veteranentages“ die alten „Kameraden“ zu rehabilitieren, und das selbstverständlich „zeitnah“.
Sammlung kürzerer Texte von Wiglaf Droste. Mal funny, mal politisch, fast immer erzürnt. Mit ein paar Illustrationen von Rattelschneck.
Der Spätsommer bringt die Dorffeste, die von der Feuerwehr oder Sportvereinen ausgerichtet werden. Diese Feste sind geprägt von der gleichen Tristesse: Bratwurst, schlechte Musik und Getränke, die man konsumiert und später wieder erbrechen muss. Als Dorfbewohner kenne ich die Männer, die beim Verlassen des Festplatzes breite Spuren hinterlassen, je nach Mode von Persico oder Apfelkorn. Diese Tradition wird als unverzichtbar angesehen, und bei der jährlichen Wiederholung wird sie zelebriert. Musik ist unerlässlich, oft nostalgisch, um in Stimmung zu kommen. Das Dorfleben ist für Einheimische eine Mischung aus Ereignislosigkeit und Langeweile. Die Kinder finden die Feste aufregend, bis die Musik für die Älteren einsetzt. Die Lieder aus der ehemaligen Bundesrepublik und der DDR sind oft schrecklich, was die Stimmung nicht hebt. Ein besonderes Lied, „Jugendliebe“, gesungen von Ute Freudenberg, weckt Erinnerungen und Emotionen. Die Augen der Paare werden feucht, und die Musik entfaltet ihre Wirkung. Der Refrain beschleunigt die Stimmung und lässt die Menschen nostalgisch werden. Es ist einfach, das Grauen mit Ironie zu betrachten, doch das wahre Leben erfordert, das Elend ungefiltert zu erleben. Existentialismus heute bedeutet, sich dem Leben in seiner vollen Dosis zu stellen und zu sagen: Ja, ich will – das ist das Leben.
Wiglaf Drostes Liebeserklärung an seinen Kater Domi ist ein kluges kleines Opus. Begleitet von den poetisch-genauen Bildern von Jamiri beschreibt Droste, Poet und Satiriker, Sänger und Genussmensch, seinen Alltag mit dem besonderen Freund. In den Poemen und Szenen geht es um die Weisheit des Tieres, von der man für alle Lebenslagen etwas lernen kann und um dessen Lebendigkeit, die schwer zu bändigen bleibt, im Haus wie im Garten und im poetischen Reich, das sich die beiden teilen. Es gibt die Katzenpost und den Tierzeiler und ein ganz besonderes Katerfrühstück. Ein Geschenkbuch für alle Katzen-Freunde, die keine Angst vor Krallen haben!
Du liebe Güte: Die drei Gigolos des guten Geschmacks kriegen Gefühle und stehen dazu. Heraus kommt der verführerischste Band seit ›Romeo und Julia‹. Wo ›Liebe‹ hinfällt, wächst kein Gras mehr. Wiglaf Droste sammelt Kontaktanzeigen, schreibt Liebesgedichte und geht den Geheimnissen erotischer Aussprache auf den Grund (›Sex‹ oder ›Sechs‹?). Vincent Klink erforscht, wie Liebe durch den Magen geht, und steuert Rezepte für aphrodisiakische Köstlichkeiten bei. Nikolaus Heidelbachs herzerwärmende Zeichnungen decken all das mit dem Mantel der Liebe zu. Ein Buch zum Verlieben, Verschenken, Vernaschen.
Mit Schwung, Grazie und Eleganz seziert Wiglaf Droste die sprachlichen Entgleisungen der Deutschen, den Neusprech aus »Nachhaltigkeit« und »Transparenz«, in dem »Teamplayer« und »Goods Flow Mitarbeiter« gefragt sind, »Apps zum Entdecken von Apps« aufwendig »kuratiert« werden und den das Lied eines halbalphabetischen Sängers quasi »im Paket« zusammenfasst: »Wenn Worte meine Sprache wären«.
Wiglaf Droste stellt die entscheidenden Fragen: 'Können die Deutschen nach Pisa noch Gedichte schreiben?' oder 'Wie singt ein gefoltertes Murmeltier?'. Er erklärt 'Die Erotik des Rentensystems', 'Wie Al Quaida durch Bild erst schön wird' und die 'Neuen Wege ins Jenseits '. Droste ist 'aufrührerisch, amüsant, anstößig, komisch, entzaubernd, provozierend, apodiktisch, beleidigend, grantig oder bösartig, das Widerwärtige widerwärtig nennend, und das in bestem Deutsch', schrieb Franz-Josef Degenhardt.
