Franzobel, the pseudonym of Austrian writer Franz Stefan Griebl, is known for his distinctively stylized and imaginative prose. His works often delve into the darker aspects of human nature and societal absurdities with an ironic detachment. The author's unique narrative approach and his skill in crafting vivid imagery draw readers into fascinating, sometimes unsettling, worlds.
Die Texte, ursprünglich Lieder, wurden zum 70-jährigen Jubiläum des österreichischen Chorverbandes verfasst und ehren die „kleinen Leute“ wie Widerstandskämpfer und Friedensaktivisten. Sie thematisieren Achtsamkeit im Umgang mit der Schöpfung und verleihen den geehrten Persönlichkeiten durch formale Entsprechungen und Bilder Würde.
18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?
Oswald Wuthenau ist ein Schelm und Hochstapler, ein moderner Mephisto, und doch ein verzweifelt Heimatloser. Wie eine Urgewalt bricht diese „Mischung aus Orson Welles, Helmut Qualtinger und Oliver Hardy“ Mitte der fünfziger Jahre über Südamerika herein, macht Bekanntschaft mit geflohenen Nazis, gerät in eine ekstatische Orgie, heiratet, errichtet das erste Atomkraftwerk Argentiniens, bekommt in der DDR die Brecht-Medaille überreicht und stellt Wien auf den Kopf.
Familienepos, Schelmenroman, ein Stück österreichische Weltliteratur: Franzobels famoses Panoptikum eines aus den Fugen geratenen Jahrhunderts.
In der Wiener Vorstadt wird ein Passant ermordet. Die Anwohner - vom Hausmeister Ladislaus Stangl bis zum frommen Pfarrer Hutwelker und der verderbten Göre Josefine - beteiligen sich an der Jagd nach dem Verbrecher. Eine wahre Orgie zwischen Liebe und Libido, Verbrechen und Strafe.
Picus, einer der ältesten Könige der römischen Mythologie, Sohn des Saturn und Vater des Faunus, war der römische Gott der Felder und des Waldes und Gründer der alten latinischen Königsresidenz Laurentum. Zugleich war Picus ein bedeutender Seher, der aus Liebe zu seiner Frau dem Werben der Magierin Circe widerstand, die ihn deshalb in einen Buntspecht verwandelte freilich ohne ihm seine prophetische Gabe zu nehmen. Über das weitere Schicksal der mythologischen Figur und ihr Dasein als Specht war bis dato nicht viel mehr bekannt, als dass sie 1984 in Wien als Namensgeber eines Verlags wieder auftauchte. Franzobel, dem Picus Verlag seit Jahren treu, lässt den treuen Specht wieder auftreten. »Eine Strandnovelle« erzählt er zum 25. Geburtstag des Verlags, eine kleine, feine Geschichte, die zunächst so überhaupt nichts mit Spechten und Feldern und Wäldern zu tun hat. Doch es wäre nicht Franzobel, käme der Specht in der aberwitzigen Novelle nicht über unzählige Verwicklungen, absurde Situationen und Wortspiele doch noch zu seinem Auftritt Rita Bergers Illustrationen zu Franzobels Novelle und die bibliophile Ausstattung machen »Picus« zu einem außergewöhnlichen kleinen Geschenkbuch, das nicht nur Freunden des Picus Verlags Vergnügen bereiten wird.
In Wien-Ottakring wird eine entstellte Leiche gefunden: Ernestine Papouschek, 82, pensionierte Buchhändlerin und Bestsellerautorin von „Die Rübenkönigin“. Darin berichtet sie offen von ihren Erlebnissen mit Liebhabern, die sich auf die Annonce „Rüstige Pensionistin sucht Partner für Matratzensport“ gemeldet hatten. Ihr Tod führt Kommissar Groschen ins Verlagsmilieu, hinter Klostermauern, nach Sarajevo und unter ehemalige Kommunarden. Rasch gibt es eine Reihe Verdächtiger: den hünenhaften Nachbarn mit Lederjacke, den windigen Verleger und den Ex-Häftling Tode Todic. In diesem spannenden Österreich-Krimi tun sich Abgründe auf, die Einblick in den Sumpf der Wiener Gesellschaft gewähren.
