Die Bukowina, heute aufgeteilt zwischen Rumänien und der Ukraine, war seit dem späten 18. Jahrhundert ein österreichisches Kronland. In der multiethnisch geprägten Region entstand ein mindestens sechssprachiges »Europa im Kleinen«. Ihr plurikulturelles Erbe inspiriert bis heute Künstler, Schriftsteller und Filmemacher. Durch die Literatur von Karl Emil Franzos, Rose Ausländer, Paul Celan oder Manfred Winkler ist die Landschaft und ihr geistiges Zentrum Czernowitz (ukr. Tscherniwzi, rum. Cernăuţi) weltweit bekannt geworden. Seit Jahrzehnten forscht die Historikerin Mariana Hausleitner über die Bukowina. Hier zeichnet sie die historischen Grundzüge der Region unter besonderer Berücksichtigung der deutschen und jüdischen Bevölkerung nach. Der Bogen wird über die Eingliederung ins Habsburgerreich, als Deutsche und Juden einwanderten, und die Zwischenkriegszeit, als die Region an Rumänien kam, bis zu den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs mit der Aufteilung zwischen der Sowjetunion und Rumänien gespannt. Die Umsiedlung der Deutschen sowie die Deportation und Ermordung Zehntausender Jüdinnen und Juden bilden dabei die tragischen Tiefpunkte.
Mariana Hausleitner Book order (chronological)



Selbstbehauptung gegen staatliche Zwangsmaßnahmen
- 342 pages
- 12 hours of reading
Juden und Deutsche in Rumänien – das ist eine wechselvolle Geschichte. Warum wurde sie so lange kaum erforscht? Wie begann die Aufarbeitung im In- und Ausland? Und welche Rolle spielten die Landsmannschaften? Mariana Hausleitner zeichnet die Geschichte der Juden und der Deutschen in Rumänien seit 1830 nach. Sie identifiziert die Netzwerke der verschiedenen politischen Strömungen in unterschiedlichen Regionen und rekonstruiert die geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der wechselvollen Minderheitenpolitik. Die Geschichte der Juden und Deutschen in Rumänien reicht von kompletter Rechtlosigkeit für die rumänischen Juden bis 1919 bei gleichzeitigem königlichen Schutz für die Deutschen über die erfolgreiche gemeinsame Verteidigung kultureller Autonomie in der Zwischenkriegszeit bis zu Rumänisierung, Genozid (im Falle der Juden), kollektiver Bestrafung und Auswanderung. Mariana Hausleitner dokumentiert die historische Entwicklung und die ihr zugrunde liegende Politik sowie deren historiografische Aufarbeitung.
Eine Atmosphäre von Hoffnung und Zuversicht
Hilfe für verfolgte Juden in Rumänien, Transnistrien und Nordsiebenbürgen 1940-1944
- 296 pages
- 11 hours of reading
Die Verfolgung von Juden in Rumänien während des Zweiten Weltkriegs wird durch die mutigen Taten einzelner Helfer beleuchtet, die sich trotz großer Gefahr für andere einsetzten. Das Buch stellt verschiedene Personen vor, wie die junge Fabrikarbeiterin Elisabeta Nicopoi, die jüdische Nachbarn vor einem Pogrom rettete. Es wird auch auf die Rolle des Rumänischen Roten Kreuzes eingegangen, das Medikamente in Ghettos brachte. Zudem wird die Auswanderung jüdischer Überlebender nach Palästina thematisiert und die späte Anerkennung der Helfer, von denen viele inhaftiert wurden.