Urs Faes is a Swiss prose author, known for his keen insight into the human psyche and the complexities of interpersonal relationships. His works often explore themes of identity, memory, and the search for meaning in the modern world. Faes's style is characterized by precise language and deep character introspection, drawing readers into their inner lives. His writing offers a rich and thought-provoking reading experience.
Nach Jahren im Ausland kehrt er zurück in das verlorene und doch vertraute Tal im Schwarzwald. Durch hohen Schnee geht er die alten Wege, erinnert sich an den erbitterten Erbstreit um den väterlichen Hof und an Minna, die sich gegen ihn und für den Bruder entschied. Er lauscht auf den Ruf der Dunkelbolde, die in den Raunächten, dieser Niemandszeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest, ihr Unwesen treiben, schaut auf das unablässig fallende Weiß und wartet, von Krankheit gezeichnet, auf den Bruder, auf ein versöhnendes Gespräch. Dieser Band ist eine unnummerierte Sonderausgabe der Insel-Bücherei und textidentisch mit IB1452.
Ein Mann und eine Frau lernen sich in den späten Jahren ihres Lebens kennen und erfahren noch einmal tiefe Zuwendung und Glück, im Alltag und auf Reisen in die Landschaft seiner Jugend – die Rocky Mountains in Wyoming. Doch neben die Freuden treten bald die Gebrechen des Alters, Jakov neigt zunehmend zu Zerstreutheit. Ein Name bleibt aus, ein Termin wird versäumt, ein Kehrichtsack landet im Teich des Nachbarn. Die ärztliche Untersuchung zeigt: Jakovs Gedächtnis ist nicht nur lückenhaft geworden. Seine Orientierung wird weiter schwinden, seine Sprache versiegen. Herta bemüht sich um Zuversicht, aber je mehr Jakov den Bezug zur Welt verliert und von der Vergangenheit eingeholt wird – einer frühen Liebe, dem Zerwürfnis mit dem Vater –, desto mehr braucht auch sie Unterstützung. Mit großer Zartheit nähert sich Urs Faes einem Paar unter dem Eindruck der Krankheit. Er erzählt von innigen Momenten und wachsender Entfernung, von Fürsorge und Erschöpfung, von der Verunsicherung, wenn einer sich selbst abhandenkommt und lange Verdrängtes plötzlich wieder Gegenwart wird. Und von der Kraft der Einfühlung, einer Verständigung jenseits der Worte.
Discover this beautiful winter gem of a novella that makes the perfect stocking filler this Christmas. 'I may have been gone a long time, but I'm no stranger...' Manfred walks alone through a snowy valley, surrounded by his memories, on a pilgrimage of sorts to his childhood home. He's been estranged from his brother Sebastian for decades, ever since their bitter feud over the love of a woman and the inheritance of the family farm. Twelve Nights transports us to the wintry depths of Europe's Black Forest, through the stillness of the snow-covered hills, the dense woods, the cold and mist, in those dark, wild days between Christmas and Epiphany. These nights are a time of tradition and superstition, of tales told around the local innkeeper's table of marauding spirits, as tangible as the ghosts of Manfred's past. But the twelfth night, Epiphany, promises new beginnings, and a hope of reconciliation at last. Twelve Nights is a hymn to the winter landscape and the power of storytelling, a beautiful novella of the natural world and our place in it.
Unmittelbar nach der Diagnose findet er keine Worte. Erst später, bei der täglichen Fahrt quer durch die Stadt, versucht er, die Dinge zu benennen, aufzuschreiben, was ihm geschieht: die Unterwelt der Onkologie, die Müdigkeit nach der Bestrahlung, die Erinnerung an Kindheit und Herkunft, an Straßenbahnfahrten mit dem Vater und Kino mit der Jugendfreundin Mile, an Verlassenwerden in Paris und den Abschied von seiner Geliebten. Den möglichen Tod vor Augen, stellt er sich die Frage nach dem Gelebten und dem Versäumten, nach dem, was Antrieb war, was Begehren und was Liebe. Halt auf Verlangen ist Urs Faes' bislang intimstes Buch, gewachsen aus der autobiographischen Erfahrung der Krankheit, geschrieben, um sich festzuhalten am Stift, an Worten, Bildern und der Erinnerung. Schreiben als Notwehr, gegen die eigene Hinfälligkeit – und darin ganz dem Leben zugewandt.
Zwei junge Menschen, noch keine zwanzig: er ein Hamburger Schlaks aus gutbürgerlicher Familie; sie mit den dunklen Augen und dem unbefangenen Lachen, Tochter eines Wiener Zeitungsangestellten. Sie begegnen sich, sie arbeiten miteinander, sie verlieben sich – unter außergewöhnlichen Umständen. Im Sommer 1938 bereiten sich Lissy Harb und Ron Berend auf einem Landgut in Brandenburg auf ihre Ausreise nach Palästina vor; es ist eines von mehreren jüdischen Landwerken, in denen sich Jugendliche für das harte Leben im Kibbuz rüsten. Sie alle eint das Ziel, dem Terror zu entkommen, ihre einzige Hoffnung ist die Ausreiseerlaubnis … Sommer in Brandenburg erzählt von der berührenden Beziehung zweier Menschen in einem fast idyllisch anmutenden kleinen Kosmos. Doch die Außenwelt macht sich in zunehmend barbarischer Weise bemerkbar. Wie ist eine Liebe zu leben, wenn die Spielräume immer kleiner werden?