Große Aufregung auf der Wiese: Die neuen Schmetterlinge werden ausgewickelt! Da wollen natürlich alle Wiesenbewohner inklusive der Stinkzwerge dabei sein und sind gespannt auf die Entscheidung der Jury, wer denn wohl zum Allerschönsten gewählt werden wird. Doch bestimmt nicht der Dickwanst, der aus einem Häufchen Pistazieneis hervorgekrochen kommt! Kann das denn überhaupt ein Schmetterling sein, so dick, wie der ist? Weil ihn alle auslachen, zieht der Fetterling in die große, weite Welt hinaus. Dort begegnet er schon bald der Fitnessfliege, die ihm Tipps gibt, wie er seine Körperfülle loswerden könnte …Franzobel legt mit seinem zweiten Kinderbuch erneut eine Geschichte vor, die vor Einfällen und Sprachwitz nur so sprüht und die von Sibylle Vogel hinreißend in Bilder umgesetzt wurde.
In "Das Schleuderbrett" kämpft Kriminalkommissar Hörgas mit dem Chaos in seiner Wohnung, das nach dem Verlassen seiner Frau entstanden ist. Sein Alltag ist geprägt von Essensresten, einem unerträglichen Gestank und dem Versuch, mit Fastfood zu überleben. Trotz Hilfsversuchen bleibt er stur und reflektiert über sein Leben und seine Entscheidungen.
Wie im „Floß der Medusa“ erzählt Franzobel eine neue erfundene wahre Geschichte: Der Pathologe Thomas Harvey stiehlt Einsteins Hirn und behält es sein Leben lang.
Am 18. April 1955 kurz nach Mitternacht stirbt Albert Einstein im Princeton Hospital, New Jersey. Seinem Wunsch entsprechend wird der Körper verbrannt und die Asche an einem unbekannten Ort verstreut. Vorher jedoch hat der Pathologe Thomas Harvey Einsteins Hirn entfernt, danach tingelt er damit 42 Jahre durch die amerikanische Provinz. Mit ihm erlebt Harvey die Wahl John F. Kennedys zum Präsidenten und die erste Landung auf dem Mond, Woodstock und Watergate und das Ende des Vietnamkriegs; und irgendwann beginnt das Hirn, mit Harvey zu sprechen.
Franzobels neuer Roman ist ein hinreißender Trip durch wilde Zeiten und zugleich die Lebensgeschichte eines einfachen, aber nicht gewöhnlichen Mannes, den Einsteins Hirn aus der Bahn wirft.
Anonyme E-Mails bringen Falt Groschen, 45, Kommissar im Morddezernat der Wiener Polizei, üblicherweise nicht mehr aus der Ruhe. Erst als er erfährt, dass der Sportler und 400-Meter-Rekordhalter Edgar Wenninger wirklich in den Tod gestürzt ist, beginnt er zu ermitteln. Noch am Tatort erscheint der zwielichtige Doping-Fahnder Hanns Hallux. Groschen scheucht korrupte Sportartikelvertreter auf und den windigen Journalisten Walter Maria Schmierer; Wenningers Frau Marion übt mit dessen ehemaligem Trainer nicht nur für den Triathlon, und Wenningers Manager taucht unter. Als auch er tot aufgefunden wird, nimmt der Fall eine verblüffende Wendung.
Nach »Das Floß der Medusa« und »Die Eroberung Amerikas« erzählt Franzobel in »Hundert Wörter für Schnee« die abenteuerliche Geschichte der Eroberung des Nordpols. Im Herbst 1897 bringt der US-amerikanische Entdecker und Abenteurer Robert Peary sechs Inughuit, so der Name der im Norden Grönlands lebenden Menschen, auf einem Dampfschiff nach New York. Untersucht sollen sie werden, vor allem aber ausgestellt und hergezeigt. Vier von ihnen sterben schnell an Tuberkulose, einer wird zurückgebracht – der neunjährige Minik aber bleibt. Seine Geschichte – Taufe, Schule, betrügerischer Pflegevater, Flucht – sorgt für Schlagzeilen. In Franzobels Roman wird Minik nicht nur zum Spielball zwischen der zivilisierten amerikanischen Kultur und der angeblich primitiven eines Naturvolkes. Sein Schicksal ist ein Heldenlied auf den Überlebenskampf eines beinahe ausgestorbenen Volkes, das bewiesen hat, wie der Mensch selbst in der unwirtlichsten Gegend überleben kann.
