„Alten Mann braucht niemand mehr“ steht an Ottos Gartenzaun – das klingt nach „saure Milch“, „fauliges Obst“ oder „stinkenden Fisch“. Mit fast 70 steht der Witwer, einst Fernfahrer, immer noch Jonny Cash-Fan, eigentlich mitten im Leben. Aber wie sieht dieses Leben aus und was hält es für ihn noch für Überraschungen bereit? Kurt Oesterle ist ein meisterhafter Gegenwartsroman geglückt, der das Alter als Zeit der Freiheit und Gelassenheit feiert. Nicht zuletzt, weil es Spaß macht, ihn zu lesen!
Kurt Oesterle Books






Die Stunde, in der Europa erwachte
- 264 pages
- 10 hours of reading
Sommer 1919, ein kriegsverwüsteter Landstrich im nördlichen Frankreich. Zufällig treffen dort Menschen aus ganz Europa aufeinander. Jede Person hat persönliche Gründe, an diesem Ort aufzutauchen. Doch keine weiß, auf wen sie dort trifft und was sie insgeheim alle miteinander verbindet. Dieser Roman wirkt wie ein Machtwort gegen alle Populisten. Er zeigt uns humane Traditionen auf, die schon immer in Europa angelegt waren, doch ständig davor bewahrt werden müssen, nicht verschüttet zu werden und zu verschwinden. „Kurt Oesterle, ein Meister subtiler, psychologischer Spannung.“ Stern
Stammheim
- 208 pages
- 8 hours of reading
Stuttgart-Stammheim in den siebziger Jahren: Die Anführer der RAF, die die Bundesrepublik mit ihrem Terror in Schach hält, sitzen hinter Gittern des angeblich schlimmsten Knasts der Republik und bringen Lügen über Isolationshaft und Folter in Umlauf. Horst Bubeck, 1964 bis 1991 Vollzugsbeamter in Stammheim und für die Gefangenen der Baader-Meinhof- Gruppe zuständig, erzählt erstmals die ganze Wahrheit rund um die Stammheim-Legende. „Schnörkellos erzählt, packend präsentiert.“ Süddeutsche Zeitung „Ein wertvoller Beitrag zur Entmythologisierung der RAF.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung „Kurt Oesterle entlarvt das Isolationsfolterspiel von Regierung und Gefangenen: ein furchtbares Buch, ein hervorragendes Buch. Und es war längst fällig.“
Die Stunde, in der Europa erstmals emotional erwacht, schlägt 1919, in einer vom Krieg verwüsteten Landschaft, mitten auf unserem Kontinent. Dort treffen zufällig aufeinander: ein junger Franzose, eine Engländerin, mehrere Deutsche, darunter ein Kriegsgefangener sowie zwei Grenzlandeuropäer aus Polen und Spanien, die auf den Schlachtfeldern Metall und Knochen sammeln. Sie verfügen kaum über die sprachlichen Voraussetzungen, sich miteinander zu verständigen. Dennoch werden sie von ihren unterschiedlichen Schicksalen berührt.
Der Wunschbruder
- 533 pages
- 19 hours of reading
Max, ein geschwisterloser Junge, in Zeiten, als Einzelkinder unter dem Druck ländlich-bäuerlicher Tradition noch als Unglück galten, wünscht sich einen Bruder, um sein Unglück abzuschütteln. Er wünscht ihn sich mit so ungeheurer, nur Kindern erreichbarer Wunschkraft, dass er ihn bekommt: Es ist Wenzel, der vernachlässigte Flüchtlingsjunge. Doch die ersehnte Brüderlichkeit und die gemeinsame Familie scheitern. Wenzel, der sich als gefährlicher Sohn zu entpuppen scheint, wird von Maxens Vater nach vielen Kämpfen und Verirrungen weggejagt – die zweite Vertreibung eines Vertriebenenkinds. Jahrzehnte später begegnen die beiden sich wieder, es kommt nun aber nicht zu Abrechnungen. Vielmehr ist Max fasziniert, dass Wenzel trotz allerlei Versuchungen wie Drogen und Gewalt nicht untergegangen ist. Der Roman schlägt zwei Bögen aus der Vergangenheit in die Gegenwart und stellt somit zwei Lebensläufe nebeneinander: den eines Verwahrlosten, der noch mit dreißig versucht, elementare Bildung zu erwerben, und fürchtet, dass sein kleiner Sohn seinen Leidensweg wiederholen muss; dann den eines Wohlbehüteten und Hochgebildeten, der seiner Einsamkeit nicht entkommt.
Ein Junge im Alter von acht, neun Jahren erlebt 1960 den Einbruch des Fernsehens in die fast noch archaische, ganz bäuerlich-handwerkliche Welt seines Dorfes im Schwäbischen. Trotz eines elterlichen Fernsehverbots hockt er als 'Fernsehgast' vor den Flimmerkisten überwiegend solcher Nachbarn, die erst nach dem Krieg ins Dorf gekommen sind. So lernt er die neue Welt zu sehen: die, aus der die schwarz-weißen Bilder kamen, und die ihm fremde, mitunter sogar unheimliche, in der seine Fernsehgastgeber leben.
Die Buchanmerkung beschreibt den Motorradrennfahrer Hans Baltisberger, eine literarische Figur, die von Bohumil Hrabal gewürdigt wurde. Sie thematisiert seine Erfolge und seinen Status als Sportidol der 50er Jahre. Zudem wird das Eigerunglück als tragisches Ereignis dargestellt, das die Helden und die Unberechenbarkeit des Sports reflektiert.
Der erste König von Orplid
Ludwig Amandus Bauer – Schriftsteller, Mörikefreund und Pfarrerssohn aus Hohenlohe
- 127 pages
- 5 hours of reading
Eine Stunde ein Jude
Geschichten gegen Antisemitismus Von Johann Peter Hebel bis Ricarda Huch und Franz Fühmann
- 292 pages
- 11 hours of reading
Der Judenhass ist alt, groß, mächtig. Die Lehre nach Auschwitz hieß »nie wieder!« Aber noch immer wirkt das antisemitische Ressentiment wie eine Seuche bis in die bürgerliche Mitte unserer Gesellschaft. Kurt Oesterle in seinem Buch »Eine Stunde ein Jude« zeigt überzeugend, wie Judenfeindlichkeit ästhetisch und emotional gänzlich empathielos. Und er zeigt auch, dass es in der deutschen Literatur der letzten 200 Jahre einen Traditionsstrang gibt, der als »Verteidigung des Jüdischen« zu würdigen ist. Und davon erzählt Kurt Oesterle in seinem Geschichtenbuch eindrucksvoll kenntnisreich, mit viel Herz und Verstand, großem Engagement. Ein richtig wichtiges Buch.
WIR & HÖLDERLIN?
- 176 pages
- 7 hours of reading
Friedrich Hölderlin war das Kind einer gewaltigen Zeitenwende. Schon als 20-Jähriger setzte er auf das „Geschlecht der kommenden Jahrhunderte“, also auch auf uns, seine fernsten Nachgeborenen. Doch können wir ihn überhaupt noch verstehen, die hochkomplexe Sprache seiner Gedichte, Dramen und Aufsätze? Hölderlin fand in der Spiritualität so vieler, teils sehr entlegener Kulturen ein Echo – nach langer Vergessenheit und Verkanntheit wurde ihm eine einzigartige Rezeption rund um den Erdball zuteil.

