Der 3. Oktober 2003 war einem Berliner Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Anlass, eine Veranstaltung mit Pohrt und Broder zu organisieren. Man hatte sich Zuspruch und Bestätigung von ihm erhofft, eindringliche Appelle des Inhalts etwa, dass man nicht nachlassen dürfe im Kampf gegen deutsche Eigenheiten wie Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus etc. Umso größer die Enttäuschung, als Pohrt die aktuelle Gefährlichkeit solcher Feinde und damit die Notwendigkeit des Kampfes gegen sie in Zweifel zog. Was 1989 noch als tragische Wiederholung der Reichsgründung mit allen ihren entsetzlichen Folgen erschienen war, das habe sich, so Pohrt, mittlerweile als Farce entpuppt. Es sei kein Neubeginn für den Nationalstaat, sondern dessen Untergang gewesen, und obendrein dürfe man von einer Bevölkerung, welche sich aus Gründen ihrer Altersstruktur hauptsächlich um den Zahnersatz und die Rente sorgen muss, kaum die Kraft zu außerordentlichen Missetaten erwarten.
Wolfgang Pohrt Books






Harte Zeiten
- 207 pages
- 8 hours of reading
Ausverkauf
- 141 pages
- 5 hours of reading
Der Weg zur inneren Einheit
- 317 pages
- 12 hours of reading
Ein Hauch von Nerz (1989)
- 351 pages
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Das letzte Buch Pohrts mit Arbeiten, die er als Kultur- und Ideologiekritiker verfasst hat. »Mein Job ist die Ideologiekritik, das habe ich gelernt«, sagte Pohrt 1987 den Stuttgarter Nachrichten. »Die Leute sagen mir, was sie denken und ich sage ihnen, warum das falsch ist.« Er schreibt, was es mit dem »Historikerstreit« wirklich auf sich hat, warum die Grünen Aids-Kranke am liebsten nach den Nürnberger Rassegesetzen aussortieren würden, warum Carl Schmitt im Feuilleton wieder so beliebt ist, über den kritischen Opportunisten Peter Schneider, »Rassismus als Identitätsersatz« und die Multikulti-Ideologie, sowie unveröffentlichte Texte.
Werke Band 8.2
Brothers in Crime
Ausgehend von Horkheimer, demzufolge die gesellschaftliche Herrschaft »aus ihrem eigenen ökonomischen Prinzip heraus in die Gangsterherrschaft« übergeht, beschreibt Pohrt die allgemeine Entwicklungstendenz. »Wer an der Spitze steht, steht auch mit einem Beim im Knast.« Heute oft mit beiden. Top-Manager wie Uli Hoeneß und Thomas Middelhoff, deren Gesetzesverstöße öffentlich verharmlost werden, sind nur zwei aktuelle Beispiele. Jugendbanden und Russen-Mafia vervollständigen das Bild, und es vergeht kein Tag, an dem die organisierten Verbrecher nicht vor dem organisierten Verbrechen warnen. Statt noch einmal über die hinlänglich bekannten Machenschaften der herrschenden Klassen sich zu verbreiten, unternimmt Pohrt den Versuch, die Bedingungen zu bestimmen, unter denen sich auflöst, was Gesellschaft war, und an deren Stelle ein System von Cliquen und Banden tritt.
Die alte Strassenverkehrsordnung
- 213 pages
- 8 hours of reading
Zum Inhalt gehören die ersten programmatischen Überlegungen der RAF und eine Analyse ihres gesellschaftlichen Ursprungs.
Soziologie als Wissenschaft. Der Detektiv-Roman. Die Angestellten / Werke 1
- 398 pages
- 14 hours of reading
Dieser Band vereint drei bedeutende monographische Studien von Kracauer aus den 1920er Jahren: die erkenntnistheoretische Abhandlung "Soziologie als Wissenschaft" (1922), den unpublizierten Traktat "Der Detektiv-Roman" und die soziologische Untersuchung "Die Angestellten" (1929/30).
Multikulturelle Gesellschaft & Rassismus für den gehobenen Bedarf
- 120 pages
- 5 hours of reading
Wolfgang Pohrt hielt die beiden Vorträge 1989 und 1992, als sich die Grünen noch für Sirtaki und Kebab begeisterten und die Migranten als Bereicherung der Kultur im eigenen Land empfanden. Zur gleichen Zeit wurden aus dem linksalternativen Milieu immer wieder Stimmen laut, die behaupteten, dass die Türken da rausfielen, »weil wir die eh nie verstanden haben«. Schon damals machte sich die Linke Gedanken, wie man den »Zuzugstrom« in den Griff kriegen könnte, weil man nicht wollte, »daß die ganze BRD ein Industriegürtel à la Sao Paulo wird«. Dieses Phänomen versucht Pohrt vor dem Hintergrund der Bundesrepublik als einer »spätkapitalistischen, nach Einkommen-, Macht- und Statusgruppen segmentierten Industriegesellschaft« zu entschlüsseln.Mit einem Vorwort von Dietmar Dath
FAQ
- 176 pages
- 7 hours of reading
„Pohrt erscheint als Provokationsteufel par excellence. Dabei folgt er streng den Prämissen seines an Horkheimer, Adorno und Raymond Chandler geschulten Postmarxismus.“ Felix Klopotek