« 1537. Le conquistador Ferdinand Desoto obtient la direction de la prochaine expédition en Amérique, qui lui apportera, comme à ses guerriers, richesse et gloire. Mais rien n’est joué !Las, nos cupides chasseurs d’or et de perles, tout droit sortis d’un tableau de Goya, sont attendus par des Indiens dont les habitudes carnassières ne feront pas toujours leur affaire…De sa plume soigneusement aiguisée, Franzobel raconte la colonisation espagnole du XVIe siècle dans une traversée de l’Amérique aussi pathétique qu’hilarante. Frayant hors des sentiers politiquement corrects et jouant avec la conscience troublée de l’homme occidental, il livre une réflexion morale sur notre époque dans un roman d’aventures inoubliable. »
it Urgewalt explodiert die Sprache, gleich einem Wortrausch bricht sich der Rhythmus seine Bahn und schafft neue Wirklichkeiten: Wie Fieberschübe komme das Schreiben von Gedichten ein, zwei Mal im Jahr über ihn, sagt Franzobel. Innerhalb kurzer Zeit entstehen dann ganze Zyklen, die zuerst auswuchern zu ungeheuren Gebilden und dann als "Sprachblumen" erblühen. Aus fünfzehn dieser, seit Anfang der neunziger Jahre geschaffenen Eruptionen hat Franzobel erstmals eine Auswahl getroffen.
Hildebrand Kilgus' Passion ist das Stöhnen, überall glaubt er es zu hören und zu spüren. Auf der Suche nach dem Geheimnis der tiefsten Gefühle wird er Puffvater, Hebamme, Sargträger und Sterbebegleiter, sogar Ehemann und Vater. Als Angestellter einer Agentur zur Manipulation des Wetters landet er in Rom, wo er in die Fänge der Mafia gerät. Und dann fangen auch noch die Vögel zu reden an! So stolpert „Hildy“ durchs Leben, ein neuer Franz von Assisi und tölpelhafter Simplicissimus. Eine herzzerreißend komische, erfrischend obszöne Tour de Force durchs Land der Vögel und des Vögelns.
Im Innern Austrias: Die unerlöste Seele der vor achtzig Jahren verstorbenen zweijährigen Rosalia Lombardo wandert aus den Katakomben von Palermo über die ganze Erde bis nach Wien, mitten durch ein Panoptikum von dicken Damen, Taugenichtsen und Tagedieben, in den Körper von Elvira Klappbauch. Wie das geschehen konnte und wie sie letztlich doch noch ihren himmlischen Frieden findet, erzählt Franzobels furios barocker Roman.
Mit gewohnter Sprachakrobatik und -raffinesse setzt sich Franzobel mit dem allgegenwärtigen Thema Fußball auseinander. Ist Fußball Ersatzreligion? Nein, Fußball ist Religion. Nicht umsonst spricht man vom Hinpilgern zum Heiligen Rasen, vom Glauben an die Mannschaft, von Gelb-Rot-Sündern, Ewigkeit, gottgleichen Spielern, Hexenkesseln, Erlösern und den Wundern.
Der einbalsamierte Körper der vor achtzig Jahren verstorbenen zweijährigen Rosalia liegt unversehrt in einem Glassarg in Palermo. Ihre Seele aber landet auf der Suche nach Erlösung im Körper von Elvira Klappbauch in Wien, inmitten eines kuriosen Kreises dicker Damen und feister Feschaks, Taugenichtsen und Tagedieben. Pasqualina zum Beispiel, die auf dem Heldenplatz die Asche ihres Vaters verstreuen will, oder die verrückte Gloria, die aus krankhaftem Geiz sogar auf Toilettenpapier verzichtet, und nicht zu vergessen der auf Nachrufe spezialisierte Journalist Zsmirgel, dessen nur angedachte Nekrologe den sofortigen Tod der Betroffenen zur Folge haben. Was sich zwischen all diesen wunderlichen Figuren ereignet, bis Rosalias Seele schließlich zur Himmelfahrt anhebt, setzt Franzobel als grandiose Farce und furioses Sprachfeuerwerk in Szene.
In einem typischen österreichischen Ort dominieren Wirtshäuser über öffentliche Einrichtungen. Der Apotheker Kleewein trifft auf den Auswärtigen Hödlmoser, der Medikamente benötigt. Während sie plaudern, wird die trübe Atmosphäre und der ständige Nebel thematisiert. Hödlmoser verspürt schließlich einen unstillbaren Durst und sucht ein Wirtshaus auf.