Andreas Lüscher, ursprünglich Unfallpsychologe, arbeitet nun als Gesprächstherapeut in der onkologischen Abteilung eines Krankenhauses. Sein Alltag wird von Begriffen der Krebstherapie geprägt, und er ist fasziniert von der Beziehung zwischen Patient und Arzt sowie der Bedeutung von Kommunikation. Als er auf die Krankenakte einer Patientin stößt, erkennt er den vertrauten Namen Meret Etter. Vor sechzehn Jahren verband ihn eine intensive Liebe mit ihr. Meret, eine leidenschaftliche Juristin und Aktivistin, steht nun vor einem anderen, lebensbedrohlichen Kampf. Die Wiederbegegnung mit Andreas wirft die Frage auf, ob sie ihre Situation erleichtert und ob es klug ist, die Gründe für ihr langes Schweigen zu thematisieren. Urs Faes erzählt suggestiv und präzise von der Auseinandersetzung zweier Menschen mit ihrer Vergangenheit und dem Kampf gegen die Krankheit. Ein Chefarzt für Onkologie hatte Andreas eingeladen, um mit einem externen Blick die Menschen und Abläufe in seiner Abteilung zu betrachten. Faes' Prosa entfaltet eine dunkle, melancholische Liebe, die an die Werke von García Márquez erinnert.
»Ich habe ihn geliebt. Er ist die große Liebe meines Lebens gewesen …« Mit diesen Worten stellt sich dem Autor eine alte Dame vor, die behauptet, die Geliebte seines Vaters gewesen zu sein. Anna Altmann übergibt ihm ein Foto und ihre Telefonnummer, was ihn zunächst ratlos zurücklässt. Er ignoriert die Gedanken an sie, bis er vom Tod Anna Altmanns erfährt. Ihre Tochter Vera bittet ihn, einige Dinge abzuholen: Fotos, Briefe und Liebeszeichen, die Anna über die Jahre gesammelt hat – ihr »Liebesarchiv«. Zunächst widerwillig, dann zunehmend fasziniert, beginnt er, mit Vera gemeinsam dem Vergangenen nachzugehen. Dabei verknüpft er seine Erinnerungen an den Sommer 1954, als sein Vater für mehrere Monate verschwand, mit Veras Erzählungen. Urs Faes erzählt prägnant von der großen Liebe, die im Kleinen bewahrt bleibt, und von einer Spurensuche, die zu einer außergewöhnlichen Entdeckung führt: die Geschichte eines Vaters, die mancher geahnt, aber niemand gekannt hat.
Alles ändert sich für David Rudan, als er der Sängerin Simone Thalmann begegnet. Die Liebe zu ihr setzt ihn, den eine Krankheit lange zurückgeworfen hatte, in Bewegung: David bricht auf, schreibt, reist – und beginnt auf dieser Suche sich mit Alban Berg zu beschäftigen: mit dem Komponisten, für den sich alles änderte, als er sich in die Prager Jüdin Hanna Fuchs-Werfel verliebte. Über zehn Jahre schrieb er ihr Briefe; seine – unerfüllte – Liebe wurde ihm zum Antrieb für sein Schaffen, seine Musik. Indem David der Geschichte Alban Bergs nachgeht, um, wie er sagt, das Eigene im Fremden zu suchen, findet er Antworten auf seine Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen der Liebe, nach ihrem Scheitern und ihren Utopien. Zwei Liebesgeschichten werden erzählt, die eine angesiedelt im Umfeld der Zweiten Wiener Schule, die andere in der Gegenwart, auf einer Reise von Zürich bis an die dalmatinische Küste. Auf höchst kunstvolle Weise und in einer von größter Zartheit geprägten Sprache werden beide miteinander verknüpft, in Landschaften, Motiven, Bildern. Und sie finden zusammen in der Musik, in der Aufführung von Alban Bergs Violinkonzert. Ein Thema kommt, verdichtet sich, verschwindet, ein nächstes klingt an, dazwischen Pausen, Stille, die neue Türen öffnet: in der Musik, in der Liebe, im Leben.
Die Frau auf dem Bahnhof, ist es wirklich Ruth, die geheimnisvolle Freundin eines Mitschülers auf der Klosterschule? Oder nur eine Einbildung? Zögernd erinnert sich der Erzähler: an den ersten Schultag, die strengen Regeln des Zusammenlebens im Internat, die Rivalitäten und Intrigen der Jungen, die Eigenarten der Lehrer, die ersten Erfahrungen mit Liebe und Liebelei. Immer wieder gehen die Erinnerungen zu Erich, dem verletzlichen Zimmergenossen von damals, von den anderen verspottet und – uneingestanden – beneidet. Was waren das für Briefe, die Erich zu seiner Verzweiflungstat trieben? Wer schrieb sie? Und welche Rolle spielte Ruth bei alldem?