In Deutschland spielt man Karten im Uhrzeigersinn, während in der Schweiz die entgegengesetzte Richtung gewählt wird, was als "der Ohrfeige nach" bezeichnet wird. Diese Formulierung gefällt mir, ebenso wie "gegen die Ohrfeige". Ich verabscheue Feigheit, die oft gegen Schwächere eingesetzt wird oder in notwendigen Momenten verweigert wird. In passenden Situationen habe ich nichts gegen eine Ohrfeige, und das Wort selbst ist schön. Die Feige, eine köstliche und erotisch duftende Frucht, wird im Italienischen als "fica" bezeichnet, was auch eine anstößige Bedeutung hat. Während ich über diese Gedanken nachsinne, spielen wir Scopa, immer "der Ohrfeige nach". Wiglaf Droste ist wieder unterwegs und begegnet den Herausforderungen der Welt mit Neugier und Eleganz. Er weiß, wie man reagiert, wenn eine betrunkene Frau aus gutem Hause mit einem Fremden tanzen möchte und ihn dabei schlägt. Nachts trifft er eine Frau, die ihr letztes Geld für Bier ausgegeben hat und sich als Suhrkamp-Autorin zu erkennen gibt. Droste erzählt humorvolle Geschichten und analysiert Sprachphänomene wie Designervokabeln und Phrasen aus der Alltagssprache. Er beleuchtet, was passiert, wenn Leipzig zu "Hypezig" wird und die Bahn die "Bonusfahrtzeit" entdeckt. Wiglaf Droste kennt die Antworten und teilt sie offen mit.
Ein Mörder geht um in den fünf neuen Bundesländern: Er rasiert prominente Bartträger und ermordet sie. Steckt die Stasi dahinter? Oder ist es ein irrer Einzeltäter?§Im großen deutschen Wenderoman nimmt die Kommissarin Gisela Gürzel von der SoKo Gillette beherzt die Verfolgung auf.§
Enth.: Bombardiert Belgien!. Brot und Gürtelrosen.
Wiglaf Droste, ein satirischer Beobachter, beschreibt die Welt und ihre Menschen mit klarer, schöner Sprache. Er kombiniert Komik und Polemik und reflektiert über die Blindheit der Gesellschaft sowie die unangenehme Kenntnis ihrer kleinlichen Existenz.
Der geniale Satiriker und Kolumnist hat sprachliche Entgleisungen gesammelt, die er scharfzüngig kommentiert Schon lange widmet sich Wiglaf Droste dem Zusammenhang zwischen sprachlicher und inhaltlicher Zerwirrnis, u. a. bei MDR Figaro und dem Bayerischen Rundfunk. Im vorliegenden Handbuch untersucht er, fern jeder Rechthaberei, Vokabular wie „tausend Prozent, bedingungslos … Public Viewing … Helden … Mein Schuh, meine Welt … mental ... zum Bleistift … Krieg in Bild … Deo-Image … Führerschein … Hypo & Chonder … feige & hinterhältig … Maffays Muttis Urne in der Finca … schnellstmöglichst … mega … Haarchitektur … Vertrauen … Wertigkeit” u. v. a. m. „Gegen den Niedergang kann keiner an? - Doch, einer, Wiglaf Droste heißt der Mann.“ Arnold Schölzel, junge Welt
Der Band versammelt eine Auswahl von Wiglaf Drostes Texten zu politischen, kulturellen und lebensstilistischen Themen. Er zeigt sich als meinungsfreudig, boshaft und komisch, mit barocker Sprachgewalt. Drostes kritische Auseinandersetzungen mit medialen Persönlichkeiten sind scharf und treffen oft ins Schwarze.
»Du hast wunderbare Kunst der feinen Ironie geliefert. Großartig sind Deine Wortschöpfungen und mein Zwerchfell ist vor Lachen ganz ausgeleiert. Weiter so. Solche Texte verschaffen mir Glück und das wird ja immer seltener.« Vincent Klink
Es geht um die Wurst - um dieses universelle, weit unterschätzte Kulturgut, die Legende unter den Lebensmitteln. Ob Blut-, Brat-, Hart- oder Mett-, die Wurst ist in aller Munde. Nur der liebe Gott weiß, was in ihr Auch wenn diese Redensart zum Siegeszug der Wurst beigetragen hat, löst sie heute Bedenken aus. Es ist an der Zeit, der Wurst ein bisschen auf die Pelle zu rücken...
Zehn Jahre nach dem unglückseligen Fall der Mauer ist es Zeit, Bilanz zu ziehen und der Frage nachzugehen, ob sich seither etwas geändert hat.