Albin, Albona, Alfred, Alban und ihr Vater Dzevat Zogaj werden im Herbst 2007 aus Österreich in den Kosovo abgeschoben. Die fünfzehnjährige Arigona, ihre Schwester bzw. Tochter, taucht unter, um der Abschiebung zu entgehen, droht mit Selbstmord; nach ihrem Auftauchen gewähren ihr und ihrer psychisch kranken Mutter der Pfarrer von Ungenach, dann der Baron von Frein Unterkunft. Politiker schalten sich ein, der Fall spaltet Österreich: Pfarrer Friedl sieht sich mit Kirchenaustritten konfrontiert, dem Baron werden tote Katzen vor die Tür geworfen. Auf der anderen Seite ergreifen Nachbarn und Freunde die Initiative. Eine wahre Geschichte, kein Märchen: Franzobel hat gründlich recherchiert. Nun legt er einen sachlichen, gleichwohl persönlichen Essay zum Thema Migration und Asyl vor sowie das Theaterstück „A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit“, in dem der vielfach ausgezeichnete Dichter den Menschen aufs Maul schaut wie einst Karl Kraus.
Alexander Gansebohn ist mit Marie verheiratet, verliebt ist er jedoch in Dunja. Als er wieder einmal erst im Morgengrauen nach Hause kommt, stürzt sich Marie samt der Kinder aus dem Fenster. Auch Dunja will nichts mehr von ihm wissen. Er beginnt eine groteske Tour de force, die Alexander zuerst durch Wien führt, ehe er nach Jerusalem reist, um Terrorist zu werden. Doch nicht der Hass ereilt ihn dort, sondern die Liebe. Leidenschaftlich fabuliert Franzobel von der großen Liebe, diesem fragwürdig gewordenen, doch unersetzbaren Konzept des Abendlandes. Ein Roman wie die sanftmütige Ballade einer Heavy-Metal-Band.
Ein Mann in den Fängen der Justiz, ein Mord – und Wien im Opernballfieber.
Der erfolgreiche Getränkehändler und Barbesitzer Malte Dinger ist ein Glückspilz. Als er jedoch unverschuldet in die Fänge der Justiz gerät, steht plötzlich seine ganze Existenz auf dem Spiel. Für den Balkan-Casanova Branko ist das Leben da schon vorbei. Vieles deutet darauf hin, dass er das Opfer abseitiger sexueller Praktiken geworden ist, doch Kommissar Groschen glaubt nicht recht daran. Das Verhältnis Brankos zu der lustig gewordenen Witwe des Bautycoons Hauenstein bringt dann die Machenschaften der neuen rechtsnationalen Regierung ans Licht, die den bevorstehenden Opernball als Propagandaspektakel inszenieren will. Franzobels neuer Krimi spielt in der Zukunft, ist aber brandaktuell.
Longlist Deutscher Buchpreis • Autor ausgezeichnet mit dem Bayerischen Buchpreis Nach dem Bestseller »Das Floß der Medusa« begibt sich Franzobel in seinem neuen Roman auf die Spuren eines wilden Eroberers der USA im Jahr 1538. Ferdinand Desoto hatte Pizarro nach Peru begleitet, dem Inkakönig Schach und Spanisch beigebracht, dessen Schwester geschwängert und mit dem Sklavenhandel ein Vermögen gemacht. Er war bereits berühmt, als er 1538 eine große Expedition nach Florida startete, die eine einzige Spur der Verwüstung durch den Süden Amerikas zog. Knapp 500 Jahre später klagt ein New Yorker Anwalt im Namen aller indigenen Stämme auf Rückgabe der gesamten USA an die Ureinwohner. Franzobels neuer Roman ist ein Feuerwerk des Einfallsreichtums und ein Gleichnis für die von Gier und Egoismus gesteuerte Gesellschaft, die von eitlen und unfähigen Führern in den Untergang gelenkt wird.
"Filz" von Franzobel und Franz Novotny ist eine provokante Farce, die die Verstrickungen von Hochfinanz und Politik humorvoll beleuchtet. Sie kritisiert ökonomische und gesellschaftliche Desaster als Ergebnisse von Tricksereien einer korrupten Gesellschaft.
Franzobel hat die Dialoge der »Zauberflöte« überarbeitet und ein neues, poetisches und rasantes Libretto geschaffen, das die Originalität Mozarts und Schikaneders bewahrt. Die Opernwelt darf sich auf eine erfrischende Neuinterpretation freuen.
Eine makabre und philosophische Reise durch das Theater und die Geschichte, die sich um Kaiser Josef II. und seine skurrilen Begleiter dreht. Franzobel verleiht den Figuren, darunter Dr. Spessart und die Krankenschwester Flugfut, eine einzigartige poetische Sprache und thematisiert den Narrenturm in Wien.
"Brennpunkt Geschichte 1943: Z!PF oder Die dunkle Seite des Mondes" setzt die Auseinandersetzung mit der Weltgeschichte im Jahr 1943 fort. In Redl-Zipf wird eine Brauerei zum Versuchslabor für die V2-Rakete, während die mörderische Nazi-Maschinerie mit Mittätern und Opfern beleuchtet wird. Ein modernes Passionsspiel gegen das Vergessen.
