„Erinnerungen tauchen manchmal auf wie Inseln im Meer des Vergessens. Oder um eine andere Metapher zu verwenden: Wie zuvor geschlossene Türen öffnen sie sich unvermutet und geben den Blick in die Zeit frei, die einmal war. Der umgekehrte Vorgang ist nicht ausgeschlossen: Die Inseln versinken, die Türen schließen sich wieder“. In diesem Buch geht es um die verschiedensten Arten von Erinnerungen in Filmen und wie sie den ZuschauerInnen präsentiert werden (etwa durch unscharfe Rückblende). Er verdeutlicht, dass Erinnerungen sowohl positive als auch negative Seiten haben können; sie können durch Personen, Gegenstände, Orte, Praktiken und Zahlen hervorgerufen werden. Es besteht aber auch die Gefahr, dass Erinnerungen wieder zum Teil oder ganz vergessen werden. Auch Themen wie Demenz oder die Amnesie (Before I go to sleep, 2014) werden angesprochen. Der Film In jenen Tagen (1947) gibt ein gutes Beispiel dafür, dass nicht nur Menschen, sondern auch Gegenstände Erinnerungen haben können; hier gibt ein Sprecher einem mittlerweile unbrauchbaren Wagen eine Stimme, der seine Erlebnisse mit den VorbesitzerInnen Revue passieren lässt. Auch traumatische Erinnerungen, z.B. das Leben in Konzentrationslagern während des zweiten Weltkriegs [Kaddisch nach einem Lebenden (1969), Sophie’s Choice (1982)] werden erwähnt, oder auch die Angst davor nach dem Tod vergessen zu werden (Out of Africa, 1985).
Thomas Koebner Books






Spielzeug aus der Kinderstube kann außerhalb der vertrauten Umgebung oft zwielichtig und sogar furchteinflößend wirken. Bei näherem Hinschauen entpuppt sich die romantisierte Miniaturwelt als vertrackte Täuschung. Filme und Literatur fungieren dabei als Seismographen, die die Erschütterungen des Unbewussten und dessen Projektionen auf Alltagsdinge aufzeichnen. Auffällig oft sind es Masken und Puppen, die Angst auslösen. Sie verbergen Identitäten und können, insbesondere aus der Sicht sensibler Kinder, verstörende Tarnungen sein, die Argwohn erwecken. Je menschenähnlicher Puppen sind, desto mehr scheinen sie in der Märchen- und Horror-Phantasie lebendig zu werden und eigenständig zu handeln. Da Puppen traditionell im intimen Bereich von Kindern angesiedelt sind und Fürsorge erfordern, scheinen Enttäuschung und Verrat nahe zu liegen. Sie können abwehrende, widerspenstige und sogar feindselige Reaktionen hervorrufen. Die Studien zu Masken und Puppen verfolgen die Ausdrucksformen des Schreckens, ein rätselhaftes Gefühl, das sich nie ganz aufklären lässt. Diese Suche nach den Quellen „pathetischer Trauer“ führt auch zum politischen und poetischen Phänomen einsamer Kinder. Behandelte Filme umfassen Werke von Ernst Lubitsch, Jean Renoir, Federico Fellini, Ingmar Bergman, Krzysztof Kieslowski und viele andere.
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Reclams Sachlexikon des Films ist das umfassende Nachschlagewerk über alles, was mit dem Film, seiner Ästhetik, seiner Produktion und Rezeption zu tun hat. Ausführliche Artikel erläutern die Sachfragen zu Gattungen, Formen und Stilen, ästhetischen Kategorien und Begriffen, Verfahren der Planung, zu Drehbuchentwicklung, Inszenierung, Kameraarbeit, Schauspielkunst, zu Aspekten der filmischen Materialität und der Geräte, Institutionen der Produktion, des Markts und der Kinobranche. Etwa 150 kommentierte Filmfotos veranschaulichen die beschriebenen Sachverhalte und machen das Nachschlagen zum Vergnügen.
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