Wiglaf Drostes Liebeserklärungen an das Kino und verschiedene Künstler zeigen seine tiefe Verbundenheit. Gleichzeitig kritisiert er auf humorvolle Weise unangenehme Zeitgenossen wie Biker und Nicolas Sarkozy. Ein unterhaltsamer Band voller zauberhafter Preziosen und scharfer Satire. Viel Vergnügen!
Im "Mullah von Bullerbü" verfolgt die schönste Kommissarin der Welt einen Entführungsfall, der sie rund um den Globus führt. Der gekidnapte Theologe Hans Küng und ein Verdächtiger namens Wäsche-Fritz stehen im Mittelpunkt. Gleichzeitig geschehen weltbewegende Ereignisse, während die Protagonisten in einem turbulenten Thriller agieren.
Wiglaf Droste geht aufs Ganze. Kein Wunder, dass die Passauer Neue Presse konstatierte: »Lakonisch, irritierend, prügelhart, hochintelligent und punktgenau trifft Droste immer ins Schwarze.«
Ein Buch über das Reisen und Essen hat Wiglaf Droste geschrieben, kongenial illustriert von Nikolas Heidelbach. Für Droste lebt der Reisende wie der „Nomade im Speck“ und wird gelegentlich von miesepetrigen Daheimgebliebenen belästigt. Diese Sesshaften, die ihr Leben aus Traurigkeit in Sesshaftigkeit verbringen, fragen den Nomaden oft: „Wovor läufst du eigentlich weg?“ Darauf antwortet er: „Vor Besorgtheitsheuchlern wie dir“ – und ist schon wieder verschwunden. Als Leser begleitet man Droste nach Lüttich, „auch Palermo ohne Palmen genannt“, und in die Welt seiner Wortspielereien. Er vergleicht die Miniermotte, die die Rosskastanien bedroht, mit dem rumänischen Exportschlagersänger Peter Maffay, der für das menschliche Trommelfell einen langsamen, zähen Tod darstellt. Manchmal wird es gefährlich: Einmal muss er mit einem VW-Käfer vor mexikanischen Mordbuben fliehen, ein anderes Mal zeigt sich Italien als „schön und gefährlich“, besonders für Kinderfüße, die von Seeigeln bedroht sind. Droste kritisiert den Massenindividualismus und warnt vor dem „dicken Vermassungsgrauen“, das der Welt bevorsteht. Oft unternimmt er Kopfreisen in fiktive Länder wie Nasien, wo der Geruchssinn über Leben und Tod entscheidet. Die besten Reisen enden bekanntlich dort, wo man zu Beginn nicht weiß, wohin sie führen – und so verhält es sich auch mit Drostes Texten.
Rot, rosé oder weiß? In diese drei Kategorien lässt sich jede Abendgesellschaft einteilen. Der Wein, diese Fürstin unter den Getränken, hat noch immer eine Aura, die Emporkömmlinge wie Prosecco kalt abperlen lässt. Vom kleinen Hellen ganz zu schweigen. Wiglaf Drostes trockener Humor, die fruchtigen Rezeptideen Vincent Klinks und Nikolaus Heidelbachs liebliche Illustrationen runden sich zu einem wahrhaft erlesenen Bouquet – ohne Wacholdernote, zarten Abgang und all den Schnickschnack. Von der Traube bis zur Kelter, vom Korken bis zum Abendmahl erforschen die drei Musketiere des guten Geschmacks die selige Welt des Weins. Garantiert ungeschwefelt. Prosit!
Das meistverwendete deutsche Wort heißt »Ömm«, davon bekommt man das »Burnout- Syndrom«, und zwar »absolut« und »definitiv«. Viel »Identität« ist den Deutschen »weggebrochen«, die ihre Erfahrungen aber auch »auf ihren Alltag runterbrechen« müssen, während Politiker »die Menschen abholen« oder »mitnehmen« wollen, wohin auch immer. Warum nicht in »die blühenden Landschaften« Ludwigshafens und Mannheims, der Heimat der Seifensieder und Wimmerschinken? Wo alles »im Check« ist, erscheint es als »zielführend«, schon »im Vorfeld« eines »Veteranentages« die alten »Kameraden« zu rehabilitieren, und das selbstverständlich »zeitnah«. An der »Schnittstelle« zwischen »Stresstest« und »kalkulierbarem Restrisiko« ist der Qualitätsjournalismus »gut aufgestellt« und entwickelt entsprechende »Bauchgefühle«. Wenn Minister in »Zeithorizonten« denken, »Wertedebatten angestoßen« werden, gilt auch »das gute Recht«, sich im »Facility Management« als »Elite« zu »verorten«, zu deren »Servicepalette« auch das »Multitasking« im Rollkofferkrieg gehört.