Die Ausstellung "Wunderkammer" inspiriert von historischen Kunstsammlungen, erforscht, was uns heute fasziniert. Mit Werken von 39 Künstler_innen wird das Einzigartige und Kuriose in einer einladenden, farbenfrohen und überraschenden Weise dargestellt. Die Kunst lädt zur Reflexion über unsere multimediale Welt ein.
Kurze, launige Reflexionsanekdoten, leicht witzig und übertrieben, aus dem eigenen Erleben, kombiniert mit kulinarischen und alkoholischen Elementen sowie komischen Zitaten, werden humorvoll illustriert. Fußball wird oft als brutal und stumpfsinnig kritisiert, als Sport für Proleten, der Fremdenhass und schlechten Ton fördert. Kritiker sehen in den Stadien ein Nest für Radikale, geprägt von Biergesang und aggressiven Gesängen. Doch Fußball hat auch eine andere Seite: Er vereint Menschen in einem Trieb nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Die klare Ordnung des Spiels, mit festen Regeln und messbaren Zielen, bietet eine Struktur, die in anderen Lebensbereichen oft fehlt. Es gibt Tabellen, Abstiegskämpfe und Meisterschaften, über die man diskutieren kann, ohne sich festlegen zu müssen. Diese Themen laden dazu ein, Farbe zu bekennen, ohne in eine starre Haltung zu verfallen. Der Autor, dessen Pseudonym aus einem Fußballergebnis entstand, ist prädestiniert, über dieses Thema zu schreiben. Mit einem spielerischen Ansatz nähert er sich dem Fußball aus verschiedenen Perspektiven, spielt mit Worten und Ideen und beleuchtet die Faszination des Sports auf unterhaltsame Weise.
Als Bub soll Franzobel andachtsvoll in den Liturgiebüchern seiner Heroen der Fußball-WM 1974 und 1978 gelesen haben. Nun legt er seinen vierten Band mit Sport-Miniaturen vor. Als Sportsmann der alten Schule feiert der Autor die rar gewordenen „echten Typen“, während er beherzt in die glatte Oberfläche eines überkommerzialisierten Profisports grätscht. Mit seinen punktgenauen Einwürfen gegen Machtgier von Verbänden, Chauvinismus und Schadenfreude der Medien spricht er allen Fans (exklusive wohl jener des FC Bayern!) aus der Seele, mit denen er seine profunde und über viele Disziplinen gestreute Expertise aus TV, Zeitungen und gelegentlichen Stadionbesuchen teilt. Das Material aus dem Sportprogramm transferiert Franzobel allerdings in eine andere Liga, in der nicht nach Punkten, vielmehr nach Treffern abgerechnet wird. Als Kolumnist ist Franzobel ungekrönter Meister von Gedankenweitsprüngen und Wortsalti: Allein aus Lautanalogien zum Namen des Radrennfahrers Gall (Felix) entwickelt er eine Geschichte, verschlungen wie eine Giro-Bergetappe. Beifallsstürmende Vergleiche von Spielanlagen und -ergebnissen mit Tiefkühlgemüse, Mumien, Seehunden oder Eiernockerln adressieren den tieferen Kern der Sportbegeisterung. Die Sehnsucht danach, dass etwas geschieht, das es gar nicht geben kann: Glücksmomente wie beim aktiven Skifliegen.
Othello ist lange für ein „Eifersuchtsdrama“ gehalten worden. Franzobel hat aus diesem Stoff ein Wiener Volksstück gemacht, das jedoch zum Brüllen komisch ist. Eine Liebe in Zeiten des Wurstkrieges trotz veganer Vorurteile und eine von Intrige aufgestachelte Eifersucht. Na dann. Prost Mahlzeit! Man kann die Tragödie Othello als ein Stück über die Deformation des Menschen in Zeiten des Krieges lesen. Rassistische Vorurteile brechen auf und entwickeln eine eigene Dynamik. Franzobel hat mit diesem großartigen Stoff als Grundlage ein Wiener Volksstück geschaffen, das der Scheinheiligkeit unserer Zeit unbarmherzig auf den Zahn fühlt. Die Geschichte vom Wurstmanufakteur Othello Eiteleder basiert zwar auf der berühmten Tragödie der Weltliteratur, ist aber in Wien angesiedelt und also auch etwas gemütlicher und komischer, wenn auch nicht minder düster. Demnach treten auch ein Lobbyist, eine Weißwurstwirtin, ein die ptolemäische Krankheit habender Geschäftsführer und die Moral selbst auf.
