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Victor Trimondi

    Krieg der Religionen
    Der Schatten des Dalai Lama
    • 2006
    • 1999

      Der Schatten des Dalai Lama

      Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus

      • 816 pages
      • 29 hours of reading

      Herbert Röttgen, Gründer des linken Trikont-Verlages, und seine Frau Mariana haben im Rahmen eines Forschungsprojektes den Buddhismus in einem umfassenden Werk von über 800 Seiten untersucht. Der Buddhismus wird oft als Symbol für Frieden, Freiheit und Weisheit angesehen und schneidet in oberflächlichen Vergleichen mit dem Christentum, das mit Gewalt und Ausbeutung assoziiert wird, besser ab. Doch die Autoren legen kritische Maßstäbe an und decken ähnliche Schattenseiten des Buddhismus auf. Sie dokumentieren die enge Verbindung zwischen Kirche und Staat, deren Zerschlagung einst eine Errungenschaft der Aufklärung war. Als Altlinke sind die Autoren besonders sensibel gegenüber absoluter Herrschaft, die im buddhistischen Guru-Wesen tief verwurzelt ist. Die Schüler-Meister-Beziehung birgt ein hohes Risiko für Machtmissbrauch, was in der tibetischen Geschichte und bis hin zum gegenwärtigen Dalai Lama zu beobachten ist. Auch die Rolle der Frauen im Buddhismus wird kritisch betrachtet, wobei die Autoren die patriarchalische Gleichstellung des Weiblichen mit dem Bösen thematisieren. Letztlich wird der Buddhismus als Männerwelt deutlich. Dennoch schließt die Analyse mit einer vorsichtigen Vision einer tantrischen Überwindung der Gegensätze. Wer sich ernsthaft mit dem Buddhismus auseinandersetzt, kommt an diesem Werk nicht vorbei.

      Der Schatten des Dalai Lama