Nach ›Wurst‹, ›Weihnachten‹ und ›Wein‹ vernehmen die drei Jäger des guten Geschmacks den Ruf der Wildnis: Es geht hinaus zu neuen Abenteuern, neuen Geschichten und Genüssen. Im heimischen Forst oder auf Robbenjagd in Ostgrönland: Beute wartet überall, und schon Fünfjährige entdecken die Lust am Jagen und Sammeln. Wiglaf Droste stellt das Bambi Goreng und kulinarische Überraschungen von Wildwesthelden vor. Nikolaus Heidelbach betreibt vollendeten zeichnerischen Wildwuchs. Dazwischen machen Vincent Klinks Rezepte und Geschichten wild auf Wurst vom Reh oder Hasenrücken mit Pfefferkirschen. Was immer den dreien vor die Flinte kommt – Wildkaninchen, röhrendes Großwild oder »Jagd und Hund« –, mit Preiselbeeren wird es zum Genuss. Kurz: Droste, Heidelbach und Klink treiben es wilder denn je.
„Endlich gibt es eine wirkliche Alternative zu Heinrich Bölls Irischem Tagebuch.“ Die irische Kartoffelrepublik gebärdet sich seit neuestem als Wirtschaftswunderland: Der keltische Tiger ist los. Ihm nach! lautet, allen Zeitungsenten zum Trotz, die Devise des taz-Korrespondenten Ralf Sotscheck. „Es gibt wenige Dinge in Irland, die wichtiger sind als das Wetter.“ Mit diesem harmlosen Satz läßt Ralf Sotscheck eines seiner Kabinettstückchen beginnen, um dann ungerührt mit Essentiellem über Hosenklemmen und Heiratsanträge fortzufahren. Aber so ist das mit der irischen Wirklichkeit: Gnädig unterwandert sie die erwartbaren Verläufe und wartet stattdessen mit den denkbar lustigsten Lebenslösungen auf. Zum Autor: Ralf Sotscheck, 1954 in Berlin geboren, lebt mit seiner Familie im Dubliner Stadtteil Glasnevin. Seit 1985 England- und Irland-Korrespondent der taz. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt „Christstollen mit Guinness. Eine deutsch-irische Bescherung“ (mit Carola Rönneburg). Weitere Titel des Autors bei Nautilus: Irish Toffee.
Neunzehn Autoren, darunter bekannte Namen wie etwa Wladimir Kaminer, Eckart von Hirschhausen und Jan Böttcher, verraten uns (ihre) eingebildete Krankheiten. Diese sind dabei ganz verschiedener Natur: von der Kopfmuchte über die Elternkrankheit, die man sich bei Geburt zuzieht, das Krankenschwestersyndrom bis hin zum schmerzhaften Rückenleiden. Auffällig ist, dass die Hypochondrie in diesem Band vornehmlich – vom stoischen Ärztevermeider Wiglaf Droste einmal abgesehen, für den Stil mehr zählt als Gesundheit – die Männer zu befallen scheint. Darunter haben wiederum die Frauen zu leiden. Ein sich verstärkender Teufelskreis! Aber trotz der 'Ernsthaftigkeit' aller Befunde sind die Texte meist zum Lachen. Frauen werden Männer wiedererkennen, und die Männer werden sich sicher fragen: 'Das hatte ich doch gestern auch?' Zu den bedauernswerten Einzelfällen, die sich zu dieser Gruppentherapie entschlossen haben, zählen in alphabetischer Reihenfolge und unabhängig von der Schwere ihrer Leiden: Ahne, Rainer Balcerowiak, Ina Bösecke, Jan Böttcher, Wiglaf Droste, Eugen Egner, Annett Gröschner, Anne Hahn, Uli Hannemann, Falko Hennig, Eckart v. Hirschhausen, Wladimir Kaminer, Bernadette La Hengst, Christof Meueler, Jörg Schieke, Jochen Schmidt, Torsten Schulz, Corinna Waffender und Frank Willmann.
Eine unverfälschte Auswahl von Zetteln, Slogans, Collagen und Bildern vom Bauzaun, die den Protest, Unmut und Zorn gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ dokumentiert - fotografiert von Gerd Paulus und ergänzt mit Texten von Joe Bauer, Wiglaf Droste, Otto Jägersberg, Ludger Lütkehaus, Harry Rowohlt, Klaus Theweleit u. a. Gesammelt, fotografiert und herausgegeben von Albrecht Götz von Olenhusen und Gerd Paulus