Böselkraut, der Hagere mit vierzehn Haaren auf dem Kopf, zieht in die Welt hinaus, seinen verschollenen Hund Knödel zu suchen. Ferdinand, das neunmalkluge Kind, begleitet ihn. Ihre Mißerfolge führen die Tücken der Sprache und des Alltags vor Augen, ihr Wille zur Anpassung scheitert an ihrer Weigerung, die Kompromisse des Common sense zu akzeptieren. Der sprachliche Entfesselungskünstler Franzobel beschreibt lustvoll die Irr-, Ab- und Geheimwege, wenn man das Wort beim Wort nimmt: sprühende Sinnkaskaden für Kindsköpfe.
»Literatur speichert Erfahrungen und Empfindungen schneller als die Gene. Sie darf Dinge anders sehen, aussprechen, neu bewerten, Utopien entwerfen, unvernünftig und verrückt sein. Sie darf Dinge zurechtrücken, was gerade ziemlich notwendig zu sein scheint, denn die Welt ist ein übel riechender Schweinetrog geworden, an dem sich ein paar wirkliche dicke Säue laben, die Anlass zur Vermutung geben, der bekannte, oft zitierte Ausspruch der Ingeborg Bachmann sollte eigentlich lauten: In Wahrheit ist der Mensch die Zumutung.« Franzobels kämpferische Klagenfurter Rede zur Literatur, mit der die 41. Tage der deutschsprachigen Literatur eröffnet wurden, erteilt dem »Suhlen in der Selbstbefindlichkeit« eine Absage und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um den Zustand der Welt und eine allzu bequeme Haltung zu ihr geht. Gegen diesen »Schweinetrog«, gegen die »Kleingeister und Nationalisten, Europazertrümmerer, Weltzerstörer« macht er die Literatur stark, spricht ihr Substanz und Relevanz zu, fordert aber auch ihr sich Einlassen auf die Welt ...
Franzobel beschreibt aus der Sicht eines Zehnjährigen die schönste Zeit im Jahr. In der kindlichen Perspektive offenbaren sich nicht nur die Auswüchse des Weihnachtswahnsinns, sondern auch einfache Antworten auf die großen Fragen der Menschheit. Hinter der offensichtlichen Belustigung steckt viel hinterfotzige philosophische Weisheit. Ein bis zur Besinnlichkeit berauschender Text. Die optimale Vorbereitung für den Heiligen Abend.
Begleitet von drei sprechenden – und auch sonst recht ungewöhnlichen – Dackeln macht sich Hannibal auf, um seine grenzenlose Traurigkeit zu besiegen. Dafür muss er den Namen der großen Zauberin von Phantastasia erraten und viele Abenteuer bestehen. Nur die Zauberin kann ihn von der Traurigkeit befreien, was zu guter Letzt überraschend einfach ist. Und Hannibal ist auch ein gutes Stück erwachsener geworden.
Moni geht mit ihrer Mutter in eine Tierhandlung und entdeckt dort ein als 'freundlich, folgsam und höflich' angepriesenes Äffchen, das sie unbedingt haben möchte. Bereits auf dem Heimweg aber stellt sich heraus, dass sich das neue Haustier nicht zu benehmen weiß und haarsträubende Verwicklungen schafft. Der listige Affe hat es nämlich faustdick hinter seinen haarigen Ohren: Er verursacht einen Schabernack nach dem anderen und versteht es dabei geschickt, Moni seine Streiche in die Schuhe zu schieben. Als Moni bewusst wird, dass ihr affiger Freund vom Heimweh nach seiner Familie geplagt wird, beschließen sie, zu dritt eine abenteuerliche Schifffahrt ins Land Sumatra-Sk-onko-Buntkomoto anzutreten …Franzobels skurrile Geschichte steckt voll abgründigem Witz und spielt mit der fantasievollen Verfremdung der Wirklichkeit bis hin zur Absurdität. Sibylle Vogels Bilder ergänzen Franzobels schrägen Wortwitz aufs Trefflichste und machen dieses Buch zu einem echten Lesevergnügen.
