Vorgestanzte Redensarten haben den Vorzug, dass die Sprecher ihre kostbare Zeit nicht mit mühseliger Denkarbeit verplempern müssen. Es ist doch so: Sobald der Mensch geboren ist, beginnt er zu denken, und er hört erst wieder auf, wenn er ans Pult tritt, um eine Rede zu halten. Was den Koryphäen aus Politik und Medien recht, ist dem gemeinen Manne billig: Verbalmonster, Mode- und Schrumpfwörter allenthalben. Und das Amtsdeutsch: Da mutiert ein Grünstreifen zu „fußläufig begehbarem Straßenbegleitgrün“. Aber es gibt auch Beständiges, etwa den DDR-deutschen „Helden der Arbeit“, der uns heute als „Workaholic“ begegnet. Röhl sammelt und kommentiert, was sprachlich „voll trendy“ ist, und stellt einen „ultimativen Mindestwortschatz“ zusammen.
Ernst Röhl Book order






- 2010
- 2009
Dieses köstliche Spaßbüchlein schließt sich den Erfolgstiteln „Fünf Jahre sind genug“ und „Zehn Jahre sind zuviel“ an - eine dem 20. Einheitsjubiläum angemessene Fortschreibung. Die einstige DDR-Hymne als modischer Handyton. Die Agenda 2010 als Volksentreicherung. Die Fans von Energie Cottbus auf dem Weg nach München, der Weltstadt mit Hartz. Unbeeindruckt von den Heilsversprechern der Politik und vom Taschendiebstahl der Banker bei den Steuerzahlern formuliert Röhl seine Botschaft: Wir Ossilanten lachen standhaft der Zukunft entgegen.
- 2006
'Kalle träumt von der guten alten DDR. Leider sind es Alpträume. In keinem dieser Träume macht er eine halbwegs gute Figur, kommt etwa als positiver Held vom Schlage eines Günther Simon oder Manne Krug groß raus. In vierzig Jahren DDR ist er nicht ein einziges Mal schwarz mit der Straßenbahn gefahren. Trotzdem ertappt ihn in seinen furchtbaren Träumen hin und wieder ein volkseigener Kontrolleur auf frischer Tat. Dabei kostet ein Fahrschein nur 20 Pfennig.' Kalle merkt: Nostalgie kann auch ein Fluch sein. Doch Ernst Röhl erzählt keineswegs nostalgisch – dafür bürgen schon Titel wie 'Frau X lädt Peter Hartz zum Essen ein', 'Das konsumistische Manifest', 'Rostbrätl weltweit' –, Sie sehen, er ist ganz auf der Höhe der Zeit. Und genau da wollen auch Kalle und all die seltsamen Figuren dieser Geschichten hin. Einigkeit und recht viel Freizeit – wofür sonst haben Kalle & Co. 1989 hinter der Gardine gestanden?
- 2002
Rat der Spötter
- 160 pages
- 6 hours of reading
- 2002
Mutters Sprache, Vaters Land
- 139 pages
- 5 hours of reading
- 2001
- 2000
Der Ostler, das unbekannte Wesen
- 222 pages
- 8 hours of reading