'Gute Nacht, liebe Füße und gute Nacht, liebe Ferse', heisst es am Beginn der neuesten Geschichte des österreichischen Autors Franzobel. Auch die Beine und die Knie, der Bauch und der Popo, das Herz und die Brust werden einzeln verabschiedet, bevor sie ins Traumland hinübergleiten können. Und so wird von den Zehen- bis zu den Haarspitzen der ganze Körper mit Zuneigung, guten Wünschen und vor allem Fragen bedacht. Was könnten die Ohren an diesem Tag erlebt haben? Haben sie die Buckelwale singen und die Wichtelmänner erzählen gehört? Haben die Hände einen Stern angegriffen? Haben die Zähne in die Nase einer alten Oma gebissen? Hat der Bauch Fledermausohren und Heuschreckenbeine verdrückt? Haben die Lippen viele schöne Lieder gesungen? Und haben die Augen fliegende Fische gesehen? Nein? Na, vielleicht morgen …Im 'Grossen Einschlafbuch für alle Kleinen' vereinen sich Franzobels hintergründiger Wortwitz und Sibylle Vogels fantasievolle Illustrationen wieder aufs Vergnüglichste. Es ist ein Buch zum Lesen und Nachspielen, zum Lachen und zum Staunen und sprüht nur so von lustigen Ideen für das Zu-Bett-Geh-Ritual nimmermüder Kleiner.
»Tatsächlich weiß ich beim Schreiben nur vage, was sich tut. Es schreibt sich. Aber was passiert dabei in meinem Kopf? Ich werde mich hier sezieren« – und damit hereinspaziert und herzlich willkommen in Franzobels „Hirnsaal“. Schubladendenken ist einem der produktivsten deutschsprachigen Autoren fremd. Ihn interessieren die sperrigen Texte wie auch die Megaseller. Franzobels eigenes Schreiben changiert zwischen experimentellen und klassischen Formen des Erzählens, dem Historischen, Volksstück und Krimi, Wort- und Sprachspiel, Moral und Unsinn, Widerborstigkeit und Abschweifung, Ekel und Grausamkeit. Wir erfahren von Initiationserlebnissen, literarischer Sozialisation und Herangehensweisen an das Schreiben. Wie wichtig ist ein gutes Ohr, um Sätze aus den Fingern zu schütteln? Schöpft man aus der eigenen Biographie oder zählt man zu den Erfindern? Über viele Ecken, Kanten und Hirnwindungen präsentiert Franzobel anekdotisch-analytisch und auf eine so unterhaltsame Art, was in seinem Schädelinnern vor sich geht.
Mozart ist vielleicht der österreichische Mythos, ein immer noch alles durchdringendes Kunst-Gespenst. Ein unverstandenes Genie, für den die Schönheit seiner eigenen Kompositionen nur mit derber Fäkalsprache zu begegnen ist. Der Band enthält neben dem im November 2003 im Wiener Volkstheater uraufgeführten Theaterstück „Mozarts Vision“ jede Menge Materialien wie zum Beispiel die Erzählung „Linz“, in der ein genetisch wiedererweckter Mozart vor dem Salzburger Musikverein flüchtet, aber nur bis Linz kommt, sich dort als Frauenmörder entpuppt. Das Ganze wird ergänzt mit „Wolferln“ genannten Collagen Franzobels. Insgesamt ergibt sich ein Bild der österreichischen Seele, die Schönheit nur in der Musik erträgt, eine Prophylaxe vor der Mozart-Seuche.
FRANZOBEL. Der Künstler. Der künstlerische Weg des zum Literaten mutierten bildenden Künstlers, der nach seiner Matura nach Wien geht, um Künstler zu werden, ist in Bild und Text Thema dieses Buches. Die Bilder zeigen seine malerischen Hauptwerke, die er in einem Alter von 19 bis 24 Jahren geschaffen hat. Gegen Ende seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet er mit Installationen und integriert immer mehr Text in seine Bilder. Er entdeckt für sich das konzeptuell-sinnliche Element des Textes in der Kunst, und diese Erkenntnis führt ihn konsequenterweise zum literarischen Schaffen. Ab 1991/92 malt er keine Bilder mehr. In einem neuen Essay Schinkensünden. Ein Nekrolog beschreibt er aus heutiger Sicht seine Vergangenheit als Künstler. Weitere Texte Franzobels zur Kunst ergänzen dieses Buch.
Literatur in der ruinösen Zweigstelle einer Literaturarchäologie. Franzobel nähert sich einem „toten“ Text, einem objet retrouvé. Ein fast siebzig Jahre altes Manuskript wird abermals einer literarischen „Ubermalung“ zugeführt. Einfügungen. Nachzeichnungen. Streichungen. Rekonstruktion und/oder Dekonstruktion?
Ist Österreich reif für die Europameisterschaft? Franzobel steigt hinab in die Niederungen des österreichischen Fußballs und erkundet die Regionalliga ebenso wie die Nationalmannschaft. Er geht der Frage nach, was sich über den Umweg Fußball zu Land und Leuten sagen lässt. Eine Wurstsemmel-Evaluierung der Fußball-Buffets fehlt dabei ebenso wenig wie eine detaillierte Erklärung der spezifisch österreichischen Fußballausdrücke (Scheiberlgspül, Wuchtel, Outwachler, etc.): Es geht um Nummern, Spielerfrauen, Platzwarte. Aber auch der EM-Mitveranstalter Schweiz wird unter die satirische Lupe genommen. Der Autor dribbelt sprachlich durch ein großes Thema unserer Zeit, schlägt unerwartete Querpässe, schießt Eigentore, stellt sich selbst ins Abseits, um ein spannendes Spiel mit einem sensationellen Resultat zu liefern. Franzobel schreibt über Spielermaterial, das einem buchstäblich auf den Kopf fällt. Natürlich darf der 21. Juni 1978 nicht fehlen – Córdoba –, als unser kleiner Pflug (Marke Steyr-Puch) den Untertürkheimer Unbesiegbarkeitsacker gestochen hat, als unser aller Hansi-Burli den Erzfeind Deutschland k. o. geschossen hat. Er fragt sich, ob alle Spieler nach ihrer Karriere Tankstellenpächter werden (nein, einige sind Trafikanten) und was Menschen dazu treibt, Schiedsrichter zu werden. Fußball also als Anstoß für Alltagsphilosophie. Ein Muss für alle, die Fußball gar nicht interessiert. Für alle anderen sowieso.
Herr Kurz und Frau Lang treffen sich, doch ihre Beziehung bleibt unerfüllt. Acht Jahre später denkt Kurz an Lang und fragt sich, wie es ihr geht. Während er in Würzburg lebt, ist Lang nach Langenlois gezogen. Beide haben ihr Leben weitergeführt, doch ein Treffen scheint unmöglich. Schicksal und Zufall spielen ihre Rollen.
Es ist ein bekanntes Phänomen, dass sich mit fortschreitendem Alter die Neigung, auf Ursprünge und Wurzeln zu schauen, verstärkt. Die schreibende Zunft bildet da keine Ausnahme. Oft endet die Sache bitter. Oft überzuckert. Und manchmal wird die goldene Mitte getroffen, wo Schätzenswertes, Eigentümliches, Lächerliches und Schäbiges zueinander finden und ein rundes, lebendiges und vor allem wirkliches Bild erzeugen. Wenn Franzobel ein Heimatbuch über Oberösterreich zusammenstellt und sich mit den Eigenschaften der »Mostschädeln« auseinandersetzt, kann man sich vorfreudig die Hände reiben. Mit einer Mischung aus spöttischer Angriffslust, (nicht ganz freiwilliger) Anerkennung und zärtlicher Detailverliebtheit erzählt er von trockenem Humor, einem Dialekt, in dem Vokale und Konsonanten durcheinanderpurzeln, von Brettern vor Köpfen und der freudigen Überraschung, wenn sie fehlen. Von Oberösterreich eben.
Franzobel erzählt großteils auf Hündisch und logo aus Kniehöhen- und sozusagen Hundenasenperspektive, was man als Straßenköter, der aus Sprache besteht, alles so erleben kann: mit diversen Leuten und dem Verhaltensforscher Dr. Katz, dessen Haushälterin, dessen Assistentin, dessen Forschungsprojekt und all deren Verwandten …, und natürlich mit all dem, was so am Tisch ist und dann und wann von da herunterkommt. Mehr sei hier aber nicht verraten, nur dass Punkti respektive Kepler – Hunde werden ja von jedem, dem sie begegnen, neu benannt – einer der bestverstandenen Literaturhunde ist, die seit dem entzückenden Flush zwischen zwei Buchdeckeln ihr Platzerl fanden. Dass das ganze schräg ist bis zum Umfallen und am Ende gar die Möglichkeit der Unmöglichkeit besteht, braucht man ja nur LeserInnen zu sagen, die den Autor noch nicht kennen – und jenen sei er natürlich besonders ans Herz gelegt. " In dem hier entfachten Wort- und Lautwirbel gelingen dann die schönsten Slapstickeinlagen … Überdies brilliert , Hundshirn' mit einer filigran komponierten Figurenchoreographie, die am Ende in einer umfassenden Familienzusammenführung zu einem kunstvollen Paarreigen aufgedröselt wird. " Neue Zürcher Zeitung